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Olaf Polziehn


Olaf Polziehn Trio & Jesse Davis

11. Feb. 2012
Nur ganz wenige Pianisten können Olaf Polziehn das Wasser reichen, wenn es darum geht, mit den großen Klassikern des Swing richtig umzugehen.

Polziehn interpretiert sie, ohne die ursprüngliche Genialität der Kompositionen zu zerstören. So gerät jedes Konzert des 41-jährigen, in Ludwigsburg geborenen Tastenvirtuosen, zu einer Reise durch die zeitlose Melodienlandschaft des 20. Jahrhunderts. Mit leichter Hand und hohem pianistischen Können, das mitunter an Oscar Peterson erinnert, taucht Polziehn jeden Evergreen in ein neues Licht. In intensiven Zwiegesprächen mit dem geschmackvoll präsenten Bassisten Ingmar Heller sowie dem punktgenau akzentuierenden Drummer Dennis Frehse verziert und verfremdet er sie kurzerhand und gestattet den Zuhörern erst am Schluss den erlösenden Aha-Effekt, wenn sich endlich die bekannte Melodie herausschält. Als zusätzlichen Komplizen weiß Polziehn zum zweiten Mal nach 2009 in Neuburg mit Jesse Davis einen absoluten Weltklasse-Altsaxofonisten an seiner Seite. Der aus New Orleans stammende Protegé des Marsalis-Clans gilt längst als würdiger Nachfolger von stilbildenden Instrumentalkollegen wie Sonny Stitt, Cannonball Adderley oder Charlie Parker. Letzterem verlieh er sogar in Robert Altmans Kinofilm „Kansas City“ 1996 Gestalt. Mehr Authentizität geht also wirklich nicht.

Olaf Polziehn (p), Jesse Davis (as), Ingmar Heller (dr), Dennis Frehse (dr)

Aktuelle CD:
American Songbook Vol. 3 – Satin Doll SDP 1057-1/MVH

Details zur Spielstätte:
Am Karlsplatz A 52, D-86633 Neuburg/Donau

Veranstaltungsvorschau: Olaf Polziehn Trio & Jesse Davis - Birdland Jazz Club

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