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Opern, Operetten und Musicals

Welche Musikproduktionen stehen in den nächsten Monaten auf dem Programm der österreichischen Bühnen? SIMsKultur präsentiert einen Überblick.

Wien

Wiener Staatsoper

Eugen Onegin
von Peter Iljitsch Tschaikowsky
Premiere: 9. März 2009
Auf der offiziellen Website von Falk Richter (www.falkrichter.com), der für diese Inszenierung verantwortlich zeichnet, findet sich ein sehr interessanter E-Mail-Austausch, den der 1969 in Hamburg geborene Regisseur und Autor anlässlich einer Musiktheaterproduktion für die RuhrTriennale geführt hat. Hier lässt Richter Einblicke in den konzeptuellen Entstehungsprozess seiner Arbeiten zu. Und verweist auch auf die sehr umstrittene Freischütz-Inszenierung im Rahmen der Salzburger Festspiele (2007). Es wird also spannend für das Wiener Opernpublikum, welche Deutung Richter für Tschaikowskys populäre Oper rund um die Liebesnöte der russischen Aristokratie entwickelt. In der Titelpartie ist Simon Keenlyside zu erleben, weiters wirken Tamar Iveri (Tatjana), Nadia Krasteva (Olga), Ramón Vargas (Lensky) und Ain Anger (Fürst Gremin) mit. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Seiji Ozawa.

Das Rheingold
von Richard Wagner
Premiere: 2. Mai 2009
Nach der Götterdämmerung (Premiere war am 8. Dezember 2008) folgt nun also jene Oper, in der die grundlegenden Konflikte von Wagners Ring des Nibelungen aufgeschlüsselt werden. Auch hier übernimmt Sven-Eric Bechtolf die Regie, auch hier steht Franz Welser-Möst am Pult. In dieser kürzesten Oper der Tetralogie steht der finnische Bassbariton Juha Uusitalo als Gott Wotan auf der Bühne, zudem sin-gen Janina Baechle (Fricka), Adrian Eröd (Loge), Anna Larsson (Erda) und Tomasz Konieczny (Alberich).

Volksoper

Die lustigen Nibelungen
von Oscar Straus, Premiere: 20. Dezember 2008
Oscar Straus’ Nibelungen-Persiflage wurde nach der Uraufführung am 12. November 1904 im Wiener Carltheater stürmisch bejubelt. Militärisches Imponiergehabe und germanische Überheblichkeit stehen im Mittelpunkt des parodistischen Geschehens. Musikalisch setzt sich der Komponist immer wieder humorvoll mit dem großen Vorbild Richard Wagner auseinander. Die Neuproduktion an der Volksoper liegt in den Händen von Direktor Robert Meyer, der damit erstmals an seinem Haus Regie führt. Dirigent: Andreas Schüller, unter anderen mit Michael Kraus, Regula Rosin, Kurt Schreibmayer und Martina Dorak.

Kehraus um Sankt Stephan
von Ernst Krˇenek, Premiere: 24. Januar 2009
Krˇeneks 1930 entstandenes, aber erst 1990 in Wien uraufgeführtes Werk thematisiert den Todestanz der eben untergegangenen Donaumonarchie. „Kehraus um Sankt Stephan ist ein Werk von schlechthin visionärer Größe“, erklärt Regisseur Michael Scheidl. „Es zeichnet eine skrupellose, machtgeile, ausbeuterische Gesellschaft des Herbsts 1918, erfüllt von politischem Zynismus, sozialer Gleichgültigkeit, grenzenloser Oberflächlichkeit und einer Geldsucht, wie sie in dieser Ausschließlichkeit und Intensität eigentlich erst jetzt Realität geworden ist. Was Krˇenek damals als Satire bezeichnet hat, liest und hört sich heute als dramatisierte Dokumentation eines real existierenden Materialismus.“ Die musikalische Leitung dieser Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen hat Gerrit Prießnitz über, auf der Bühne steht unter anderem der famose Roman Sadnik als ehemaliger Rittmeister Brandstetter.

