Bild: Andreas  Schett  Bild: Christof Dienz   Bild: Elektra

Meistersinger und Meisterstücke in Erl

Für den Festspielsommer 2009 hat Intendant, Regisseur und Dirigent Gustav Kuhn wieder ein für Erl typisches, aufregendes Programm zusammengestellt. Im Erler Passionsspielhaus werden den drei großen Operninszenierungen nicht nur Symphoniekonzerte mit dem gefeierten Orchester der Tiroler Festspiele zur Seite gestellt – ein abwechslungsreiches Kammermusikprogramm mit einer Reihe von Uraufführungen in Kirche und Gasthaus und außergewöhnliche Specials erweitern das Angebot der diesjährigen Festspiele.
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Als Opernneuproduktionen präsentiert Gustav Kuhn Ludwig van Beethovens Fidelio und Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg in seiner eigenen Inszenierung, wobei er Letztere so auf die Bühne bringt, wie sie ursprünglich gedacht waren: als Komödie! Daneben kehrt die erfolgreiche Elektra aus 2005 zurück nach Erl. Das Besondere in diesem Jahr: eine gänzlich strichlose Aufführung mit allen von Richard Strauss komponierten Teilen. Rein statistisch gesehen bekommt das Publikum in Erl rund sieben Prozent mehr von Elektra zu hören als im normalen Spielbetrieb. Außerdem ist in Kombination mit der solcherart um ungefähr 350 Takte längeren Oper die Textvorlage Hugo von Hofmannsthals in der vorangehenden Lesung durch Franz Winter als eigenständiges Kunstwerk zu erleben.
Das anspruchsvolle Opernprogramm wird von insgesamt sechs Orchesterkonzerten unter der Leitung von Gustav Kuhn ergänzt, der Peter Iljitsch Tschaikowskys drei letzte Symphonien, jeweils gepaart mit einem Klavierkonzert von Frédéric Chopin, Robert Schumann oder Béla Bartók, dirigieren wird. Sophie Pacini, Davide Cabassi und Jasminka Stancul sind die hochkarätigen Solist(inn)en dieses Zyklus. Zur Eröffnung spielt das Orchester der Tiroler Festspiele am 2. Juli Anton Bruckners Sechste Symphonie, gefolgt von Beethovens Neunter am 4. Juli, bei der auch die Chorakademie der Festspiele sowie Solist(inn)en der Accademia di Montegral mitwirken. Tags darauf erklingt vom selben Klangkörper Franz Schuberts Messe in Es-Dur im Rahmen der Liturgie.
Auch der Kammermusikzyklus begeistert wieder mit einem ausgesuchten Programm: Jeweils montags bis mittwochs während der drei Festspielwochen finden Klavier-, Lieder- und Kammermusikabende unter anderem mit Uraufführungen der österreichischen Komponisten Christof Dienz und Gernot Schedlberger in der Pfarrkirche Erl statt, die drei Donnerstage bieten im Gasthaus Blaue Quelle Konzert-Highlights wie einen waghalsig swingenden Abend mit Tanzlmusitango oder Georg Kreislers Heute Abend: Lola Blau.
Als Specials serviert die Musicbanda Franui gemeinsam mit Sven-Eric Bechtolf am 12. Juli in einer eigenwilligen Mischung mit Schubert- und Johan-
nes-Brahms-(Volks-)Liedern ganz neue „Wagner-Cocktails“. Zwei Open-Air-Veranstaltungen auf der Kranzhornalm und dem Inn – zu sensationellen neuen Klängen des Auftragswerks Auf dem Wasser zu singen von Moritz Eggert – umrahmen diese Matinee. Mit dem Erler Andreas-Hofer-Spiel von Alois Johannes Lippl (1927) leisten auch die Tiroler Festspiele Erl ihren Beitrag zum Tiroler Gedenkjahr 2009. Nach mehr als 80 Jahren ist das Werk am 26. Juli wieder im Passionsspielhaus in Erl zu erleben.
Insgesamt darf man sich auf ein vielfältiges, spannend gemixtes, grenzüberschreitendes Programm der Tiroler Festspiele Erl 2009 unter der künstlerischen Gesamtleitung von Gustav Kuhn freuen.

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