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Frank Stella, K.43, 2008, Protogen RPT/ rostfreier Stahl/ Gummi, 154.9 x 101.6 x 81.3 cm, Foto: Jutta Nixdorf, © VG Bild-KunstFrank Stella, Tengan-tenganan, 2009, Kunstharz/ rostfreier Stahl, 317.5 x 670.6 x 91.4 cm, Foto: Susanne Persson, © VG Bild-KunstFrank Stella, Sekah, 2009, Protogen RPT/ Kunstharz/ rostfreier Stahl, 137.2 x 276.9 x 121.9 cm, Foto: Susanne Persson, © VG Bild-Kunst

Frank Stella – Neue Arbeiten

Die Galerie der Stadt Tuttlingen zeigt Frank Stella im Jahr seines 75. Geburtstags mit einer repräsentativen Auswahl seiner Werke seit der Jahrtausendwende. Zu sehen sind plastische Wandarbeiten, die Leichtigkeit, Eleganz und ein raffiniertes Licht-Schatten-Spiel auszeichnen.

Rathausstraße 7, D-78532 Tuttlingen

Voller Energie und Dynamik entfalten sich die Reliefs in Schwüngen, Biegungen und Kurven von der Wand weg zum Betrachter hin. Die Werke vermitteln einen lebhaften Einblick in die ganze Vielgestaltigkeit des technisch stets innovativen Œuvres Stellas. Die gezeigten Arbeiten bestehen zum einen aus Materialien, die man von Stella seit den 80er-Jahren kennt, als er den Sprung von der Leinwand in die Dreidimensionalität wagte: aus rostfreiem Stahl, Drähten, Auto­lack. Neu sind dagegen das formbare Kunstharz ProtoGen sowie das vor allem in der Industrie angewendete Verfahren des „Rapid Prototyping“. Die Ausstellung in Tuttlingen dokumentiert somit nicht nur die ungebrochene Experimentierfreude des Künstlers, sondern auch seinen abermaligen Aufbruch in neue Gefilde.

Frank Stella, geboren 1936 in Malden, Massachusetts, der 2009 durch den US-Präsidenten mit der National Medal of Arts ausgezeichnet wurde, gehört zu den bedeutenden Künstlern der Gegenwart. In seiner mehr als 50-jährigen Laufbahn hat er mehrfach maßgeblich neue Richtungen der Kunst geprägt, vom Minimalismus seiner bereits im Jahr 1959 im Museum of Modern Art New York ausgestellten Black Paintings über die Hard-Edge-Malerei, die Farbfeldmalerei und seine berühmten Shaped Canvases bis hin zur völligen Drei­dimensionalität ab den 1980er-Jahren. Die Eroberung des Raums aus der malerischen Fläche bis hin zur vollplastischen, frei stehenden Skulptur erlebt mit der Einweihung der Skulpturengruppe Hudson River Valley Series 1996 in Jena und der Aufstellung der monumentalen Skulptur Prinz Friedrich von Homburg 2001 ihre Höhepunkte.

Die Wertschätzung des Künstlers in Deutschland fand unter anderem 1996 in der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Friedrich-Schiller-Universität in Jena ihren Ausdruck. So widmet der Künstler die Ausstellung dem Andenken an den im vorletzten Jahr verstorbenen deutschen Kunsthistoriker Franz-Joachim Verspohl (1946 bis 2009). Die Beziehung mit ihm steht exemp­larisch für eine fruchtbare Wechselwirkung zwischen aktuellem kreativem Schaffen und Kunstwissenschaft. Im Katalog zur Ausstellung berichten Hubertus Gassner, Erika Hoffmann, Gabriele Henkel, Hans Strelow, Lothar Späth und Wolfram Hogrebe über ihre Begegnungen mit Frank Stella. Damit wird anhand lebendiger Zeugnisse die Rezeptionsgeschichte Stellas in Deutschland von den 70er-Jahren bis heute beleuchtet. Im Anschluss an die Präsentation in der Galerie der Stadt Tuttlingen wandert die Ausstellung nach Jena, wo sie im ehemaligen Straßenbahndepot vom 14. Oktober bis 7. Dezember 2011 gezeigt wird (Veranstalter in Jena: Friedrich-Schiller-Universität). Kuratorin der Ausstellung ist Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck, welche die Galerie der Stadt Tuttlingen leitet.

15. Juli bis 11. September 2011

Informationen

Galerie der Stadt Tuttlingen

Rathausstraße 7, D-78532 Tuttlingen

Tel. +49 (0) 74 61/15 5 51 oder 99 3 18

Di–So und Fei 11–18 Uhr

www.tuttlingen.de/galerie

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