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Bild zur Ausstellung MOUSSA  KONE - rumours  from  groundcontrol (3C75), Galerie.Z


MOUSSA KONE - rumours from groundcontrol (3C75)

9. Sept. bis 2. Okt. 2010
Moussa Kone ist einer der seltenen, profilierten Zeichner Österreichs. Aber auch als Gründer der kurzlebigen Kunstklappe oder des Art Critics Award, der ausschließlich von Künstlern an Kunstkritiker vergeben wird (beides gemeinsam mit Erwin Uhrmann), zeigt er, dass er auch konzeptionell über die Schranken des gewöhnlichen Kunstbetriebs hinausgeht.

Vier Jahre lang hat Moussa Kone in der Frohner-Klasse an der Angewandten „machistisch-expressiv“ malen gelernt: expressiv, mit vielen Farbspritzern. „Große Gesten waren der Trend in der Klasse, aber irgendwann ist auch in der Wildheit ein Muster zu erkennen. Da mach ich’s lieber gleich offensichtlich musterhaft.“ Seinen Namen als ‚wilder Stricher‘ hat sich der Künstler inzwischen mit fein konstruierten Zeichnungen gemacht.

Schwarz und Weiß sind die beiden Hauptfarben seiner Arbeiten. Nur manchmal mischt er auch ein wenig Aquarellfarbe darunter und lenkt den Blick des Betrachters auf einzelne Details im Bild. In seinen Blättern konstruiert Moussa Kone immer Identitäten und Welten, strichelt versch(r)obene Realitäten. Seine Arbeiten erscheinen auf den ersten Blick simpel. „Manche Leute kreiden mir genau das an und empfinden meine Arbeiten als zu illustrativ, plakativ oder banal.“ Allerdings, so einfach auch der Zugang zu Kones Zeichnungen erscheinen mag, so können sie doch auf vielen Ebenen gelesen werden. Seine Geschichten erzählt er ebenso ironisch wie humor- und liebevoll und erst ein zweiter Blick eröffnet woraus sich das so vermeintlich Banale des Bildes eigentlich zusammensetzt.

In der Ausstellung rumours from groundcontrol (3C75) zeigt Moussa Kone eine Auswahl von Zeichnungen seiner en pointe Serie: kleine, beinahe konstruktivistisch anmutende Tuschezeichnungen mit gesichtslosen Balletttänzerinnen als zentrales Gestaltungselement. Kone nutzt hier die Tänzer und Tänzerinnen als Sinnbilder für Dressur, die Ausrichtung des Körpers nach vorgefassten Mustern. Er denkt darüber nach, innerhalb welcher Muster und Vorgaben wir uns bewegen. Kone ist fasziniert von der Tatsache, dass sich Menschen „ein Vokabular antrainieren“. Die scheinbare Leichtigkeit der Tänzerinnen bedingt extreme Körperkraft.
Ganz andere räumliche Vorstellungen transportiert Moussa Kones aus dem Jahre 2007 stammende, großformatige (150x140) Zeichnung Atlas, der Darstellung eines gesichtslosen Mannes, der eine riesige weiße Blase auf seinen Schultern trägt. Beide scheinen im luftleeren, schwarzen Raum zu schweben.

Die ausgestellten Blätter der diary Serie sind Moussa Kone at his best: hintergründige, manchmal surreale Geistesblitze gebannt mit Feder und Tusche. Trotz ihrer ungemeinen Ideenvielfalt und überbordenden Fantasie vermitteln diese Bilder niemals den Eindruck von einer anderen Welt zu sein. Vielmehr scheinen sie so etwas wie ein Zerrspiegel unseres alltäglichen (realen) Lebens zu sein, ohne ins karikaturistische oder illustrierende abzugleiten. Sie erzählen nicht und dennoch sprechen sie zu uns, sie fesseln zwar aber verlieren wird man sich kaum darin, halten sie doch stets gekonnt, ebenso wie eine virtuose Tänzerin, das Gleichgewicht zwischen Identifikation und kritischer Distanz.

Details zur Spielstätte:
Landstraße 11, A-6971 Hard

Veranstaltungsvorschau: MOUSSA KONE - rumours from groundcontrol (3C75) - Galerie.Z

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