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"Im wunderschönen Monat Mai"

13. Mai 2010
Le Roux und Prandi zelebrieren Beethoven und Schumann.

Diese zwischen den beiden großen Sinfoniekonzerten mit der georgischen Starpianistin Elisabeth Leonskaja gelegene Lied-Matinee knüpft gezielt an diese Veranstaltungen an. Denn Beethoven, dessen fünf Klavierkonzerte den Neuerer virtuos zu Gehör bringen, wird mit diesem Programm zugleich in seiner Bedeutung für den Liedbereich vorgestellt:
„Adelaide“ op. 46
„An die ferne Geliebte“ op. 98

Ist auch die Mehrzahl der Beethovenschen Lieder noch schlicht strophisch gebaut, so stehen die hier dargebotenen Werke, „Adelaide“ aus dem Jahr 1792 und der durchkomponierte Zyklus „An die ferne Geliebte“ von 1817, durch ihre große formale Vielseitigkeit und vereinnahmende Ausdrucksbreite, völlig gleichrangig neben den Kunstliedern Schumanns. Dies nicht zuletzt auch im Hinblick auf die profilierte Klavierbegleitung. Textlich ist zudem eine Form gewählt die höchste persönliche Bekenntnisse bei zugleich größter thematischer Geschlossenheit darbietet.

Ebenfalls ein Meisterwerk kompositorischer Gestaltung ist Schumanns weltbekannter Liederzyklus, "Dichterliebe". Entnommen aus Heinrich Heines populärem "Buch der Lieder" offeriert die Komposition herrliches frühlingshaftes Liebesglück, genauso wie Schmerz, Verzweiflung und Melanchloie:
„Dichterliebe“ op. 48

In Schumanns Vertonungen von 16 ausgewählten Gedichten, aus Heinrich Heines 40 Titel umfassenden Zyklus "Lyrisches Intermezzo", durchlebt das dichterische Ich alle Höhen und Tiefen einer unglücklichen Liebe. Die eindrucksvolle Vielschichtigkeit der bewegenden Poesie Heines wird dabei in diesen Text-Vertonungen oft sogar noch gesteigert. Und wie ein großer Teil von Schumanns Liedern im sogenannten Liederjahr 1840 entstanden ist, so auch dieser Zyklus.

Dass der Komponist, dessen Klaviermusik einen wesentlichen Teil seines Schaffen bestimmte, zu Beginn seiner Karriere zwischen den Berufen von Dichter und Musiker schwankte, findet in diesem Werk seinen wunderbaren Nachhall: Zum Klavier tritt die Klangfarbe der Singstimme als überzeugender Träger lyrisch-emotionaler Botschaft: Während etwa im eröffnenden Lied „Im wunderbaren Monat Mai“ die Erfahrung der Liebe zauberhaft in weiten melodischen Bögen schwingt, tritt an späterer Stelle der Bruch zwischen Traum und Wirklichkeit eklatant zu Tage, wird die Vereinzelung des Individuums empfindlich spürbar. Den zyklischen Charakter betont auch das ausgedehnte Klaviernachspiel zum letzten Lied, welches Ausdruck all dessen ist, was die zuletzt erklungenen Worte „Liebe und Schmerz“ nicht auszusprechen vermögen.

Dieses letzte Konzert mit dem Publikumsliebling Jacques le Roux, der in der nächsten Spielzeit in die europäische Kulturhauptstadt Linz wechseln kann, ist zugleich auch das letzte Foyerkonzert vor der Rekonstruktion.

Details zur Spielstätte:
Bernhardstraße 5, D-98617 Meiningen

Veranstaltungsvorschau: "Im wunderschönen Monat Mai" - Das Meininger Theater

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