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bonus1: Musik des japanischen Bunraku

5. Okt. 2011
Wie stellt man im Puppentheater - ohne die bei uns üblichen Schauspieler - menschliche Gefühle dar? Das ist für uns schwer vorstellbar, aber im japanischen Bunraku mit seinen bis zu 120 cm großen Puppen ist diese große Kunst bis zur Perfektion ausgearbeitet. Hier stellen die Musiker, vor allem der rezitierende Sänger im Jôruri-Stil, vielschichtig und feinfühlig den Erzähltext aus der Perspektive sämtlicher auftretender Figuren dar.

Er hat die schwierige Aufgabe, dem Publikum die menschlichen Gefühle (auch hier in ihrem typischen Ausdruck, wie im europäischen Barock) unmittelbar nachempfindbar zu machen. In Japan sind die Bunraku-Künstler daher sehr angesehen und treten auch ohne Puppen konzertant auf.

musik+:

"Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an."
Das meinte E. T. A. Hoffmann, einer der vielbegabten deutschen Romantiker. Wir stellen die 8. Saison von musik+ unter diesen Leitsatz. Musik ist ein Medium universeller Verständigung, gerade wenn Sprachen an ihre Grenzen stoßen. musik+ lädt Sie ein, Musik und Kunst in ihrer Ganzheit zu erleben, konstruierte Grenzen aufzuheben. So erfahren Sie bei uns musikalische Höhepunkte, unterschiedlichste Abenteuer und spannende Experimente. Musik ist immer ein Aufbruch ins „Fruchtland“ jenseits der Grenzen (nach Paul Klee).
2011/12 finden Sie als einen Schwerpunkt die große Musik des Johann Sebastian BACH, im Zentrum drei seiner bekanntesten Werke, in denen die Beredsamkeit seiner Musiksprache besonders berührend ist: das „Weihnachtsoratorium“ (L’Orfeo Barockorchester, Michi Gaigg) und die „Johannespassion“ (Orchester des 18. Jahrhunderts, Frans Brüggen). Als dritten Abend erleben Sie die „Goldberg-Variationen“ (Ingrid Marsoner — Klavier). Ein Wechselbad der Empfindungen bescheren uns auch TELEMANN, HÄNDEL und VIVALDI (Dorothee Oberlinger & Ensemble 1700). In die Tiefen des Lebens und des Todes führt uns W. A. MOZART mit seinem „Requiem“ und der ebenfalls unvollendeten großen „c-Moll-Messe“ (Kammerchor Stuttgart, Frieder Bernius). Mit BEETHOVEN und seiner 8. Symphonie finden wir zu fast ekstatischer Lebensfreude (Kammerorchester Basel, Giovanni Antonini).
Speziell für musik+ haben wir gemeinsam mit den Musikern einige ungewöhnliche Abende entwickelt. Unter anderem die Verbindung von LIGETI, XENAKIS, DUTILLEUX und DVOŘÁKs Klavierquintett op. 81 (Hugo Wolf Quartett, Christoph Berner — Klavier), wie auch der Zusammenhang von Polyphonie der Renaissance und Musik des 21. Jahrhunderts (Capilla Flamenca, HERMESensemble). Am Ende der Saison steht wieder ein Fest — diesmal mit italienischer Volksmusik (Accordone, Marco Beasley), die aus mündlicher Überlieferung von den Musikern zusammengesucht wurde.

Nähere Infos

Details zur Spielstätte:
Stiftsplatz, A-6060 Hall in Tirol

Veranstaltungsvorschau: bonus1: Musik des japanischen Bunraku - Barocker Stadtsaal

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