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Ausstellung in Kloster und Schloss Salem

Die Ausstellung in Schloss Salem thematisiert zum einen die Eingliederung des Bodenseeraums in den neuen badischen Staat, zum anderen die Hinwendung von Mitgliedern des Hauses Baden zur Bodenseeregion.
Schloss Salem, D-88682 Salem

Der Bodenseeraum zählte nicht zu den Stammgebieten des markgräflichen Hauses Baden. Erst durch die „napoleonische Flurbereinigung“ der Jahre 1802 bis 1806 gelangte Baden zunächst durch die Säkularisierung in den Besitz der Reichsklöster Salem und Petershausen. Erst seit 1806 ­erstreckte sich das neu geschaffene Großherzogtum Baden bis an den mittleren ­Bodensee.

Als Sondervermögen des badischen Hauses dienten die ehemaligen Klöster Salem und Petershausen der Versorgung nachgeborener Söhne der jeweiligen Großherzöge. Doch dieser neue Besitz am Bodensee wurde nicht sogleich als lieblicher Aufenthalt wahrgenommen. Für Markgraf Ludwig (1763–1830), der bei Napoleon in Ungnade fiel, diente Salem zwischen 1808 und 1812 sogar als ungeliebtes Exil. Erst später, als er für seine Geliebte das Schloss Langenstein im Hegau erwarb, wurde der Bodenseeraum doch noch Sehnsuchtsort.

Ludwigs jüngerer Halbbruder Markgraf Wilhelm (1792–1859) entdeckte den Bodenseeraum endgültig als idyllische Sommerfrische. Er war es auch, der die frühere Klosterökonomie Salem zum landwirtschaftlichen Mustergut entwickelte und den Obst- und Weinbau am Bodensee förderte. Wilhelms Bruder Großherzog Leopold residierte zwar nicht am See, sein Name ist aber mit der Region durch die Bodenseeschifffahrt (Dampfschiff Leopold) und durch die Leopold-Sophien-Bibliothek, eine Stiftung des Dekans Franz S. Wocheler, verbunden.

In der zweiten Jahrhunderthälfte gehörte der Besitz am Bodensee Prinz Wilhelm von Baden (1829–1897). Er verbrachte die Sommer mit seiner Frau Marie bevorzugt auf Schloss Kirchberg, wo er auf seinen Spaziergängen dem benachbarten Pfarrer Heinrich Hansjakob begegnete. Mit Salem ist Prinz Wilhelms Name durch die seinerzeit mustergültige Münstersanierung von 1882 verbunden.

Wilhelms Bruder Großherzog Friedrich I. (1826–1907) erwarb 1853 die Insel Mainau als Sommerresidenz, die aber nicht nur der familiären Erholung diente, sondern gelegentlich Schauplatz politischer Begegnungen war. Die zweite Jahrhunderthälfte brachte dem Bodenseeraum die technische Moderne. Die Bodenseedampfschifffahrt erreichte mit den Salonschiffen (Zaehringen) eine neue Stufe. Zum Symbol der Moderne wurde aber die Eisenbahn, die 1864 in Konstanz den Bodensee erreichte und mit der Eröffnung der Bodenseegürtelbahn 1901 das Zeitalter des modernen Tourismus einläutete.

Mit dem Anbruch des 20. Jahrhunderts konnte Prinz Max (1863–1929), der neue Besitzer der Bodenseegüter, Salem mit der Eisenbahn erreichen. Prinz Max, der in der deutschen Geschichte hauptsächlich als letzter Reichskanzler von 1918 bekannt ist, wählte nach dem Untergang der Mo­narchie Salem als ständigen Wohnsitz. Hier entstanden seine Erinnerungen, in denen er Rechenschaft über sein politisches Leben ablegte. Sein Vermächtnis an die Nachwelt wurde die 1919 von ihm und dem Schulreformer Kurt Hahn gegründete Schule Schloss Salem.

bis 7. Oktober 2012

Informationen

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Schlossverwaltung Salem, D-88682 Salem

Tel. +49 (0) 75 53/91 6 53-36

täglich 10.30–18 Uhr, Führung durch die Ausstellung jeden So um 14 Uhr

schloss@salem.de

www.salem.de