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Franz Marc, Kleine Komposition I, 1913 Öl auf Leinwand, © Bern, Zentrum Paul KleeFranz Marc, Kleine Komposition II (Haus mit Bäumen), 1913/14, Öl auf Leinwand, Hannover, Sprengel MuseumFranz Marc, Gelber Löwe, blaue Füchse, blaues Pferd, 1914, Bleistift, Aquarell, Gouache und Tusche auf Postkarte, Postkarte von Paul Klee, Mit d. mauven Dreieck, 1914, Aquarell und Bleistift auf Papier auf Karton, Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Franz Marc

Paul Klee – Franz Marc. Dialog in Bildern

Das Franz Marc Museum Kochel am See widmet der Künstlerfreundschaft zwischen Paul Klee und Franz Marc eine große Sonderausstellung.
Franz Marc Park 8-10, D-82431 Kochel am See

Nach dem Tod Franz Marc im Sommer 1916 notierte Paul Klee in sein Tagebuch: „Wenn ich sage, wer Franz Marc ist, muss ich zugleich bekennen, wer ich bin, denn vieles, woran ich teilnehme, gehört auch ihm. Menschlicher ist er, er liebt wärmer, ausgesprochener. Zu den Tieren neigt er sich menschlich. […] Ich suche hierin einen entlegeneren, schöpfungsursprünglicheren Punkt, wo ich eine Art Formel ahne für Tier, Pflanze, Mensch, Erde, Feuer, Wasser, Luft und alle kreisenden Kräfte zugleich.“ Damit ist das Verhältnis zweier Maler charakterisiert, deren kurze, aber intensive Freundschaft in einer der bewegtesten Phasen der deutschen Moderne entwickelte.
Paul Klee und Franz Marc lernten einander 1912 während der Vorbereitungen für die zweite Ausstellung des „Blauen Reiters“ kennen. Ihre Freundschaft, die bis zum frühen Tod Franz Marcs 1916 im Ersten Weltkrieg dauerte, gehört zu den großen Künstlerfreundschaften des 20. Jahrhunderts. Was verband diese beiden im Menschlichen und im Künstlerischen grundsätzlich verschiedenen Temperamente? Paul Klee, den unabhängigen, analytischen Denker, und Franz Marc, den religiös inspirierten Utopisten? Was teilte Klee, der die Küche der Schwabinger Wohnung zum Atelier umfunktioniert hatte und der sich um den gemeinsamen Sohn kümmerte, während seine Frau den Lebensunterhalt mit Klavierstunden verdiente, mit dem zivilisationsmüden Marc, der seine Zurückgezogenheit auf dem Land nicht nur mit den vertrauten Tieren, sondern zeitweise auch mit den zwei Geliebten teilte?
Die Ausstellung wird erstmals die Beziehung beider Künstler umfassend vorstellen. Zu sehen sind ihre illustrierten Briefe und Postkarten, die Werke, die sie einander schenkten, gemeinsame Projekte, die sie planten, und die wesentlichen Bilder jener Jahre, die in engem Austausch entstanden, darunter die Zeichnungen von Paul Klee zu Voltaires Candide, die Skizzen und Entwürfe zum Bibelprojekt Franz Marcs und Arbeiten, die durch die Freundschaft mit Robert Delaunay angeregt worden sind.
Die ausgestellten Karten, Briefe und getauschten Werke sind Zeugnisse einer bewegenden Künstlerfreundschaft. Sie zeigen, wie sehr die beiden Maler einander schätzten und dass sie ihre Arbeit mit großem gegenseitigem Interesse verfolgten. So entwickelte sich zwischen ihnen ein künstlerischer Dialog, der sich in den Werken jener Zeit formal, motivisch und thematisch niederschlägt, ein stummer, jedoch äußerst intensiver Austausch, den die Ausstellung anschaulich machen will.
Die Ausstellung enstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Moritzburg – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Halle, und dem Zentrum Paul Klee, Bern. Die Kooperation der drei beteiligten Museen bot die reizvolle Möglichkeit, ihre reichhaltigen Sammlungen von Werken Marcs und Klees erstmals gemeinsam auszustellen und das anspruchsvolle Thema umfassend zu beleuchten. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Mit freundlicher Unterstützung der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung.

Franz Marc Museum Kochel am See
Das Franz Marc Museum in Kochel am See wurde 1986 gegründet, um Leben und Werk dieses bedeutenden Künstlers des 20. Jahrhunderts in der Landschaft darzustellen, die den Maler geprägt hat. Franz Marc war der Landschaft um Kochel am See zeit seines Lebens besonders verbunden. Umgeben von einer malerischen Naturkulisse, in der Künstler wie Wassily Kandinsky, Gabriele Münter oder Alexej Jawlensky zu einer neuen Bildsprahce fanden, gehen hier Landschaft, Natur, Kunst und Kultur eine einzigartige Verbindung ein. Fast 200000 begeisterte Gäste haben das Franz Marc Museum am bayerischen Alpenrand seit der Wiedereröffnung im Juni 2008 besucht.
Auch 2010 ist das Museum wieder ein ideales Ziel für einen Familien- und Ausflugstag. Am Wochenende werden öffentliche Führungen durch das Museum angeboten, und auch für die kleinen Besucher ist gesorgt: Unter Anleitung von Kunstpädagogen können die Kinder im offenen Atelier malen, zeichnen und basteln. Nach dem Museumsbesuch lädt das Museumsrestaurant Blauer Reiter zu wechselnden Mittagsmenüs und hausgemachten Kuchen ein. Bei gutem Wetter bietet die Sonnenterrasse einen traumhaften Blick auf den Kochelsee und den Herzogstand. Das Motorboot Herzogstand der Kochelseeschifffahrt fährt zwischen Mai und September auch die neue Anlegestelle „Franz Marc Museum“ an. Kombitickets sind auf dem Schiff und im Museum erhältlich.

Informationen
Paul Klee – Franz Marc. Dialog in Bildern
27. Juni bis 3. Oktober 2010

Außerdem zu sehen:
Neue Räume 1: Bauhaus
ab 10. Juni 2010

Franz Marc – Das Frühwerk 1901–1909
bis Oktober 2010

Franz Marc Museum – Kunst im 20. Jahrhundert
Franz-Marc-Park 8–10, D-82431 Kochel am See
Tel. (+49-88 51) 92 4 88-0
Di–So und Fei, April bis Oktober: 10–18 Uhr, November bis März: 10–17 Uhr
www.franz-marc-museum.de

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