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Evi Kehrstephan


Nora oder Ein Puppenhaus

16. Feb. bis 14. Juni 2012
Als kritische Beschreibung der Liebe als reiner Tauschwertbeziehung hat Nora bis heute nicht an Sprengkraft verloren. Henrik Ibsen zeichnet ein Bild menschlicher Beziehungen, die von Status, Macht und Besitzdenken bestimmt sind.

Torvald Helmer ist zufrieden mit sich und seinem Leben: Demnächst wird er zum Bankdirektor befördert, zu Hause hat er drei gesunde Kinder und mit „Norachen“ eine zauberhafte Frau. Nora hütet ein dunkles Geheimnis. Vor Jahren fälschte sie bei Rechtsanwalt Krogstad einen Wechsel, um ihrem schwerkranken Gatten damit die Kur zu finanzieren, die sein Leben rettete. Unter dem nun genesenen angehenden Direktor Helmer soll Krogstad entlassen werden. Der Firmenjurist hatte einmal selbst Geld unterschlagen, dies zwar offengelegt und abgebüßt – doch Helmer duldet keinen früheren Kriminellen in seiner Bank. Krogstad erpresst nun Nora, sie soll ihren Gatten umstimmen. Und so rächt sich Noras einstiger Fehltritt: Ihr Mann findet den Erpresserbrief, sieht seine Reputation gefährdet und beschimpft seine Frau aufs Übelste, mit der Fälschung moralisch verwerflich gehandelt zu haben. Als Krogstad von der Erpressung Abstand nimmt, will Helmer seiner Frau noch einmal „verzeihen“. Doch da hat Nora schon keine Illusionen mehr über ihre langjährige Rolle als unmündiges Püppchen. Sie entflieht dem goldenen Käfig und verlässt Mann und Kinder. Unter dem Deckmantel moralischer Integrität dreht sich alles ums Geld. Der Aufsteiger Helmer ist bereit, für seine Karriere die Frau zu opfern, die ihm das Leben rettete. Ohnehin hasste er nichts mehr als Noras „Verschwendungssucht“, und jede seiner Gefühlszuwendung hat ihren Preis.

Regie • Wojtek Klemm

Details zur Spielstätte:
Hofgasse 11, A-8010 Graz

Veranstaltungsvorschau: Nora oder Ein Puppenhaus - Schauspielhaus Graz - Haus EINS

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