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Basilika Ottobeuren

Ottobeurer Konzerte 2010

Bruckner, Schubert, Brahms & Haydn Das erste Basilikakonzert 2010 wird von Kent Nagano dirigiert, der mit dem Bayerischen Staatsorchester zum ersten Mal in Ottobeuren zu Gast ist. Helmuth Rilling zählt seit 1982 zu den prägenden Dirigenten der Ottobeurer Konzerte. Christoph Poppen leitet mit seinem Ensemble zum ersten Mal ein Basilikakonzert.
Marktplatz 14, D-87724 Ottobeuren

Vor 300 Jahren, genau am 8. Mai 1710, fand in Ottobeuren ein zukunftsweisendes Ereignis statt. P. Rupert Neß, Sohn eines Schlossers aus Wangen, wurde zum Abt gewählt. Er studierte in Salzburg, wurde 1694 zum Priester geweiht und war seit 1702 Ökonom des Reichsstifts. Als neuer Abt war er der richtige Mann am richtigen Ort zur richtigen Zeit. Er war fromm, ein vorbildlicher Mönch, ein kluger und tatkräftiger Staatsmann für das Reichsstift Ottobeuren. Als er einmal für seine großzügige Bautätigkeit vom Abt von Neresheim kritisiert wurde, sagte er, dass er noch einen kostbaren Tempel bauen werde, der alles hier Geschaffene in den Schatten stellen werde. Und das nicht zur eigenen Ehre, sondern zur Ehre der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Auch wenn er selbst die Vollendung dieses Werks nicht erleben konnte, hat er dazu Weichen gestellt, sodass sein Nachfolger zur Tausendjahrfeier der Abtei „Das Haus Gottes und der Himmel Pforten“ einweihen konnte. Das ist für Ottobeuren der Raum, in dem die Musik seit dem Jahr 1949 mit Beginn der Ottobeurer Konzerte zu ­einem tiefen Erlebnis geworden ist.

Basilikakonzerte 2010
Den Auftakt der Konzerte 2010 bilden die Symphonie Nr. 7 von Anton Bruckner und die Symphonie Nr. 7 – „Die Unvollendete“ von Franz Schubert am 27. Juni mit dem Bayerischen Staats­orchester unter der Leitung von Kent Nagano. Dieses Konzert ist bereits ausverkauft!

Die 7. Symphonie von Anton Bruckner, entstanden 1881 bis 1883, gehört mit ihren majestätischen Melodien und gewaltigen Steigerungen zu den größten symphonischen Meisterwerken aller Zeiten. Trotz ihrer riesigen inneren wie äußeren Dimensionen ist die Siebte die klangschönste und auch die zugänglichste Symphonie aus der Feder Anton Bruckners; sie ist König Ludwig II. von Bayern gewidmet. Zur Aufführung kommt das Werk zusammen mit der „Unvollendeten“ von Franz Schubert. Erst 37 Jahre nach Schuberts Tod kam die Symphonie h-Moll, die als „Unvollendete“ weltberühmt wurde, zur Uraufführung. Schubert hatte die Partitur dem begnadeten Komponisten Anselm Hüttenbrenner nach Graz geschickt, wo sie erst 1865 der Dirigent Johann Herbeck in einer Schreibtischschublade fand und die Sinfonie noch im selben Jahr in Wien uraufführte.
Am zweiten Konzertsonntag, 25. Juli, kommt Ein Deutsches Requiem von Johannes Brahms mit den Stuttgarter Philharmonikern und der Gächinger Kantorei Stuttgart unter der Leitung von Helmuth Rilling in der Basilika Ottobeuren zur Aufführung.

„Seit Bachs h-Moll-Messe und Beet­hovens Missa solemnis ist nichts geschrieben worden, was auf diesem Gebiete sich neben Brahms’ Deutsches Requiem zu stellen vermag“: So hymnisch urteilte einst der schwer zu begeisternde Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick über dieses singuläre Werk der Gattung Requiem, das dem gerade 33-jährigen Johannes Brahms den Durchbruch verschaffte. Mehr noch: Das Deutsche Requiem sollte eines von Brahms’ populärsten Werken werden.

Es gibt in der Musikgeschichte wohl kaum ein anderes Opus, das seit seiner ­Uraufführung eine so ungebrochen begeisterte Aufnahme erfährt wie Die Schöpfung. Diese wird von der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken Kaisers­lautern und dem Chor des Bayerischen Rundfunks am 26. September unter der Leitung von Christoph Poppen präsentiert. Otto­beuren hat zu Joseph Haydn und seinem Werk eine besondere Beziehung. Hier erklang das Oratorium bereits 1801, zwei Jahre nach der Uraufführung in Wien. Die nächste Aufführung fiel auf das Todesjahr von Joseph Haydn im Jahr 1809, sieben Jahre nach der Säkularisa­tion. Nach ­einem mehr als 100 Jahre dauern­den „Dornröschenschlaf“ war Die Schöpfung das erste Oratorium, das nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 aufgeführt und so zum Wegweiser für die Ottobeurer Konzerte in den folgenden Jahrzehnten wurde.

Für die Kammermusik in ihrer Vielfalt bietet der Kaisersaal einen festlichen Rahmen und lässt durch seine hervorragende Akustik die Werke besonders zur Geltung kommen. Neben den Meisterkonzerten hat im Programm die musizierende Jugend ihren festen Platz.
Die Samstagnachmittagskonzerte lassen die berühmten Orgeln der Basilika erklingen. Dabei ist besonders Adalbert Meier mit seinen Beiträgen über Jahrzehnte in musikalischer und ideeller Hinsicht viel zu verdanken.

Informationen
Touristikamt Kur & Kultur Ottobeuren
Marktplatz 14, D-87724 Ottobeuren
Tel. (+49-83 32) 92 19-50
konzerte@ottobeuren.de
www.ottobeuren.de

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