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Foto: Andreas Willers


Montauk

16. April 2010
So funktioniert experimenteller Jazz: Für das Bandprojekt Montauk ließ sich der Berliner Jazz und Experimentiergitarrist Andreas Willers von Max Frischs Roman „Montauk“ inspirieren.

Darin richtet ein Europäer einen (durchaus autobiografisch geprägten) Blick auf New York sowie die amerikanische Mentalität. Willers, der bereits im Oktober 2001 eine entkrampfte Lehrstunde in Sachen Avantgarde im Hofapothekenkeller absolvierte, bedient sich dabei unterschiedlicher Stilelemente, die er in seiner ureigenen Art Dominique Pifaréli (Violine), Alain Grange (Cello) und Rudi Fischerlehner (Schlagzeug) auf den Leib komponiert, um daraus einen weiten Bogen zu spannen. Dabei entsteht ein musikalisches Bild in Analogie zur Romanvorlage. Die Musik erzählt den Roman nicht nach, sondern erklärt ihn eigenständig und bleibt so künstlerisch autark. Willers, der sich für moderne Elektronik, verschollene Gitarreneffekte aus den 1960er Jahren und ethnische Musikinstrumente (hier das Banjo) interessiert, schafft jede Menge Freiräume für seine kongenialem Mitspieler und obendrein eine zukunftsweisenden Tonsprache für Kopf und Bauch. Avantgarde mit menschlichem Antlitz, die die Spreu vom Weizen, gute von schlechter Musik, aufmerksame Lauscher von Gelegenheitshörern trennt. Ein Konzertereignis wie ein Sieb.

Dominique Pifaréli (v), Alain Grange (cello), Andreas Willers (g), Rudi Fischerlehner (dr)

Aktuelle CD:
Montauk – Between The Lines BTLCHR 71208/sunny moon

Details zur Spielstätte:
Am Karlsplatz A 52, D-86633 Neuburg/Donau

Veranstaltungsvorschau: Montauk - Birdland Jazz Club

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