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Das Paradies und die Peri

14. bis 26. Juli 2011
Am Silvestertag 1842 wurde in Leipzig der Wildschütz uraufgeführt, zwei Tage darauf, in Dresden, Wagners Der fliegende Holländer. Wenige Monate später kam, wieder in Leipzig, Schumanns Das Paradies und die Peri heraus. Mit diesem Stück, so konnte Schumann sich rühmen, habe er nichts weniger als „ein ganz neues Genre“ erschaffen, er selbst sah es vor allem als Vorbereitung auf seinem persönlichen Weg zum Musiktheater.

Unabhängig von Wagner und doch im selben Moment wie dieser erprobte er dabei in Peri eine ungewohnte Form des Gesangs: ein neuartiges „Arioso“ als zukunftsweisende Mischform aus Rezitativ und Arie. Verblüffend und gleichzeitig vielsagend, wie nah sich Peri und Holländer inhaltlich stehen: Ein schuldhaftes, fliegend umhergetriebenes Geisterwesen ist auch bei Schumann die Hauptfigur, und auch Schumanns fliegender Geist ist getrieben von der Sehnsucht nach Transzendenz und Erlösung.

Offizielle Musiktheatergeschichte hat freilich nicht Schumann, sondern, beginnend mit dem Holländer, Wagner geschrieben – als genuiner Romantiker konnte Schumann nicht im gewöhnlichen Sinn Dramatiker sein. Sein „neues Genre“, von ihm selbst nur „für den Concert-Saal“ bestimmt, denn mehr erschien ihm nicht vorstellbar, erweist sich stattdessen als wetterleuchtender Vorbote einer viel späteren Musiktheater-Moderne und ihrer postdramatischen Formen.

Details zur Spielstätte:
Mozartstraße 9, D-68161 Mannheim

Veranstaltungsvorschau: Das Paradies und die Peri - Nationaltheater Mannheim

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