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The Forsythe Company Foto: Dominik Mentzos Play AdmontErwin Wurm,  installation view at Biennale de Lyon Musèe d`Art Contemporain de Lyon, 2005; Collection Musèe d`Art Contemporain dMartin Walde, The WebBibliothekroboter

PLAY ADMONT

PLAY ADMONT, die große Ausstellung des Stifts Admont in diesem Jahr, ist Teil des steirischen Kulturfestivals regionale10. Die Schau ermöglicht spielerische Zugänge zu internationaler Gegenwartskunst und fordert den Besucher auf, aktiv mitzugestalten und so zu einem Spielpartner und Erforscher der Kunst zu werden.
Admont 1, A-8911 Admont

Unter Einbeziehung digitaler Technologien wird den Besuchern eine Vielfalt an Betätigungsfeldern und Ausdrucksformen bereitgestellt: Choreografische Objekte, ortsspezifische Hörstationen, situative Rauminstallationen, interaktive Maschinen und performative Handlungsanweisungen beziehen sie in den Kunstprozess ein.
Ein gutes Beispiel für die Ausstellung ist das Werk reactable, ein elektronisches Musikinstrument, das Ton, Rhythmus und Musik in eine greifbare und sichtbare Erfahrung verwandelt: Hier kann der Besucher selbst komponieren und mit anderen musizieren. In einem anderen Kunstwerk werden Betrachter eingeladen, per Videoprojektion gezeigte Gesten zu wiederholen und dies auch virtuell zu beobachten. Der Brite Tim Etchells hat wiederum für das Naturhistorische Museum eine Audioarbeit konzipiert, indem er die Aufmerksamkeit der Besucher auf bestimmte präparierte Tiere lenkt. In einem anderen Werk werden Interessierte aufgefordert, sich einen eigenen Museumskatalog zu erstellen, auszudrucken und diesen auch mit nach Hause zu nehmen.
The Forsythe Company ist ein Beispiel für eine herausragende choreografische Arbeit: Exklusiv am Eröffnungswochenende wurde die Tanzperformance Monster Partitur erstmals in der Steiermark gezeigt. Die Besucher erlebten eine experimentelle Auseinandersetzung zwischen einem Tänzer und einem Musiker. Die verfremdeten Atemgeräusche des Tänzers schaffen im interaktiven Zuspiel mit elektronischen Klängen eine dichte Bewegungs- und Klangsituation.
Ein anderes Projekt beschäftigt sich mit Büchern, die in der weltgrößten Klosterbibliothek des Stifts Admont eine große Rolle spielen. Die Künstlergruppe robotlab lässt Teile der Bibel neu abschreiben. Die Texte werden aber nicht, wie vor vielen Jahrhunderten, von der Feder eines Mönchs stammen, sondern vom Arm eines Roboters: In fünf Monaten wird das in der Bibliothek installierte Hightechgerät das Neue Testament zu Papier bringen, und die Besucher können den Schreibfortschritt täglich von 9 bis 17 Uhr beobachten!
PLAY ADMONT versammelt insgesamt 24 Künstler sowie künstlerische Teams und zeigt 24 Arbeiten, welche die Aufforderung zur Einmischung und zum Spiel wörtlich nehmen. Einige der Exponate wurden für MADE FOR ADMONT konzipiert, viele andere speziell für den Ausstellungskontext eingeladen beziehungsweise eigens für den gewählten Ort produziert.
Mit Werken von Thomas Baumann, Johannes Deutsch, Julius Deutschbauer, Tim Etchells, William Forsythe, Peter Hanappe & Armin Linke, reactable (Marcos Alonso, Günter Geiger, Sergi Jordà, Martin Kaltenbrunner), Hubert Machnik, Hans Pollhammer, Werner Reiterer, robotlab (Matthias Gommel, Martina Haitz, Jan Zappe), Constanze Ruhm, Richard Siegal/The Bakery, Christa Sommerer & Laurent Mignonneau, Martin Walde, Hans Winkler und Erwin Wurm.
Zur Ausstellung ist ein von Werner Reiterer gestaltetes Buch erschienen. PLAY ADMONT wurde von Michael Braunsteiner und Christine Peters kuratiert.

Informationen
Bibliothek & Museum des Benediktinerstifts Admont, A-8911 Admont 1
bis 7. November 2010, täglich 9–17 Uhr
NEU: jeden Fr im Juli und August bis 20 Uhr
Tel. (+43-36 13) 23 12-601
kultur@stiftadmont.at
www.stiftadmont.at

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