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Vera Bommer


Der Zauberberg

12. Jan. bis 17. Mai 2018
Ein zentrales Motiv des postfaktischen Zeitalters ist die Krankheit. Beschworen wird eine kranke Gesellschaft, bedroht vom Krebsgeschwür der Überfremdung, geschwächt von einer pathologischen Lügenpresse und gelähmt von einer zahnlosen, anämischen Bürokratie. Und während die Werte der nationalen Identität dahinsiechen, steuert das emanzipatorische Projekt Europa geradewegs in den Untergang.

In seinem 1924 geschriebenen Roman „Der Zauberberg“ zeichnet Thomas Mann das Bild eines Europas, das in dicke Decken gehüllt die Katastrophe des Ersten Weltkrieges erwartet. Im Sanatorium Berghof, abgeschieden in den Schweizer Alpen gelegen, scheint sich die Zeit in eine absolute Gegenwart aufzulösen. An jenem wagnerianisch-dionysisch pulsierenden Ort ringen der Humanist Settembrini und der Terrorist Naphta um Einfluss auf den dort gestrandeten, braven, jungen Hamburger Kaufmannssohn Hans Castorp. An diesem Parzival des deutschen Bürgertums soll sich stellvertretend entscheiden, ob sich Europa doch noch einmal am eigenen Schopf aus seinem eschatologischen Sumpf ziehen kann, oder ob es den radikalen Ideologen verfällt.

Details zur Spielstätte:
Hofgasse 11, A-8010 Graz

Veranstaltungsvorschau: Der Zauberberg - Schauspielhaus Graz - Haus EINS

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