Guys and Dolls
von Frank Loesser
Premiere: 1. März 2009
Frank Loessers preisgekröntes Musical, das mit Marlon Brando und Frank Sinatra 1955 auch verfilmt wurde, erlebt – nach einer konzertanten Produktion 2002 im Konzerthaus – nun seine tatsächliche österreichische Erstaufführung. Das Broadway-Märchen ist im Milieu der New Yorker Kleingangster angesiedelt.
Dort spielen sich zwei „unmögliche“ Liebesgeschichten ab: Wird der Wettvirtuose Sky Masterson es schaffen, die ehrbare Sarah von der Heilsarmee herumzukriegen? Und wird der Würfelimpresario Nathan endlich seine Langzeitverlobte, die Nachtklubsängerin Adelaide, ehelichen?

Fra Diavolo
von Daniel-François-Esprit Auber
Premiere: 16. Mai 2009
Daniel-François-Esprit Auber (1782 bis 1871), der französischen Geist und Witz (eben Esprit) nicht nur im Namen trug, schuf über 40 Opern, viele davon basierend auf Libretti des legendären Eugène Scribe. Als sein Hauptwerk gilt zwar die historische Oper Die Stumme von Portici, ein großer und kühner Wurf. Und doch: Noch deutlicher entfaltete sich seine Meisterschaft im Genre der Opéra comique, wie der zwei Jahre jüngere Fra Diavolo (1830) bezeugt. Die auf historischen Fakten beruhende süditalienische Räubergeschichte zählt – auch dank einer attraktiven Titelpartie und zweier dankbarer Komikerrollen – zu den Perlen der französischen Spieloper. Nun wird Fra Diavolo von Josef Ernst Köpplinger an der Volksoper neu inszeniert.

Ariadne auf Naxos
von Richard Strauss
Premiere: 7. Juni 2009
Vor dem Hintergrund eines Wettstreits zwischen tragischer und komischer Oper erzählt dieses vielschichtige Meisterwerk von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal von verlorener und wiedergefundener Liebe, von Leiden und Verwandlung. Mit der 1912 (erste Fassung) beziehungsweise 1916 uraufgeführten Oper feierte Regisseur Josef Ernst Köpplinger im September 2007 seinen „sehr gelungenen Einstand“ (Kurier) als Intendant des Klagenfurter Stadttheaters. Diese Erfolgsproduktion ist nun auch an der Volksoper Wien (die zum letzten Mal im Jahr 1943 eine Ariadne im Repertoire hatte!) zu sehen.

Wiener Kammeroper

Le pescatrici – Die Fischerinnen
von Joseph Haydn
Premiere: 21. Februar 2009
„Einmal mehr macht sich die Kammeroper daran, das in Wien so spärlich gespielte Repertoire der Wiener Klassik abseits von Mozart durch die (Wieder-)Entdeckung eines ehemals ausgesprochen erfolgreichen Haydn-Werks zu bereichern“, erklärt Regisseur Peter Pawlik über diesen spannenden Beitrag der Kammeroper zum Haydn-Jahr 2009 (musikalische Leitung: Daniel Hoyem-Cavazza). Le pescatrici, basierend auf einem Theaterstück von Carlo Goldoni, wurde 1770 uraufgeführt und teilt das bekannte Schicksal vieler früher Opern Haydns: in Vergessenheit geraten zu sein. Grund dafür war ein 1779 im Esterházer Theatergebäude wütendes Feuer, bei dem eine Vielzahl wertvoller Autografe vernichtet wurde, darunter eben auch Teile von Haydns erster Opera semiseria. Die Wiener Kammeroper präsentiert nun diese außergewöhnliche Opernrarität in der Fassung von Howard C. Robbins Landon und Karl Heinz Füss, die einige Teile (insbesondere im zweiten Akt) im Stil Haydns rekonstruieren mussten.

Owen Wingrave
von Benjamin Britten
Premiere: 23. Mai 2009
Brittens vorletzte, auf einer Novelle von Henry James beruhende und als „Television Opera“ konzipierte Oper wird nun als österreichische Erstaufführung in Wien gezeigt. Neben seinem War Requiem spiegelt dieses Werk, das 1971 zum ersten Mal von der BBC ausgestrahlt wurde und zwei Jahre später in Covent Garden seine Bühnenpremiere hatte, am eindringlichsten das pazifistische Bekenntnis des Komponisten wider: Anders als all seine männlichen Vorfahren will Owen keine militärische Laufbahn einschlagen; seine Weigerung provoziert heftige Reaktionen seiner Familie und Freunde. Für Regisseurin Nicola Raab ist es „eine Oper, die sich ganz auf das Innenleben im Konflikt mit der Außenwelt während der letzten paar Tage im Leben einer einzelnen Person konzentriert“. Musikalische Leitung: Daniel Hoyem-Cavazza.

