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Selbstportrait, 1946 © AndreasFeiningerArchive.comDearbornStation © AndreasFeiningerArchive.comRoute 66, Arizona, 1953, Life Magazine © Time Inc.Spelterinis Ballon Sirius 1910 beim Start in Mürren, Berner Oberland © Sammlung Verkehrshaus der Schweiz, Luzern

Andreas Feininger – That’s Photography

Die Ausstellung im Zeppelin Museum Friedrichshafen zeigt nicht nur das herausragende Werk eines der wichtigsten Fotografen des 20.Jahrhunderts, sondern veranschaulicht darüber hinaus, dass die oftmals getrennt voneinander betrachteten Aspekte von Technik und Kunst in seinem Werk auf beispiellose Art und Weise miteinander verschränkt sind.
Seestraße 22, D-88045 Friedrichshafen

Ein junger Mann betrachtet durch dicke Brillengläser einen Negativstreifen. Die Lupe, die er unsinnigerweise hinter und nicht vor das Negativ hält, vergrößert sowohl das Negativ, das einen Mann zeigt, als auch die Brille des abgebildeten Fotografen, der Andreas Feininger (1930 bis 1999) selbst ist. Im Bild werden die „Werkzeuge“ des Fotografen auffällig betont, denn sowohl der bildauslösende Zeigefinger der rechten Hand als auch das rechte Auge, mit dem der Fotograf normalerweise durch die Linse schaut, stechen als dominante Bildbestandteile hervor. Das Selbstporträt ist somit mehr als nur das Abbild des Fotografen, es ist vielmehr das programmatische Selbstbildnis eines selbstbewussten Künstlers.
Feininger, den das Zeppelin Museum mit einer Einzelausstellung präsentiert, ist bekannt für tiefsinnige und ausgefeilte fotografische Kompositionen, wie sie in Selbstportrait (1946) exemplarisch zutage treten.
Feininger wurde am Bauhaus in Dessau zum Architekten ausgebildet und arbeitete schon sehr früh mit Größen wie Le Corbusier und Kurt Elster zusammen. Nachdem er 1933 über Stockholm in die USA emigrierte, fand er in New York, wo er ab 1939 lebte, sehr schnell eine feste Anstellung bei dem renommierten Life Magazine. Seit dieser Zeit entstanden seine weltbekannten Stadtansichten und Porträts, die neben seinen experimentellen Arbeiten und den Landschaftsaufnahmen in der Ausstellung präsentiert werden.
Zur Fotografie kam er durch die bittere Erkenntnis, dass kaum ein Fotograf das Wesen der Architektur derart sensibel erfassen konnte, dass er als ausführender Architekt damit hätte zufrieden sein können. Er versuchte es deshalb fortan einfach selbst und nahm seine bekanntesten Fotos unter Verwendung zumeist selbst gebauter Kameras mit Teleobjektiven mit sehr langer Brennweite auf. Dieses selbst entwickelte Verfahren erlaubte es ihm, seine Motive aus großem Abstand aufzunehmen und somit die tatsächlichen Größenverhältnisse der Motive besser zu erfassen.
24. September 2010 bis 9. Januar 2011

Noch bis 29. August 2010: Eduard Spelterini – Fotografien des Ballonpioniers
Eduard Spelterini (1852–1931) gehörte in der Belle Époque zu den Pionieren der Ballonfahrt und der Luftbildfotografie. 1898 überquerte er mit seinem Ballon Wega als Erster die Alpen, seit 1893 fotografierte er aus dem Ballonkorb heraus. Diese Perspektive war damals noch völlig neu, Luftaufnahmen waren eine Sensation, und Spelterinis Fotografien trugen dazu bei, den Blick von oben zu etablieren. Die vom schweizerischen Museum im Bellpark, Kriens, konzipierte Ausstellung zeigt neben einem Ballonkorb sowohl Originalabzüge als auch Neuabzüge der erhaltenen Glasplatten.

Informationen
Zeppelin Museum
Seestraße 22, D-88045 Friedrichshafen
Info-Tel. (+49-75 41) 38 01-0
Mai bis Oktober: täglich 9–17 Uhr
November bis April: Di–So 10–17 Uhr
www.zeppelin-museum.de

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