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Orient

Vor 450 Jahren wurde in Füssen die erste Lautenmacherzunft Europas gegründet. Mit dem Motto „ORIENT“ weist das Festival vielsaitig auf die Herkunft der Laute aus dem arabischen Kulturraum hin.

Lechhalde 3, D-87629 Füssen

Der hohe Stand der arabischen und byzantinischen Kultur im 10. Jahrhundert war die Grundlage für den fruchtbaren kulturellen Austausch zwischen dem Morgen- und dem Abendland. Saiteninstrumente gelangten vom Orient durch die maurischen Eroberungen in Spanien und Sizi­lien wie auch über die Handelsbeziehungen zwischen Byzanz und Venedig und die Kriege der Kreuzfahrer ins mittelalterli-che Europa.

Wie die Kunst des Saiteninstrumentenbaus nach Füssen gelangte, ist nicht überliefert. Belegt jedoch ist die Einwanderung des Lautenmachers Georg Wolf im Jahr 1493, eines Mitglieds der berühmten Musikersippe der Lopez, die als Juden während der maurischen Rückeroberung aus Spanien vertrieben wurden.

Die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 markierte das Ende des christlichen Byzantinischen Reichs und stellte eine welthistorische Zäsur dar. ­Orient und Okzident entwickelten sich mehr und mehr auseinander.

Ein Dialog zwischen den Kulturen und über die Glaubensgrenzen hinaus ist die unweigerliche Aufgabe der Kunst in diesem beginnenden 21. Jahrhundert.

Das Festival vielsaitig greift diesen Dialog mit außergewöhnlichen Ensembles auf. Eröffnet wird das Festival mit einem Konzert des Verdi-Quartetts und dem irakischen Musiker Saad Thamir. Jordi Savall und sein Ensemble Hespèrion XXI führen uns mit dem Programm „Orient – Occident“ vor Augen, dass Kulturen, die uns voneinander entfernt, ja sogar verfeindet erschienen, einander erstaunlich nahe stehen und überraschend ähnlich sind.

Die Kreativität des Peter-Lehel-Quartetts macht eine Verbindung von Jazz mit Formen und Elementen westlicher und östlicher Musikkulturen möglich. „Mozart à la Turca“ heißt das Programm des Ensembles FisFüz, das sich mit dem Einfluss der Osmanenmusik auf Mozarts Kompositionen beschäftigt.

Abed Azrié wird uns in einem audiovisuellen Konzert das Gilgameschepos näherbringen. Das Epos nach den Sumerisch-Babylonischen Tafeln, 2000 vor Christus entstanden, hat alle Zeiten überdauert. Seine Themen über das menschliche Sein und die Suche nach dem Bewusstsein und dem kreativen Potenzial des Menschen verlieren bis heute nicht an Aktualität.

Der Füssener Lautenbau war die Voraussetzung für den späteren europäischen Geigenbau, der sich vor allem in Oberitalien zur hohen Kunst entwickelte. Weltweit keine Stadt ist mit dem Geigenbau so intensiv verbunden wie die Stadt Cremona. In einer hochkarätigen Sonderausstellung mit Instrumenten der bedeutendsten Cremoneser Geigenbauer Antonio Stradivari, Andrea Amati, Giu­seppe Guarneri del Gesù und Francesco Ruggeri wird die historische Kompetenz veranschaulicht.


Höhepunkte 2012

Lawrence von Arabien

Eröffnungskonzert: Verdi-Quartett & Saad Thamir (Gesang, Percussion)

29. August 2012, 20 Uhr


„Orient – Occident“

Jordi Savall & Hespèrion XXI

1. September 2012, 20 Uhr


Jazz mit dem Peter-Lehel-Quartett

4. September 2012, 20 Uhr


„Mozart à la Turca“

FisFüz Oriental Chamber Jazz

6. September 2012, 20 Uhr


Abed Azrié, Das Gilgameschepos

nach den Sumerisch-Babylonischen ­Tafeln (2000 vor Christus),

ein audiovisuelles Konzert für westliches und orientalisches Ensemble

7. September 2012, 20 Uhr

Informationen

Festival vielsaitig

29. August bis 9. September 2012

Tel. +49 (0) 83 62/90 31 46

kultur@fuessen.de

www.festival-vielsaitig.fuessen.de