Steiermark

Oper Graz

Nabucco
von Giuseppe Verdi
Premiere: 24. Januar 2009
Giuseppe Verdis erste Erfolgsoper besticht vor allem durch die Kombination von groß dimensionierten Chorszenen – allen voran der berühmte Gefangenenchor –, Szenen von höchst eindringlicher Bildhaftigkeit und der exemplarischen Demonstration der Nichtigkeit irdischer Machtansprüche. Das 1842 an der Mailänder Scala uraufgeführte Werk basiert auf der dem Alten Testament entnommenen Geschichte von Nebukadnezar, dem König der Babylonier: Nabucco (Mark Rucker/Boris Statsenko) hat Jerusalem eingenommen, den Tempel zerstört und das Volk Israel nach Babylonien deportieren lassen. In seinem Machtrausch und aus Selbstüberhebung ruft sich Nabucco zum Gott aus. Da schleudert Jehova einen rächenden Blitzstrahl herab und straft Nabucco mit Wahnsinn. Nun glaubt Abigail (Mlada Khudoley), die für Nabuccos Erstgeborene gehalten wird, aber tatsächlich nur die Tochter einer Sklavin ist, ihre Stunde sei gekommen … Regie: Jörg Koßdorff, musikalische Leitung: Johannes Fritzsch.

Die Liebe zu den drei Orangen
von Sergej Prokofjew
Premiere: 25. April 2009
In einem Märchenstoff Carlo Gozzis fand Sergej Prokofjew ein faszinierendes Gemisch aus Fantastik, Surrealismus, Parodistisch-Groteskem und Tragischem: Der König ist verzweifelt, denn die Melancholie seines Sohnes scheint unheilbar zu sein. Wenn es nicht gelingt, ihn zum Lachen zu bringen, muss er sterben. Da kommt die böse Fata Morgana zu Fall, und der Prinz bricht in schallendes Gelächter aus. Doch noch ist das glückliche Ende nicht gekommen, denn der Prinz wird dazu verflucht, sich in drei Orangen zu verlieben. Diese sind allerdings nichts anderes als Prinzessinnen. Über diese von der Komischen Oper Berlin übernommene Inszenierung von Andreas Homoki jubelte die Fachzeitschrift Opernwelt: „Dieser Prokofjew geht mit solch ansteckender Begeisterung über die Bühne, dass das ganze Publikum ganz und gar aus dem Häuschen gerät.“

Così fan tutte
von Wolfgang Amadeus Mozart
Premiere: 30. Mai 2009
In der 1790 am Burgtheater uraufgeführten Oper geht Wolfgang Amadeus Mozart mit seinem kongenialen Librettisten Lorenzo da Ponte der Frage nach der menschlichen Treue nach: Ferrando (Johannes Chum) und Guglielmo (Mathias Hausmann), zwei junge, naive Männer, sind von der Treue ihrer Verlobten Fiordiligi (Maria Bengtsson) und Dorabella (Kirstin Chávez) derart überzeugt, dass sie diese ohne die geringsten Bedenken auf die Probe stellen. In Graz ist nun die Inszenierung von Peter Konwitschny zu erleben, der mit dieser Interpretation bereits an der Komischen Oper Berlin und in Schweden gefeiert wurde. Musikalische Leitung: Johannes Fritzsch.

Oberösterreich

Landestheater Linz

Le nozze di Figaro
von Wolfgang Amadeus Mozart
Premiere: 14. Februar 2009
Die in Frankreich gerade wegen ihrer aufrührerischen Tendenz beliebte Komödie von Beaumarchais war in Wien verboten. Aber Kaiser Joseph II. ließ sich von dem Librettisten da Ponte überzeugen, dass Opern grundsätzlich ganz und gar ungefährlich seien – mit dieser Finte brachte er Figaro 1786 auf die Bühne des Hoftheaters. Und so kam es, dass vor einem adligen Publikum in Anwesenheit des Kaisers am Ende einer „harmlosen“ Oper ein Graf seine bürgerliche Gattin vor den Bediensteten um Verzeihung bitten muss. Mozarts Charakterstudien, die über alles bis dato bekannte Opernmaß differenziert erscheinen, und die Vielschichtigkeit seiner Musik tun ihr Übriges, um den Rahmen einer bloß komischen Oper zu sprengen. Inszenierung: Olivier Tambosi, musikalische Leitung: Dennis Russell Davies/Marc Reibel.

