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7628_Thielemann.Christian_Foto_ Matthias CreutzigerAlice_Sara_Ott_Felix BroedeFischerPortrait2_LukasBeckFoto julia glass_kleinHélène Grimaud High Res 3 - credit  Mat Hennek and DG

Lust auf Liszt

2011 feiert die Stadt Bayreuth mit einem großen Jubiläums­programm über das ganze Jahr hinweg den 200. Geburtstag des Klaviervirtuosen und Komponisten Franz Liszt. Das Jubiläumsprogramm gibt mit erstklassigen Symphonie­konzerten, Klavier- und Liederabenden, Liszts geistlichen Werken sowie Vortragsreihen und Aus­stellungen Liszt-Freunden und denen, die es werden wollen, faszinierende Einblicke in die Welt eines Genies.

Sommerzeit ist Reise- und Festivalzeit, und so macht Bayreuth gerade auch in den Sommermonaten Lust auf Liszt: So wird unter anderem Liszts Jugendwerk und einzige Oper, Don Sanche, in einer internationalen Neuinszenierung des ungarischen Opernfestivals Miskolc (Leitung: Tamás Bátor) wiederentdeckt und neu eingerichtet (7. und 8. Juli). Die Berliner Regisseurin Julia Glass inszeniert, die Zwischenmusiken stammen vom burgenländischen Komponisten Gerhard Krammer. Die künstlerische Leitung übernimmt Nicolaus Richter, zugleich Kulturbeauftragter für Musik und Theater der Stadt Bayreuth. Katharina Wagner, Leiterin der Bayreuther Festspiele, begleitet das Projekt als künstlerische Beraterin.

Nicht nur die Kunstfreunde vergötterten Liszt, vor allem die Frauen liebten und bewunderten ihn als berühmteste Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts. Grund genug, Liszts Werke im Jubiläumsjahr von heraus­ragenden weiblichen Interpreten erklingen zu lassen. So steht der Juli im Zeichen zweier international gefragter Virtuo­sin­nen: Hélène Grimaud und Alice Sara Ott. Ott, 2010 mit dem ECHO Klassik als Nachwuchs­künstlerin des Jahres aus­gezeich­net, ist zusätzlich in einem Kla­vier­rezital zur Vorstellung eines Buchs des ­Autors Ernst Burger zu Franz Liszt zu hören (22. und 23. Juli). Die franzö­sische Starpianistin Hélène Grimaud interpretiert in ihrem aktuellen Programm Werke von Liszt, Mozart, Berg und Bartók (24. Juli).

Zu Beginn der Bayreuther Festspiele erwartet die Besucher ein Projekt von großer symbolischer Bedeutung: Erstmals ist mit dem Israel Chamber Orchestra unter der Leitung von Roberto Paternostro ein israelisches Orchester zu Gast in Bayreuth (26. Juli). Dabei nimmt das Ensemble neben Werken von Franz Liszt, Tsvi Avni, Gustav Mahler und Felix Mendelssohn Bartholdy auch das Siegfried-Idyll von Richard Wagner in das Konzertprogramm auf. Dieses einzigartige Gastspiel unter der Schirmherrschaft von Katharina Wagner stellt einen wegweisenden Beitrag im Kontext der Annäherung zwischen beiden Ländern dar, denn zum ersten Mal in der Geschichte spielt ein israelisches Orchester Wagner in Deutschland.

Im August verbinden die österreichischen Pianisten­brüder Eduard und Johannes Kutrowatz Liszts Werke mit Neuer Musik. In zwei exklusiven Auftritten spielt das Piano­duo Werke von Franz Liszt, Dmitri Schostakowitsch, Arvo Pärt sowie George Gershwin in Bearbeitungen für zwei Klaviere. Begleitet werden die Gebrüder Kutrowatz an einem Kon­zert­abend mit Live­elektronik vom burgenländischen Komponisten Gerhard Krammer.

Zum 200. Geburtstag Franz Liszts am 22. Oktober lädt die Stadt Bayreuth dann zu einem Festakt ein. Ádám Fischer leitet Chor und Orchester der Liszt-Akademie Budapest und präsentiert Höhe­punkte aus dem Oratorium Christus, die Festansprache hält Prof. Dr. Detlef Altenburg. Das Festkonzert bestreitet das Projektorchester der Staat­lichen Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar unter der Leitung von Christian Thielemann, Solist ist Konstantin Scherbakov (23. Oktober).

Informationen und Tickets

www.liszt.bayreuth.de

www.eventim.de

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