Bild: Versuchshaus R 129  Bild: Versuchshaus R 129

Skizzen für die Zukunft – Werner Sobek: forschen // entwerfen // konstruieren

Die aktuelle Ausstellung der Reihe Architektur im Ringturm widmet sich dem Schnittpunkt zwischen Architektur und Konstruktion, der verstärkt in den Vordergrund des baulichen Gestaltens rückt.
Schottenring 30, A-1010 Wien

Werner Sobek zählt mit seinen vielfältigen Aktivitäten international zu den wichtigs-ten Protagonisten auf diesem Gebiet. Als „forschender, entwerfender und konstruierender Ingenieur“ ist Werner Sobek – in Zusammenarbeit mit namhaften Architekten – bei der Erstellung von oft spektakulären Konzepten ebenso wie als Architekt mit eigenständigen Projekten und viel beachteten Bauten in Erscheinung getreten. Er ist Leiter des ILEK (Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart), er lehrt in Stuttgart und ist Inhaber des Mies-van-der-Rohe-Lehrstuhls am Illinois Institute of Technology.

Skizzen für die Zukunft
Eine Architektur, die den Anspruch besitzt, eine unserer und der kommenden Zeit angemessene Haltung zu formulieren, muss eine Architektur sein, die ihre Materialität und ihre Gestalt nicht durch Gestaltsetzung unter Rückgriff auf tradierte Formen und Materialien, sondern durch Gestaltentwicklung auf der Basis integraler Planungs- und Organisationsprozesse mit Hinblick auf aktuelle und zukünftige Formen des menschlichen Lebens findet.
Die Frage lautet nicht „Wie haben wir gewohnt und gearbeitet?“, sondern „Wie werden wir wohnen und arbeiten?“. Die Antwort hierauf bedingt die unbedingte Antizipation des Kommenden, ein vielleicht hier und da in die falsche Richtung führender, hinsichtlich seiner intellektuellen Vertretbarkeit aber der einzige Weg. Oder, in der Formulierung von Hegel: „… dass die Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist.“
Die Ausstellung gewährt einer breiten Öffentlichkeit erstmalig einen umfangreichen Einblick in das Arbeiten des interdisziplinären Teams, das am Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart unter der Leitung von Werner Sobek tätig ist. Ausgewählte Forschungsprojekte und Studienarbeiten zeigen anschaulich, wie am ILEK die Grenzen des Machbaren ausgelotet und weiter hinausgeschoben werden.
Das Ausstellungskonzept spiegelt den experimentellen, stark vernetzten Prozess des Forschens und Entwerfens am ILEK räumlich wider. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden die verschiedenen Arbeitsgebiete und Forschungsbereiche vier Themenblöcken zugeordnet – auch wenn natürlich zwischen den einzelnen Themen keine klare Grenzziehung möglich oder gewollt ist. Die gezeigten Objekte beziehen sich aufeinander und behandeln Fragestellungen aus ganz unterschiedlichen Bereichen.
Die hier präsentierten Exponate geben einen Einblick in das äußerst vielschichtige und experimentelle Forschen und Entwerfen unter Werner Sobek, das – gleich, ob es sich um bauphysikalische oder tragwerkstechnische, architektonisch-räumliche oder computergenerative Fragestellungen handelt – immer das Ziel verfolgt, leicht, nachhaltig und atemberaubend schön zu bauen.
Durch didaktisch aufbereitete und visualisierte Themen umreißt die Ausstellung den aktuellen Stand der Ingenieurbaukunst in Praxis, Lehre und Forschung.
Aus der Tatsache, dass die Architektur immer näher an die sogenannte „Ingenieurkunst“ heranrückt beziehungsweise sich beide Berufsbilder immer stärker verweben, soll auch dem Publikum eine Möglichkeit des Einstiegs in die Themen Entwurf, Konstruktion, Materialien, Bauen und Forschen geboten werden.

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