Manon
von Jules Massenet
Premiere: 4. April 2009
Roland Schwab inszeniert, und Alexander Drcˇar beziehungsweise Alexander Hannemann dirigieren Massenets 1884 uraufgeführte Oper, die nicht zuletzt durch die TV-Übertragung mit Anna Netrebko neue Freunde fand. Dass die Geschichte von der Liebe des Chevaliers des Grieux zu der leichtlebigen Manon Lescaut geradezu nach Musik und Oper schreit, haben neben Massenet übrigens auch andere bemerkt: Vor ihm verliebte sich der Altmeister der Grand Opéra, Daniel-François-Esprit Auber, und nach ihm der junge Giacomo Puccini in Manon. Massenet stand nach einer Reihe von Welterfolgen jedoch auf dem Gipfel seiner Kunst und besaß deshalb wie kein anderer die Mittel, um das Porträt einer noch hilflos zwischen tiefen Empfindungen und einem ungestümen Vergnügungsdrang schwankenden Kindfrau zu zeichnen. Die Bezeichnung „Opéra comique“ weist wie bei der wenig älteren Carmen auf turbulente Milieuschilderungen und viel brillante Satire bei den Nebenfiguren hin.

Lady Macbeth von Mzensk
von Dmitri Schostakowitsch
Premiere: 23. Mai 2009
Schostakowitschs Katerina Ismailowa, die Lady Macbeth von Mzensk, ist sicher die stärkste und rücksichtsloseste Frau der Operngeschichte – aber auch sie kann ihr Glück nicht festhalten. In Schostakowitschs Biografie nimmt diese „Tragödie-Satire“, wie er sie selbst nannte, eine Bruchstelle ein: Nach der Uraufführung 1934 in Leningrad, dem heutigen Sankt Petersburg, ging die Oper innerhalb kurzer Zeit um die ganze Welt. Als sie jedoch 1936 ins Moskauer Bolschoitheater kam, wo Stalin in seiner Loge saß, endete jäh ihr Siegeslauf. Zwei Tage nach der Premiere erschien der berühmt-berüchtigte Prawda-Artikel „Chaos statt Musik“, in dem die Oper als Ausdruck von „linksradikaler Zügellosigkeit“ und „kleinbürgerlichem Neuerertum“ gegeißelt wurde. Das folgende Aufführungsverbot zerstörte Schostakowitschs Karriere. Nur sehr langsam konnte sich der Komponist von diesem Schlag erholen; eine Oper komponierte er nie wieder. Inszenierung: Andreas Baesler, musikalische Leitung: Ingo Ingensand/Marc Reibel.

Kammerspiele
Picknick im Felde
von Constantinos Stylianou
Premiere: 20. Februar 2009
Der 1972 geborene griechisch-zypriotische Komponist Constantinos Stylianou hat selbst die Antikriegsparabel des 1932 geborenen Spaniers Fernando Arrabal als Libretto eingerichtet, um seiner Musik den entsprechenden Raum zu geben. Der Inhalt kreist um den Soldaten Zapo (Christian Zenker) und den Kriegsgefangenen Zapo (Iurie Ciobanu). Als man angeregt darüber diskutiert, wie man Krieg vermeiden könnte, geschieht plötzlich etwas Unerwartetes. Constantinos Stylianou legt in seiner Oper Wert auf planvolle Formgebung, nutzt aber alle Möglichkeiten der menschlichen Stimme vom Sprechen bis zur großen vokalen Geste und alle Ausdrucksvaleurs eines Kammerorchesters, um theatralische Unmittelbarkeit zu erreichen. Thomas Ribitzki inszeniert diese Zusammenarbeit mit Linz09, es dirigieren Ingo Ingensand beziehungsweise Borys Sitarski.

