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Maestro

7. bis 17. Jan. 2009
„Maestro“ spiegelt die Welt der Macht und Musik.

„Es gibt keinen anschaulicheren Ausdruck der Macht als die Tätigkeit des Dirigenten“, schreibt Elias Canetti. Das gilt für alle bedeutenden Dirigenten, so natürlich auch für Herbert von Karajan: „Denken Sie an meine Worte: Dieser Mann wird dem Musikleben im nächsten Vierteljahrhundert seinen Stempel aufdrücken“, so Karajans berühmter Kollege Victor de Sabata 1939 über den jungen Dirigenten. Doch war es das nächste halbe Jahrhundert, das Herbert von Karajans Stempel tragen sollte. Das Stück „Maestro“ ist ein Stationendrama: der gealterte Herbert von Karajan zieht sich in sein Haus in Anif zurück und sieht sich im Keller im Ton- und Musikstudio seine Home-Videos an. Die Erinnerung setzt ein. Die Kindheit, der Krieg, die Karriere, Salzburg, Berlin, Frauen, Freunde, Konkurrenten, Kritiker und Träume tauchen auf und wieder ab in das Dunkel der Einsamkeit eines alten Mannes. Der große Dirigent lebt schließlich in seinem Gefängnis der Wünsche. Karajans Wunsch war es zeitlebens, die perfekte Kunst in den Philharmonien der Welt, bei den Salzburger Festspielen, sowie in Einspielungen auf Schallplatte, CD und den Videos eigener Auftritte und Inszenierungen darzubieten. Aber schließen sich Perfektion und Kunst nicht aus? Karajan galt als machtvoller Perfektionist der Musik und ihrer Vermarktung, als unnahbarer Herrscher des selbst erschaffenen Mythos. In „Maestro“ erleben wir seine Triumphe, aber auch Irrtümer zwischen Politik und Kunst noch einmal neu. Am Ende seines Lebens verliert er die Macht über sein Orchester, die Berliner Philharmoniker. Elias Canetti schreibt über den Dirigenten, dass für ihn „während der Aufführung die Welt aus nichts anderem bestehen soll als aus dem Werk“ und der Maestro genauso lange der Herrscher dieser Welt ist.

Details zur Spielstätte:
Schwarzstraße 22, A-5020 Salzburg

Veranstaltungsvorschau: Maestro - Salzburger Landestheater

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