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Weltberühmte Fossilien aus der Grube Messel sind in Münster zu sehen Foto: Berenika Oblonczyk, LWLAls die „Blaue Mauritius“ unter den Messel-Fossilien gilt der 1974 gefundene Ameisenbär, dessen lebender Nachfahre rechts zu sehDie Schlange und der Apfel: untrennbar mit der Menschheitsgeschichte in der Bibel.

Messel on Tour. Urpferdchen, Ameisenbär und Urtapir

Seit 18. Juni werden im LWL-Museum für Naturkunde Münster die weltberühmten fossilen Schätze aus dem UNESCO-Weltnaturerbe-Denkmal Grube Messel gezeigt.
Sentruper Straße 285, D-48161 Münster

Vor 47 Millionen Jahren herrschte in Europa ein tropisch warmes und feuchtes Klima. Zu dieser Zeit war die Grube Messel (bei Darmstadt, Deutschland) ein tiefer See, umgeben von einem üppigen Regenwald. Wald und See boten einer Vielfalt von Pflanzen und Tieren ein Zuhause und gleichzeitig auch ihre letzte Ruhestätte. Dank besonderer Bedingungen im See versteinerten ihre Überreste im Lauf von Millionen Jahren. Durch Ausgrabungen sind die Tiere und Pflanzen als „unsterbliche“ Versteinerungen in heutiger Zeit wieder aus dem Boden geholt worden.
Das LWL-Museum für Naturkunde des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) präsentiert die größte Auswahl von Messel-Fossilien, die jemals für eine Sonderausstellung zusammengestellt wurde. Alle Fossilien sind Originale und stammen aus der Sammlung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt. Von dort wurden die teilweise zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Objekte zu einer Wanderausstellung zusammengestellt und auf Reise geschickt. Jetzt sind die Fossilien in Münster (Westfalen) und können hier bestaunt werden.
Die Besucher erwarten auf rund 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche 125 seltene Versteinerungen. Unter dem Titel Messel on Tour – Fossile Schätze aus dem UNESCO-Weltnaturerbe-Denkmal Grube Messel werden diese Zeugen der Vergangenheit in unterschiedlichen Lebensräumen präsentiert.
Die geborgenen Fossilien sind nicht nur sehr wertvoll, sondern auch einmalig. Die hervorragende Erhaltung der tierischen Fossilien hat die Funde der Grube Messel berühmt gemacht. 1995 wurde die Lagerstätte in die Liste der Weltnaturerbe-Denkmäler der UNESCO aufgenommen. Ihre Vollständigkeit – vielfach sind selbst Haare, Hautschatten oder Inhalte des Magen-Darm-Trakts erkennbar – machen die Fossilien zu „Kunstwerken der Natur“.
Zu den Prunkstücken der Sonderausstellung zählen Seltenheiten wie der Ameisenbär oder der Urtapir, die Schlüsselfunktionen in Fragen der Entstehung und Verbreitung dieser betreffenden Tiergruppen einnehmen. Der Besucher begegnet zudem Berühmtheiten wie den Messeler Urpferdchen, von denen unter anderem eine trächtige Stute mitsamt der Föten gezeigt wird.
Die Fossilien werden bei Messel on Tour unterschiedlichen Lebensräumen zugeordnet: Bewohner des Flachwassers finden sich ebenso zusammen präsentiert wie Tiere, die vorwiegend an den Uferzonen des ehemaligen Maarsees oder auf dem Boden beziehungsweise im Astwerk des angrenzenden Urwalds gelebt haben. Diese unterschiedlichen Bereiche werden atmosphärisch so inszeniert, dass sich der Besucher in den damaligen Regenwald zurückversetzt fühlt.
Zur Ausstellung gehört ein umfangreiches Begleitprogramm mit museumspädagogischen Angeboten, Führungen, Vorträgen, einem Begleitbuch, Ferienangeboten in der Fossilienwerkstatt und Kindergeburtstagen mit Urpferdchen.
Entdecken Sie die fossilen Schätze von Messel on Tour im LWL-Museum für Naturkunde Münster.

Informationen
bis 1. Mai 2011
LWL-Museum für Naturkunde
Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium
Sentruper Straße 285, D-48161 Münster
Tel. (+49-251) 59 1 05
Di–So 9–18 Uhr
www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de

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