Salzburg

Salzburger Landestheater

Tod in Venedig
von Benjamin Britten
Premiere: 18. Januar 2009
Mit kaum einem anderen seiner Werke, mit kaum einer anderen Figur dürfte sich Benjamin Britten selbst so sehr identifiziert haben wie mit Gustav von Aschenbach, dem Schriftsteller, der auf der Suche nach neuer Inspiration nach Venedig reist und sich dort in den polnischen Knaben Tadzio verliebt. In einer Klarheit wie nie zuvor gelingt es ihm im Verbund mit seiner Librettistin, die sich mit dem äußeren Handlungsablauf des Librettos streng an die Vorlage Thomas Manns gehalten hat, das zentrale Problem seines künstlerischen und persönlichen Lebens herauszuarbeiten: des Wechselspiels zwischen künstlerischem, kreativem Schaffen und Sexualität. Die faszinierende Atmosphäre der Oper wird von einer ungemein anspruchsvollen und gedanklich reichen Musik erzeugt: Gleißend farbenfrohe Schlagwerkklänge rund um den Knaben Tadzio treffen auf klavierbegleitete Rezitative, die Aschenbachs Gedanken ausdrücken und doch wie eine Zusammenfassung des Lebenswerks Brittens wirken. Inszenierung: Steven Medcalf, musikalische Leitung: Kai Röhrig, in der Partie des Gustav von Aschenbach ist Timothy Robinson beziehungsweise Robin Leggate zu erleben.

Die Entführung aus dem Serail
von Wolfgang Amadeus Mozart
Premiere: 19. April 2009
Nach dem großen Erfolg seiner Don Giovanni-Inszenierung 2003/04 setzt sich Regisseur Peter Dolder erneut mit einem zentralen Werk Mozarts auseinander. Das vielleicht liebenswürdigste Bühnenwerk des Salzburger Komponisten, uraufgeführt 1782, erzählt neben der Geschichte von Konstanze und Belmonte – der Geschichte einer treuen Liebe – vom Zusammenprall zweier Kulturen und Religionen, fragt nach der Tragfähigkeit von Beziehungen, forscht nach den Ängsten der Figuren und deren Liebe. Musikalische Leitung: Johannes Wildner.

Kärnten

Stadttheater Klagenfurt

Les Misérables
von Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg nach dem Roman von Victor Hugo
Premiere: 12. Februar 2009, Sommertermine: 23. Juli bis 12. August 2009
Das 1985 uraufgeführte, weltweit umjubelte und vielfach preisgekrönte Musical kreist um Jean Valjean, der nach 19 Jahren Zuchthaus auf Bewährung entlassen wird. Unter falschem Namen gelingt es ihm,
sich eine neue, bürgerliche Existenz aufzubauen. Als sein Erzfeind, Polizeikommissar Javert, hinter Valjeans wahre Identität kommt, scheinen seine Tage gezählt. Doch Valjeans Verantwortungsgefühl für die Prostituierte Fantine hindert ihn daran, sich zu stellen. Das Schicksal der „Elenden“ präsentiert sich in Les Misérables wie ein großes Historiengemälde, und das Musical stellt, wie auch Victor Hugo in seiner literarischen Vorlage, die ewigen Fragen über Recht, Unrecht und Menschlichkeit. Claude-Michel Schönberg unterstreicht dies mit einer klassisch inspirierten Partitur, die neben leisen, anrührenden Balladen und romantischen Liebesduetten auch kraftvoll auflodernde Massenszenen und Ensembles enthält. Josef E. Köpplinger inszeniert die Londoner Originalproduktion, musikalische Leitung: John Owen Edwards.

Die Krönung der Poppea (L’incoronazione di Poppea)
von Claudio Monteverdi
Premiere: 5. März 2009
Monteverdis letzte Oper, 1641 entstanden und stilbestimmend für ganze Komponistengenerationen bis hin zu Georg Friedrich Händel, erzählt eine spannende, zutiefst menschliche Geschichte von der subversiven Kraft großer Leidenschaften und der explosiven Vereinigung von Lust und Macht. In ihrem Zentrum steht die schöne Kurtisane Poppea, der alle Mittel recht sind, um an der Seite des egomanischen Nero römische Kaiserin zu werden. Regie: Laurent Laffargue, musikalische Leitung: Michael Brandstätter.

Tirol

Tiroler Landestheater
Großes Haus

Les contes d’Hoffmann (Hoffmanns Erzählungen)
von Jacques Offenbach
Premiere: 7. Februar 2009
Jacques Offenbach erfüllte sich mit seinem letzten Werk einen lang gehegten Wunsch: Nach zahlreichen Operetten schuf er nun die ersehnte Oper, in der er musikalisch mit einem spannungsvollen Neben- und Gegeneinander von karikierend-komischen und expressiv-tragischen Elementen spielt: Dem Dichter Hoffmann (Daniel Magdal/ Michael Putsch) erscheinen im Rausch drei seiner früheren Geliebten – die perfekte Olympia, die sich als Automat entpuppt, die lungenkranke, der Kunst geweihte Antonia, die sich buchstäblich zu Tode singt, und die venezianische Kurtisane Giulietta, die Hoffmann skrupellos sein Spiegelbild raubt. Regie: Brigitte Fassbaender, musikalische Leitung: Jochen Rieder.

