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Schloss WernigerodeBlick in den InnenhofFestsaal, Foto: Ulrich Schrader Halberstadt

Zentrum für Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts

Der Besuch des Schlosses Wernigerode gehört zu den nachhaltigsten und eindrücklichsten Erlebnissen beim Besuch des Harzes. „Harz ohne Schloss Wernigerode? Dann war ich gar nicht da!“
Am Schloß 1, D-38855 Wernigerode

Das Schloss Wernigerode ist ursprünglich aus einer um 1110 erbauten Burg der Grafen von Wernigerode hervorgegangen. Heute stellt es sich als ein gewachsenes Gebilde verschiedener Bauepochen dar: im Untergeschoss Romanik, im Hofbereich mit spätgotischen Resten, einem barocken Sommerbau und dem Haupthaus als historistischem Gesamtkunstwerk des Architekten Karl Frühling. Im Schloss sind mehr als 40 original eingerichtete historische Wohnräume des europäischen Hochadels vor dem Ersten Weltkrieg zu besichtigen.
Besondere Höhepunkte sind die Schlosskirche mit Altar und Kanzel aus französischem Kalkstein und einer Walcker-Orgel von 1878, die historische Halle mit geschnitztem plastischem Schmuck der Fürstin Anna zu Stolberg-Wernigerode, das Arbeitszimmer des Grafen Otto, in dem unter anderem die Grundlagen für die deutsche Kranken- und Rentenversicherung gelegt worden sind, sowie original eingerichtete Raumfluchten, wie der Rote Salon, das Blaue Schreibzimmer und das gräfliche Schlafzimmer im ersten Museumsrundgang und der original eingerichtete Festsaal aus der Zeit um 1880 mit eingedeckter Tafel, an der bereits die Kaiser Wilhelm I. und II. gesessen haben.
Im zweiten Museumsrundgang finden sich auch die Königszimmer, die für König Wilhelm I. von Preußen 1868 eingerichtet wurden. Auch sie sind im originalen Zustand überliefert. Im Frühlingsbau des Schlosses finden thematische Sonderausstellungen zur Kunst und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts statt, während in der ehemaligen Fürstinnengarderobe ein stimmungsvolles Schlosscafé untergebracht ist.
Im Sommer finden im Innenhof die Wernigeröder Schlossfestspiele in Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode statt, in deren Mittelpunkt jeweils Operninszenierungen stehen, die speziell für das Wernigeröder Schloss als Regiearbeiten erarbeitet werden.
2010 steht von Albert Lortzing Der Wildschütz oder Die Stimme der Natur auf dem Programm, in der Regie von Christian Georg Fuchs aus Weimar. Die Opernpremiere ist am 6. August. Die Schlossfestspiele werden mit einem Konzert bereits am 24. Juli im Schlossinnenhof unter der Leitung von Musikdirektor Christian Fitzner eröffnet. Traditionell beendet werden die Festspiele mit einer „Last Night“, dieses Jahr am 28. August im Schlossinnenhof.
Am 17. August wird die große Sonderausstellung Der Eiserne Harz. Zum künstlerischen Eisenkunstguss im Harzgebiet im 19. Jahrhundert eröffnet. Erstmalig werden sämtliche Harzer Hütten und ihre herausragende Produktion auf dem Gebiet des Eisenkunstgusses ausgestellt. Die Ausstellung findet parallel an vier Orten statt: im Schloss Wernigerode, im Hütten- und Technikmuseum Ilsenburg, im Südharzer Eisenmuseum auf der Königshütte in Bad Lauterberg und im Oberharzer Bergwerksmuseum Clausthal-Zellerfeld.

Informationen
Schloss Wernigerode GmbH
Am Schloss 1, D-38855 Wernigerode
Tel. (+49-39 43) 55 30 30
Mai bis Oktober: täglich 10–18 Uhr
November bis April: Di–Fr 10–17 Uhr
stündlicher Führungsbetrieb ab 10 Uhr zu
jeder vollen Stunde; letzte Führung 16 Uhr;
Sa, So und Fei 10–18 Uhr; Mo geschlossen
zentrale@schloss-wernigerode.de
www.schloss-wernigerode.de

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