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Chörten Digital, 2005 Videoprojektion auf Röhrenmonitore, ohne Ton, 60 Min


Wolf Kahlen - Video Tapes 1969 - 2010

5. Juni bis 1. Aug. 2010
Wolf Kahlen gehört zu den „wiederentdeckten“ Pionieren der Videokunst. Mit dieser Ausstellung, die in Berlin, Essen, Karlsruhe und Warschau gastiert, wird der 1940 in Aachen geborene Künstler erstmals umfassend präsentiert.

Der Begriff „wiederentdeckt“ relativiert sich schnell vor dem Hintergrund seines kontinuierlichen Schaffens. Bereits 1969 entstand Kahlens erste Fernsehskulptur, sein konzeptuelles Frühwerk aus den 70er Jahren thematisiert ein grenzüberschreitendes Medienverständnis. In vielen Werken bearbeitet Kahlen direkt das Fernsehgerät und schafft „bandlose“, häufig materiell fragile Skulpturen. In den 80er Jahren reiste Kahlen mehrfach in den Himalaya und nach Ostasien, wo vor allem in Tibet und der Mongolei zahlreiche dokumentarische Filme entstanden sind. Diese sind heute nicht nur von künstlerischem, sondern ebenso hohem ethnologischen Wert.
1985 gründete der Medienbildhauer die „Ruine der Künste“ in Berlin, 2005 das eigene Künstlermuseum „Wolf Kahlen Museum- Intermedia Arts Museum“ in Bernau bei Berlin.
Die Retrospektive des in Berlin ansässigen Videokünstlers ist als zweiteilige„Einraum-Ausstellung“ konzipiert, in der das gesamte Werk als „video on demand“ abrufbar ist. In einem Raum erlebt der Betrachter das Werk über großformatige Projektionen, zusätzlich kann er via Computer das eigene Sichtungsverhalten bestimmen.
Flankierend zu den Videofilmen werden drei bedeutende Videoskulpturen des Berliner Künstlers vorgestellt, die eine Schnittstelle zur parallel verlaufenden Ausstellung „Das im Entschwinden Erfasste“ bilden.
Die Arbeit „S.C.H.A.F.E.“ für sechs Monitore aus dem Jahre 1975 wurde im Rahmen der Ausstellung „Record > Again. 40jahrevideokunst.de – Teil 2“ restauriert und digitalisiert. Sie wurde 1976 zum letzten Mal öffentlich aufgeführt.
Die Videoskulptur „Platon’s Höhle“ aus dem Jahr 1999 besteht aus vier Monitoren, die aus unterschiedlichen Jahrzehnten stammen und ineinander verschachtelt sind. Nicht identifizierbare, bewegte Schatten fliehen über die Glasscheiben und werfen einen halbkreisförmigen Lichtbogen.
„Chörten Digital“ ist eine Videoskulptur über den buddhistischen Ritus des Umkreisens tibetischer Tempel.

Details zur Spielstätte:
Museumsplatz 1, D-45128 Essen

Veranstaltungsvorschau: Wolf Kahlen - Video Tapes 1969 - 2010 - Museum Folkwang

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