SIMsKultur Online

Emil Viklický


Emil Viklický Trio

20. Jan. 2012
Kritiker in seiner tschechischen Heimat vergleichen den Pianisten Emil Viklický mit Keith Jarrett. In punkto Ausdruckskraft mag dies durchaus zutreffen, selbst wenn Viklický einen völlig anderen Ansatz als der große Amerikaner bevorzugt. Während die meisten Tastenkollegen im Jazz nämlich improvisatorische Elemente in den Vordergrund rücken, setzt der 63-Jährige mehr denn je auf das intensive Üben bestimmter Wendungen sowie auf eine bestimmte Systematik in der Komposition.

„Schuld“ daran ist seine Biografie: Bis 1972 absolvierte Viklický ein Mathematikstudium, in dem er auf eine Theorie stieß, die sich für ihn nicht wesentlich von den gängigen musikalischen Systemen unterschied. Darüber hinaus komponierte der Klaviervirtuose drei klassische Opern. Doch keine Sorge: Das Trio des Pianisten, bei dem Bassist Frantisek Uhlir am Bass kunstvoll zu brummen, zu gurren und zu singen versteht und Schlagzeuger Laco Tropp sensible Rhythmusgebäude aufbaut, überzeugt weniger durch „verkopfte“ Klangkonstruktionen, sondern fesselt mit weichen, lieblichen Elementen. Damit steht er in direkter Tradition zu den großen Jazzinstrumentalisten, die sich bei der Komposition an Volkslieder, Folklore oder Chansons orientieren. Ein Trioerlebnis fernab aller Klischees, und doch auf eine sonderbare Weise nah und vertraut.

Art of Piano 133
Emil Viklický (p), Frantisek Uhlir (b). Laco Tropp (dr)

Aktuelle CD:
Live In Vienna – Cube-Metier MJCD2945

Details zur Spielstätte:
Am Karlsplatz A 52, D-86633 Neuburg/Donau

Veranstaltungsvorschau: Emil Viklický Trio - Birdland Jazz Club

Keine aktuellen Termine vorhanden!