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Bild: Ballsaal des ResidenzschlossesFoto: Residenzschloss

Einzigartiges Open-Air-Theaterspektakel

Das große Abenteuer. Denn alles ist neu: das Stück, die Sicht, die Musik.
Schloss 2-4, -04600 Altenburg

Es ist eine spannende Story, aus der die Stadt gemeinsam mit Theater & Philharmonie Thüringen, Landestheater Altenburg, eine Erfolgsgeschichte schmiedete. Diese Festspiele wurden zum Publikumsmagneten, der die 1000-jährige Residenzstadt weit über die Region hinaus ins Gespräch brachte. Seit dem Premierenjahr 2005 erlebten mehr als 45000 Besucher die 54 Aufführungen der Altenburger Prinzenraub-Festspiele am Originalschauplatz im Hof des Residenzschlosses.
Natürlich geht es um sächsisch-thüringische Geschichte, um das Fürstengeschlecht der Wettiner, um die albertinische und die ernestinische Linie. Und es geht um einen bis heute ungelösten spannenden Kriminalfall, um politische Intrigen, die sogar internationale Dimensionen annahmen. Opfer war in jedem Fall der Kriegsmann Kunz von Kauffungen, einer der besten und klügsten Ritter im Reich. Es ist die Zeit des Niedergangs des Spätmittelalters, und es zeichnet sich die beginnende Renaissance ab. Alles ist im Wandel – alte Werte scheinen nicht mehr gültig zu sein, die neuen haben sich noch nicht durchgesetzt.
Kunz hatte sich aufseiten des Kurfürsten Friedrich II. im sogenannten Bruderkrieg befunden, geriet in Kriegsgefangenschaft, aus der er sich mit 4000 Gulden freikaufte. Das Geld und Sachwerte will er vom Kurfürsten zurück. Er bekommt nichts und klagt vergebens. Im Gegenteil, er wird des Landesverrats beschuldigt. Von Kauffungen ist empört. Mit Gleichgesinnten entschließt er sich zu gewaltsamen Gegenmaßnahmen – er raubt die Prinzen Ernst (14) und Albrecht (12) bei Nacht und Nebel aus dem Altenburger Schloss. Dieses Kidnapping ist ein zu dieser Zeit völlig erlaubtes und probates Mittel der Fehde. Er wird mehrere Tage gejagt, gefangen genommen und ohne Prozess am 14. Juli 1455 in Freiberg (Sachsen) auf dem Marktplatz hingerichtet. Die seinerzeitigen Umstände, jene seiner Gefangennahme und die intrigenhaften politischen Hintergründe waren stets und sind bis heute Anlass zu Spekulationen, beschäftigen Rechtsgelehrte wie Historiker gleichermaßen. Das sehr traditionell angelegte Stück von Ralph Oehme wurde nun drei Jahre überaus erfolgreich gespielt.
Zeit nun für neue Erkenntnisse und Sichtweisen. Diese Wettiner Prinzen waren eigentlich längst schon keine kleinen Kinder mehr, als sie in diesen Zwischenfall gerieten. Der 14-jährige Prinz Ernst hätte die Macht im Staat übernehmen können, er hatte die ersten Lehrgänge in Waffenkunde und diversen Kampfarten überaus erfolgreich bestanden und wurde trotzdem im Schlaf überrascht und geraubt …? Was war in der Nacht vom 7. zum 8. Juli 1455 wirklich los? Und wieso entdeckte man den Überfall erst am nächsten Morgen? Welche Rolle spielt das berühmte Königsschloss der Böhmen – der Hradschin in Prag? Hinter all dem steckt ein großes Abenteuer von Flucht und Sehnsüchten …
Nun wird es wieder ein Premierenjahr, die Bühne wurde gedreht, Stoppok, der tolle deutsche Rockpoet, schreibt mittelalterliche Musik zum neuen Stück der renommierten Autorin Dr. Kathrin Lange. Nur so viel: Artisten, Schauspieler, Stuntleute, Musiker und Tier-Acts! Darunter wieder über 200 ehrenamtliche Bürger der Region. Sie spielen neben den Schauspielern des Theaters, und insgesamt agieren über 300 Mitwirkende vor, auf und hinter den Bühnen, die für ein Theaterspektakel der Extraklasse mit einer herzerwärmenden Story sorgen. Wirklich aufregend!
Das erfolgreiche Rahmenprogramm der letzten Jahre wird selbstverständlich beibehalten! Der Hofnarr, Marketenderinnen, Wegelagerer, Kämpfer mit ihren Spießgesellen, der stärkste Mann der Welt, die Rabenbrüder freuen sich ebenso auf die Festspiele wie die Händler aus dem Altenburger Raum, die für die Versorgung mit Speis und Trank oder das eine oder andere Andenken zuständig sind. An allen drei Festspielsonntagen beginnt das Rahmenprogramm für alle interessierten Gäste bereits um 14 Uhr.

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