My Fair Lady
von Frederick Loewe und Alan Jay Lerner
Premiere: 4. April 2009
Es grünt so grün im Frühling in Innsbruck … Das charmante Erfolgsmusical rund um den eingefleischten Junggesellen Professor Higgins (Cristo Melingo) und das Blumenmädchen Eliza Doolittle (Ines Lex) wird in der Inszenierung von Dale Albright auf die Bühne gebracht. Der gebürtige US-Amerikaner, der seit 1993 am Tiroler Landestheater wirkt – erst als Sänger und später, seit 2001, auch als Regisseur –, ist musicalerfahren: Zuletzt setzte Albright The King and I in Szene. Die musikalische Leitung hat der Innsbrucker Hansjörg Sofka über, von 1999 bis 2003 Dirigent beim Tiroler Ensemble für Neue Musik und seit der Saison 2001/02 am Tiroler Landestheater.

Rigoletto
von Giuseppe Verdi
Premiere: 9. Mai 2009
„Der großartigste Stoff und vielleicht das größte Drama der Moderne“, schrieb Verdi über Victor Hugos Drama Le roi s’amuse begeistert und verwendete es (allerdings mit einigen wesentlichen Änderungen, um einem Verbot zu entgehen) für seine in einem wahren Schaffensrausch komponierte Oper – die erste der „Trilogia popolare“ (gemeinsam mit Il Trovatore und La Traviata), in der Außenseiter im Mittelpunkt stehen: Der bucklige Hofnarr Rigoletto steht in Diensten des skrupellosen Herzogs von Mantua. Rigolettos ganze Sorge gilt seiner Tochter Gilda, die er vor den Avancen des Herzogs bewahren will. Als er jedoch miterlebt, wie sie dessen berechnenden Liebesschwüren erliegt, schwört er Rache und engagiert den Auftragsmörder Sparafucile. Die Inszenierung der 1851 in Venedig uraufgeführten Oper hat Marina Wandruszka über, die musikalische Leitung Leif Klinkhardt.

Wozzeck
von Alban Berg
Premiere: 13. Juni 2009
Der Soldat Wozzeck steht ganz unten in der sozialen Rangordnung. Seine finanziellen Mittel reichen weder für ihn selbst noch für Marie und ihr gemeinsames uneheliches Kind. Er verdient sich ein paar Groschen dazu, indem er seinen Hauptmann rasiert und sich dem Doktor für Menschenversuche zur Verfügung stellt. Diesem berichtet er auch von seinen Halluzinationen über Tod und Weltuntergang, die der Doktor mit seinen Versuchen in Zusammenhang bringt. Als Maries Affäre mit dem Tambourmajor auffliegt, nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Nachdem er Georg Büchners Dramenfragment Woyzeck 1914 auf der Bühne gesehen hatte, entschloss sich Alban Berg spontan zur Vertonung. Die Uraufführung fand 1925 unter der musikalischen Leitung Erich Kleibers statt. Dieses Schlüsselwerk des Musiktheaters des 20. Jahrhunderts wird nun in Innsbruck von Gregor Horres inszeniert und von Johannes Debus dirigiert.

Kammerspiele
Hofers Nacht
von Florian Bramböck
Premiere: 5. April 2009
Als Auftragswerk für das Tiroler Landestheater komponiert der Tiroler Komponist und Jazzsaxofonist Florian Bramböck eine Oper über den Tiroler Volkshelden Andreas Hofer. Sein Librettist Alois Schöpf hat aus historischen Dokumenten eine Collage entworfen, die in Form einer Moritat einen Querschnitt durch Hofers wichtigste Lebensstationen zeigt – von der Bergisel-Schlacht über seine Flucht, den Verrat an ihm und seine Gefangenschaft in Mantua bis hin zu seinem Tod. Auf diesem Weg begegnet der Zuschauer einer Vielzahl von Figuren, die von vier Sängern in wechselnden Rollen dargestellt werden. Regie: Norbert Mladek, musikalische Leitung: Christoph Lichdi.

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