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Langenloiser Berg VogelsangWilli Bründlmayers Salzburger Festspielwein 2010 kommt vom Loiser Berg, wie der Name schon sagt dem Hausberg der Langenloiser.Der letzte Jahrgang „Berg Vogelsang” wurde wieder einmal in die Top-100-Weine des renommierten Wine Spectator aufgenommen.

Brillantes Spiel der feinen Noten

Bründlmayers Festspielwein kommt vom Hausberg.

Zum 70-Jahre-Jubiläum der Salzburger Festspiele darf es nun erneut ein Bründlmayer-Weißwein sein, der im kulinarischen Rahmenprogramm dieses berauschenden Kulturfests für Hochstimmung sorgt. Willi Bründlmayers Salzburger Festspielwein 2010 kommt vom Loiser Berg, wie der Name schon sagt dem Hausberg der Langenloiser. Er wird international hoch geschätzt und in der Lagenklassifizierung der „Österreichischen Traditionsweingüter“ als „Erste Lage“ ausgezeichnet. Hoch oben an der Südwestflanke dieser Erhebung hatte Willis Vater bereits in den 60er-Jahren Grüner-Veltliner-Reben gepflanzt – mit großer Mühe, fast direkt in das karge Urgestein aus Gneis und Glimmerschiefer –, und dies sehr zum Erstaunen seiner Kollegen, denn er galt als vernünftiger Mann, und der Wein war damals knapp: Warum also alte „Hutweiden“ in Weingärten verwandeln? Aber Herr Bründlmayer senior war zwar in der Tat ein vernünftiger, aber auch ein passionierter Winzer. Er blickte aller Tradition bis auf den Grund und war bereits mit den Exponenten der internationalen Weinkultur in Verbindung. Er wusste, dass die Weinrebe ihre Wurzeln auf der Suche nach Wasser durch die Ritzen des Urgesteins treiben musste und mit der Feuchtigkeit auch die Mineralien des Gföhler Gneises in sich aufnehmen würde. Den aus diesen Reben gekelterten Wein nannte er „Berg Vogelsang“, weil der Weingarten direkt am Übergang zum Waldviertel am Rand eines Baumbestands mit vielfältiger Vogelpopulation angelegt war, mit einer Umzäunung, um dem zahlreichen Wild die herrlichen Trauben nicht als Herbstjause quasi auf dem Tablett zu servieren.
Willi Bründlmayer junior hat den Garten des Vaters weitergepflegt und zu einem der Juwele des Familienguts gemacht. Heute, wo es zu viele Massenweine gibt, wird der „Berg Vogelsang“ nicht nur in Österreich besonders gewürdigt. Der letzte Jahrgang wurde wieder einmal in die Top-100-Weine des renommierten Wine Spectator aufgenommen. Hier zeigt sich, dass große beziehungsweise feinste Weine nicht immer mit Kraft protzen müssen.
Dieser „Berg Vogelsang“ ist ein Purist, ein Exzentriker, und er schlägt einen eigenen Ton an unter allen Veltlinern des Landes, die von üppigeren Böden kommen, wie von den Ufergebieten der Donau oder von den Ausläufern der Rieslingterrassen oder von den tieferen Lössterrassen des Loiser Bergs. In seinem „sensorischen Klangraum“ erfrischen die glasklaren Töne, erwärmen die Nuancen und harmonieren die feinen Noten. Kompromisslos trocken wirkt er, erfrischend, schlank gefasst, mit dezenter, brillanter Frucht und animierender Würze; beschwingt ganz fein und doch lange ausklingend, möchte man ihn mit einem genialen Kammermusikstück eines jungen Meisters vergleichen. So, wie ein geniales Musikstück ins Ohr geht, so trinkfreudig zeigt sich der „Berg Vogelsang“. Als Aperitif, als Auftakt „zum Ereignis“, als erfrischendes Intermezzo in den Pausen oder als charmanter Essensbegleiter spielte er sich schon einmal in die Herzen der Gäste im Großen Haus, in der Szene wie in den Off-Locations.
Über 40 Weine erzeugt die Familie Bründlmayer in jedem Jahrgang – unter anderem auch nach dem Johnson Wine Guide den besten Sekt Österreichs. Die Vielfalt der Weinstile und -typen, der früher und später reifenden Sorten ermöglicht eine konsequente Handlese der vielen Toplagen, welche die Basis für die Spitzenweine und den wahren Schatz der Niederösterreicher darstellen. Wie heißt es auch im jüngsten Falstaff-Weinguide: „Nahezu jeder Bründlmayer-Wein, vom leichtesten Grünen Veltliner über den Rotwein bis hin zum Sekt, hat das Potenzial, Jahrgangsbester in seiner Kategorie zu sein.“
Seit Jahrzehnten bewegt sich Willi Bründlmayer mit fast scheuer Zurückhaltung auf dem Parkett der internationalen Weinbühne. Am liebsten trifft er seine Besucher zu Hause: „Unser Weingut lebt durch die Familie und mit einer Vielzahl von Menschen im landwirtschaftlichen, (keller)technischen und gewerblichen Bereich. Eine große Zahl an weinhungrigen und wissensdurstigen Gästen wird Jahr für Jahr empfangen, darunter erfahrene Geschäftsfreunde aus allen Kontinenten, aber auch Weinfreaks, deren aufblühende Begeisterung immer wieder erfrischend wirkt.“ Der Heurigenhof, aus der Renaissance im letzten Sommer sozusagen erneut „wiedergeboren“, birgt in seinen meterdicken Mauern eine Oase für die feinsinnigen Gaumen und Weinsucher.

Informationen
Weingut Bründlmayer
Zwettler Straße 23, A-3550 Langenlois
Tel. (+43-27 34) 21 7 20
www.bruendlmayer.at

www.heurigenhof.at

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