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Lucas Cranach und seine Zeit

Altdeutsche Malerei aus der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau.
Markt 4, D-06886 Lutherstadt Wittenberg

Die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau besitzt die größte und bedeutendste Sammlung alter Malerei im Land Sachsen-Anhalt. Den Grundstock bildeten Privatsammlungen aus dem Haus Askanien, darunter die 700 Gemälde umfassende Kollektion der Prinzessin Henriette Amalie von Anhalt-Dessau (1720–1793).
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren diese Gemälde schwer zugänglich und unter schlechten konservatorischen Bedingungen in den Schlössern Anhalts untergebracht. Eine systematisch geordnete, museale Präsentation des umfangreichen Kunstbesitzes wurde erst 1927 möglich, als nach umfangreichen, die Besitzverhältnisse mit dem Herzoghaus Anhalt regelnden Verhandlungen der Freistaat die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau gründete. Ausstellungsort war zunächst das spätklassizistische Palais Reina. Zum ersten Galeriedirektor wurde Dr. Ludwig Grote (1893–1974) berufen. Grote erwarb nicht nur weitere Gemälde vom anhaltischen Herzoghaus, sondern auch Werke von Künstlern des seit 1925/26 in Dessau ansässigen Bauhauses, die jedoch 1937 im Rahmen der NS-Aktion „Entartete Kunst“ aus dem Museum entfernt wurden.
Während des Zweiten Weltkriegs waren die Galeriebestände ausgelagert. Doch in den Auslagerungsorten kam es zu Plünderungen, und die Gemäldegalerie hatte erneut zahlreiche Verluste zu beklagen. So galt auch das Cranach-Bild Das Urteil des Paris (um 1535) nach 1945 als verschollen. 1988 kehrte ein Fragment des Gemäldes nach Dessau zurück.
Der erste Sitz der Gemäldegalerie, das Palais Reina, wurde 1944 durch einen Bombenangriff zerstört. Heute beherbergt das von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736–1800), dem Begründer der klassizistischen Architektur auf dem europäischen Kontinent, ab 1780 erbaute Schloss im Georgengarten die Sammlung. Schloss und Park zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die in Zusammenarbeit mit der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau entstandene Ausstellung zeigt eine Auswahl aus der Sammlung altdeutscher Malerei, darunter eindrucksvolle Werke Lucas Cranachs des Älteren (1472–1553) wie Die Erziehung der Jungfrau Maria oder Die Heilige Familie von Engeln umgeben (um 1510/15). Die Tafeln sind Seitenflügel eines ehemaligen Altarretabels und tragen auf der Rückseite die Wappen des kurfürstlich-sächsischen Hofs, für den Cranach der Ältere in Wittenberg arbeitete, ab 1512 im Haus Markt 4, in dem diese Sonderausstellung gezeigt wird.
Das älteste Gemälde der Ausstellung ist eine auf Goldgrund gemalte Maria mit dem Kind. Dieses Fragment eines zwischen 1430 und 1460 in Süddeutschland entstandenen Altarretabels hatte schon Prinzessin Henriette Amalie angekauft. Es ging 1927 als erstes Gemälde in den Bestand des neu gegründeten Museums ein.
Die Ausstellung entstand mit freundlicher Unterstützung der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau-Rosslau, der Lutherstadt Wittenberg, der ÖSA und Lotto Sachsen-Anhalt.

Informationen

Cranach-Haus

Markt 4, D-06886 Lutherstadt Wittenberg

Tel. +49 (0) 34 91/420 19 11

1. April bis 31. Oktober: Mo–Sa 10–17 Uhr,

So und Fei 13–17 Uhr;

1. November bis 31. März: Mo geschlossen

cranach-stiftung@web.de

www.cranach-stiftung.de