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Arche Noah

7. Feb. 2009
Von den Missständen, den Menschen an den Rändern der Gesellschaft.

In Graz am Ende der Leonhardstraße gibt es ein kleines Dorf, errichtet aus 26 Baucontainern, in dem seit 1993 Obdachlose ihr Heim gefunden haben. Man sieht es nicht gleich, da es eingeschlossen von einer Mauer, einer Gärtnerei, einem Friedhof und vielen Büschen ein wenig Schutz bietet. Wolfgang Pucher, Pfarrer der Kirche St. Vinzenz, hat hier das so genannte Vinzi-Dorf errichtet, um gescheiterten Menschen eine neue Heimat zu geben und sie in Würde leben und altern zu lassen. Hier können sie essen, schlafen, sich waschen – und auch alkoholkranke Menschen sind nicht ausgeschlossen. Vor den dicht aneinander gereihten Containern stehen kleine Tische, einfache Klappstühle und ein paar Blumen, man hört Musik, die Sonne scheint. Auf den ersten Blick scheint erst einmal alles in Ordnung. Allein die Friedhofsbesucher gleich nebenan könnten sich gestört fühlen durch die Musik. Das alles erinnert einen fast an bürgerliche Kleingärten. Und die Frage drängt sich auf: Wie sicher sind denn eigentlich die wesentlich besser situierten Bürgerlichen in ihrer Welt? Mit wie wenigen Fehltritten kann man aus der sozialen Mitte fallen? Und wer wird einen retten? Gibt es ein Zurück, wenn man einmal aus dem gesellschaftlichen Zentrum gefallen ist? Frank Abt besucht in seinem Grazer Projekt die gescheiterten, gestrandeten, obdachlosen, heimatlosen, einsamen Grazer, um von ihrem Leben in einem Theaterabend zu erzählen.

Details zur Spielstätte:
Hofgasse 11, A-8010 Graz

Veranstaltungsvorschau: Arche Noah - Schauspielhaus Graz - Haus EINS

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