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Die schönste der ältesten Kunst – in Tübingen neu präsentiert

Nicht die westeuropäischen Höhlenmalereien sind es oder die Wiener Venus von Willendorf – nein, die älteste Kunst der Menschheit sind die exquisiten Skulpturen aus Mammutelfenbein. Seit Mai 2012 finden Sie sie im neu gestalteten Museum der Universität Tübingen MUT auf Schloss Hohentübingen.

Was selbst der überregionalen Presse weitgehend verborgen blieb, wird noch dadurch geadelt, dass auch das schönste und eleganteste der ältesten Kunstwerke, das Wildpferdchen vom Vogelherd, darunter ist. Es besteht aus Mammutelfenbein und stammt aus der ältesten Kulturschicht des Homo sapiens. Es ist somit rund 35 000 bis 38 000 Jahre alt. Doch damit nicht genug: Im zweiten Raum werden Funde zum UNESCO-Weltkulturerbe der Pfahlbauten sowie die Grabungen in der Keltenfestung Heuneburg neu inszeniert.

Im Museum der Universität Tübingen MUT/Alte Kulturen auf Schloss Hohen­tübingen findet sich jedoch auch der einzige ägyptische Sarkophag mit Sternenuhr in Mitteleuropa oder eine ­äußerst seltene und begehbare ägyptische Opferkammer aus Giseh im Alter von rund 4500 Jahren. Diese und zahlreiche andere Schätze, wie etwa der Tübinger Waffenläufer, eine wunderbar modellierte Bronze vom Beginn der griechischen Klassik, zeigt das Schloss nun nach einem Umbau der Öffentlichkeit.

Die Dauerausstellung auf Hohentübingen wurde um einen Audioguide bereichert, der auch auf Englisch die Highlights der Abteilungen erläutert. Zudem erschien ein schöner Bildband zu ausgewählten Schätzen aus dem Schloss Hohentübingen für nur 19,90 Euro sowie ein Booklet, das Informationen zu allen 43 Sammlungen der Universität Tübingen bereithält.

Aus Anlass der Wiedereröffnung nach der Modernisierung des Museums wird bis Ende September auch eine aktuelle Sonderausstellung über den Stuttgarter Industriellen Ernst von Sieglin (1848–1927) zu sehen sein: Das andere Ägypten. Die Expedition Ernst von Sieglin nach Alexandria. Die vom Institut für klassische Archäologie gemeinsam mit dem Mu­seum der Universität Tübingen MUT veranstaltete Ausstellung widmet sich nun dem Leben und Werk des Mäzens. Sieglin war einer der bedeutendsten Förderer der Universität, denn der Großteil der Antikensammlung auf Schloss Hohentübingen konnte durch seine großzügigen finanziellen Zuwendungen erworben werden. Der von humanistischen Idealen geprägte Industrielle veranlasste in den Jahren 1898 bis 1902 eine berühmte Expedition nach Ale­xandria. Dabei stand vor allem dieses „andere“, das hellenistisch-römische Ägypten im Fokus. Nach dem Ende der Expedition schenkte Ernst von Sieglin die Funde und angekauften Sammlungen drei verschiedenen Museen in Dresden, Stuttgart und Tübingen. Nun sind erstmals nach 100 Jahren sämtliche Marmorskulpturen in der Tübinger Ausstellung zu sehen.

Informationen

Museum der Universität Tübingen MUT |
Alte Kulturen, Schloss Hohentübingen

Burgsteige 11, D-72070 Tübingen

Tel. +49 (0) 70 71/297 73 84

Mi–So 10–17 Uhr, Do 10–19 Uhr  

museum@uni-tuebingen.de

www.unimuseum.org