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Fernand Léger und Henri Laurens

Tête-à-Tête im Museum Frieder Burda – Gemälde und Skulpturen der beiden Franzosen im Dialog.
Lichtentaler Allee 8b, D-76530 Baden-Baden

Leuchtende Farben und voluminöse Formen: Die Arbeiten von Fernand Léger (1881–1955) und Henri Laurens (1885 bis 1954) waren prägend für die Moderne. Léger setzte in der Malerei starke Akzente, und Laurens schuf Skulpturen, die noch heute vielen Bildhauern als Vorbild dienen. Die beiden Franzosen stehen im Mittelpunkt der großen Sommerausstellung im Museum Frieder Burda in Baden-Baden. Unter dem Titel Léger – Laurens. Tête-à-Tête werden vom 23. Juni bis 4. November 2012 insgesamt über 80 Werke dieser Künstler präsentiert.
Bedeutende Leihgaben kommen hiefür aus dem Centre Pompidou in Paris. Seit 2008 besteht eine enge Kooperation zwischen dem Centre Pompidou und dem Museum Frieder Burda. Über 20 hochkarätige Werke kommen aus Paris nach Baden-Baden. Einige davon werden erstmals in Deutschland zu sehen sein. Dazu zählt das von einem ganz neuartigen Malstil geprägte imposante Werk von Fernand Léger Composition aux deux perroquets – Komposition mit zwei Papageien (1935 bis 1939). Ergänzt wird diese Auswahl um weitere Werke aus großen europäischen Museen und Privatsammlungen.
Fernand Léger gehört zu den herausragenden Vertretern der Moderne des beginnenden 20. Jahrhunderts. Wie seine Freunde Pablo Picasso und Georges Braque setzte er sich mit seiner Zeit auseinander und erarbeitete in der kubistischen Phase seines Schaffens Bilder in kräftigen Farben, die er „Formkontraste“ nannte. Gleichzeitig mit Henri Laurens, den er 1910 kennenlernte, mit Marc Chagall, dem Schriftsteller Guillaume Apollinaire und anderen hatte er ein Atelier in der berühmten Pariser Künstlerkolonie La Ruche. Unter Einfluss der Kriegsmaschinerien begann seine „période mécanique“ (mechanische Periode). Der Mensch fügt sich fortan formelhaft in seine Sujets ein, er wird als anonymes Objekt dargestellt. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Léger in New York und verwendete leuchtende, reine Farben, die sich schon bald von den Formen lösten.
Henri Laurens erhielt früh eine handwerkliche Ausbildung. Tagsüber lernte er auf Bauplätzen Steine zu behauen, abends besuchte er Zeichenkurse. Seine ersten Skulpturen waren von Rodin beeinflusst. Als er mit dem Kubismus in Berührung kam, entwickelte sich die Idee, in Plastiken, Reliefs und Collagen den analytischen Kubismus in die dritte Dimension zu übertragen. Auch Laurens war eng mit Georges Braque und Pablo Picasso befreundet. 1921 löste sich Laurens vom Kubismus und wendete sich der menschlichen Figur und dem Volumen zu. Die 30er-Jahre waren von massigen, dynamischen, häufig aus Bronze gefertigten Kompositionen geprägt.
Jean-Louis Prat, ehemaliger Direktor der Fondation Maeght, kuratiert die Léger-Laurens-Ausstellung. Thematische Parallelen, gemeinsame Interessen sowie ihre Freundschaft werden in der Präsentation herausgearbeitet. Diese außergewöhnliche Ausstellung bietet die Möglichkeit, zwei Ikonen der klassischen Moderne in einem neuen Licht zu entdecken.

Léger – Laurens. Tête-à-Tête
23. Juni bis 4. November 2012

Studioausstellung Jean-Michel Othoniel
23. Juni bis 4. November 2012

Informationen

Museum Frieder Burda

Lichtentaler Allee 8b, D-76530 Baden-Baden

Tel. +49 (0) 72 21/39 8 98-0Di–So 10–18 Uhr

www.museum-frieder-burda.de