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Marc Minkowski © Marco BorggreveChristiane Karg © Gisela SchenkerFazil Say © Marco BorggreveAndrés Orozco-Estrada © Werner KmetitschAcadémie équestre de Versailles © Agathe Poupeney

Das Klassik-Highlight im Winter

Das Phänomen Mozart ruft immer noch eine beeindruckende künstlerische Vielfalt hervor – diese will die Mozartwoche erlebbar machen.

2015 steht als besonderes Highlight die Kantate Davide penitente auf dem Programm, die zum ersten Mal im März 1785 im Wiener Burgtheater gegeben wurde. Die szenische Umsetzung erfolgt durch den „Pferdechoreografen“ Bartabas und sein Team der Académie éques­tre de Versailles, Marc Minkowski dirigiert Les Musiciens du Louvre Grenoble. Pferde und Menschen, Musik, Bewegung, Licht und Kostüme werden zu poetischen ­Gesamtkunstwerken verbunden, die im deutschsprachigen Raum bisher kaum zu erleben waren. Christiane Karg und Ma­rianne Crébassa werden neben dem Tenor Stanislas de Barbeyrac die Frauenstimmen geben.
Mozart wird mit anderen Komponisten in Verbindung gesetzt: Sämtliche Sympho­nien von Franz Schubert, interpretiert von acht unterschiedlichen Dirigenten, werden während der Mozartwoche 2015 aufgeführt. Unter den Dirigenten finden sich Pablo Heras-Casado, Christoph ­Koncz, Antonello Manacorda, Andrés Orozco-Estrada, Ainars Rubikis und Juraj Valčuha. Kammermusik, Lieder und Klavierwerke von Franz Schubert sind im Programm ebenfalls präsent.
Daneben soll Mozart mit dem Heute und Jetzt verbunden werden: So wird der 2012 verstorbene Elliott Carter Mozart gegenübergestellt. Seine beiden letzten Werke, Epigrams und Instances, werden als Beispiele für die unmittelbare Verständlichkeit der vielfältigen Tonsprache des Komponisten präsentiert.
Weitere Gäste bei der Mozartwoche 2015 sind unter anderen Christiane Karg, Ma­rianne Crébassa, Isabelle Faust, Mitsuko Uchida, Fazıl Say, Gautier Capuçon, Diana Damrau, Pierre-Laurent Aimard; als Orchester werden die Wiener Philharmoniker, das Insula Orchestra, Il Giardino Armonico, die Camerata Salzburg oder das Mozarteumorchester Salzburg zu erleben sein.
Die Wiener Philharmoniker, seit den Anfängen der Mozartwoche nirgendwo sonst so exklusiv mit Mozart-Repertoire zu er­leben, greifen die wesentlichen Themen in drei großen Konzerten rund um Mozart, Schubert und Carter auf.
2015 werden sich einige Künstler auch wieder zyklischen Herausforderungen „in Sachen Mozart“ stellen: Isabelle Faust spielt an einem Abend alle Violinkonzerte, das Hagen-Quartett gibt alle Streichquartette, die Pianisten Fazıl Say und Kristian Bezuidenhout schließen ihre 2014 begonnene, in doppeltem Sinn komplementäre Aus­einan­der­setzung mit den Klaviersonaten ab.
Glücklicherweise dürfen Mozarts Originalinstrumente – sein Hammerklavier und seine Violinen – ab und zu die Museen verlassen, um in einem zu ihrem Klang passenden Konzertsaal gespielt zu werden: Im wunderbaren Großen Saal der Stiftung Mozarteum werden sie in A-Dur-Konzerten von Mozart mit den Spezialisten Thibault Noally und Francesco Corti sowie den Musiciens du Louvre Grenoble zu hören sein.
Als zwei Seiten derselben Medaille lassen sich die Museumskonzerte mit ihrer respektvollen Annäherung an das Original einerseits und das Nach(t)konzert „Mozart on Jazz“ andererseits begreifen. Apropos Medaille: Die große Pianistin Mitsuko Uchida wird nicht nur für zwei Konzerte zu Gast sein, es wird ihr auch im Rahmen eines Festakts zu Mozarts 259. Geburtstag am 27. Januar die Goldene Mozart-Medaille verliehen.
Dass man bei der Mozartwoche in die Zukunft vertraut und neben den bedeutendsten Interpreten unserer Zeit auch die Großen von morgen präsentieren will, zeigt die Fortführung unseres Mozart-Kinder­orchesters, das erstmals mit dem Supe­rar-Chor auftreten wird. Das Filmprogramm im Mozart-Wohnhaus, wissenschaftliche Gesprächsrunden und „Krönungswerke“ Mozarts am letzten Festivaltag erweitern und vervollständigen das Programm.
22. Januar bis 2. Februar 2015

Informationen
Kartenbüro der Stiftung Mozarteum Salzburg
Theatergasse 2 im Mozart-Wohnhaus,
A-5020 Salzburg
Tel. +43 (0) 662/87 31 54
Mo–Fr 9–17 Uhr, Sa 9–12 Uhr
www.mozarteum.at

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