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Foto: Gilla Cremer


Gilla Cremer: Lili Marleen & Lale Andersen

8. bis 9. April 2011
Es ist ein Abend, der Freude macht und gleichzeitig zu Tränen rührt Die großartige Gilla Cremer führt in ihrem neuen Programm durch das bewegte Leben des Weltstars Lale Andersen.

Die hinreißende Schauspielerin, die in ihrem Solo viele unterschiedliche Rollen verkörpert, und ihr musikalischer Begleiter GerdBellmann überzeugen vom ersten bis zum letzten Ton.
Ehe Gilla Cremer im Matrosenanzug die Bühne betritt, ihr erstes Lied, "Das Meer", singt, wird in einem Prolog die Geschichte des Schlagers "Lili Marleen" erzählt, der noch heute an allen Fronten gesungen wird. Und schon in diesem Vorspiel zeigt sich die Qualität der Inszenierung von Brigitte Landes, die sich nicht begnügt, mit der fabelhaft singenden und spielenden Gilla Cremer und ihrem kongenialen Musikerkollegen Gerd Bellmann an Flügel und Akkordeon historisch genau die Geschichte der Lale Andersen zu erzählen.
Von Anfang wird die Gefährdung, die Bedrohung der Künstlerin durch persönliche Lebensentscheidungen und politische Zeitläufe spürbar.
Der unbändige Wille einer jungen Frau, die mit 17 Jahren heiratet, Mann und drei kleine Kinder, das jüngste ist sechs Wochen alt, verlässt, um sich selbst am Theater zu verwirklichen, ist verknüpft mit einer bitter überschatteten Liebesgeschichte und dem Drahtseilakt, auch im Dritten Reich auftreten zu können, ohne sich innerlich zu verbiegen.
Zwischen Sorglosigkeit, mitläuferischer Anpassung und gewitztem Aushebeln des Verbots, "Lili Marleen" in Konzerten zu singen, findet Lale Andersen Wege, sich zu retten:
Hier, wie damals, lässt sie das Publikum das Lied singen.
Die Zerrissenheit dieser Frau, die sogar ihre große Liebe zu Rolf Liebermann, dem späteren Staatsopernintendanten, ihrer Berufung opfert, wird schmerzlich spürbar. Herzbewegend die Szene, wenn sich Lale im "strahlend weißen Gefieder" nach Jahren der Trennung
mit Liebermann trifft, auf ein Liebesgeständnis hofft und der nur wehmütig sagt: "Ach, Wilki." Unter Tränen singt sie "Unter der Laterne"als traurigen Abschied.
Mit ganz wenigen Requisiten vielen Liedern und reichen schauspielerischen Mitteln lässt Gilla Cremer die Persönlichkeit Lale Andersens vor uns entstehen, ohne sie zu kopieren. Innerlich angerührt, doch nie larmoyant, allein mit ihrer Stimme komisch oder auch Furcht einflößend andere Personen charakterisierend, tauchen wir fasziniert mit ihr ein in die Biografie von Lale Andersen.
Am Ende gab es Bravo- Rufe und stehende Ovationen für Gilla Cremer, die über zweieinhalb Stunden als Lale Andersen An allen Fronten“ (Regie: Brigitte Landes) brilliert hatte: Das Publikum feierte eine Schauspielerin, die vom ersten Moment an in ihrer Authentizität berührte und ein darstellerisches Bravourstück lieferte.

Details zur Spielstätte:
Palmstraße 4, A-5280 Braunau

Veranstaltungsvorschau: Gilla Cremer: Lili Marleen & Lale Andersen - Gugg Kulturhaus - Stadt Braunau

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