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Einblick in die Hansengalerie, © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien, Foto Gisela ErlacherSimon de Vlieger, Ankernde Schiffe, © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste WienPeter Paul Rubens, Die drei Grazien, © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste WienJan Davidsz. de Heem, Prunkstillleben, © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste WienHieronymus Bosch, Weltgerichtstriptychon, Mitteltafel © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Ein weltmeisterlicher Kunstgenuss

Das Sammlungsjuwel auf dem Wiener Schillerplatz.

Die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste ist ein Geheimtipp in Wiens Museumslandschaft – und doch ­eine der drei international bedeutenden Altmeistersammlungen der Stadt.

Alt und Neu unter einem Dach
Als integrativer Bestandteil der traditionsreichen Akademie der bildenden Künste auf dem Schillerplatz steht das Museum mitten im Spannungsfeld einer überaus lebendigen zeitgenössischen Kunstuniversität. Der Weg zu den prachtvoll ausgestatteten Sammlungsräumen führt vorbei an Künstlerateliers und Klassenräumen in den ersten Stock des altehrwürdigen Ringstraßenpalais, das Theophil Hansen 1877 für die Kunstakademie erbaut hatte.

Hieronymus Bosch und Co
Rund 180 Spitzenwerke aus dem vom Spätmittelalter bis ins 21. Jahrhundert stammenden Gemäldebestand sind permanent ausgestellt. Sie sind mehrheitlich Teil der großzügigen Stiftung des Grafen Lamberg-Sprinzenstein, der 1822 seine rund 800 Gemälde der Akademie mit speziellen Widmungen hinterließ und damit das erste institutionelle Kunstmuseum in Wien schuf. Das Highlight der Sammlung ist der Weltgerichtsaltar des Hieronymus Bosch mit seiner phantasmagorischen Vision des Jüngsten Gerichts, hervorzuheben sind aber auch Meisterwerke von Dirc Bouts, Lucas Cranach dem Älteren, Peter Paul Rubens sowie von Rembrandt und seinen Zeitgenossen des Goldenen Zeitalters der holländischen Malerei. Aus den italienischen Schulen sind Werke von Botticelli, Tizian, Giambattista Tiepolo und Francesco Guardi zu nennen. Hervorragend vertreten ist natürlich auch die Kunst an der Wiener Akademie um 1800 rund um Heinrich Friedrich Füger.

Holländische Marinestücke aus dem 17. Jahrhundert
In den Sommermonaten ist in der Reihe BILDER IM FOCUS die kleine, feine Ausstellung Wasser – Luft – Licht zu sehen, in der ausgewählte Werke aus dem reichen Sammlungsbestand der Gemäldegalerie Einblicke in die Entwicklung und Vielfalt des holländischen Marinestücks im 17. Jahrhundert gewähren.
Seit die Landschaft zu Beginn der Neuzeit zu einem bildwürdigen Motiv aufsteigt, ist Wasser elementarer Bestandteil dieser Darstellungen. Während im 16. Jahrhundert typisierte landschaftliche Versatz­stücke als dekoratives Beiwerk einer Bilderzählung dienen, führen die holländischen Maler des 17. Jahrhunderts auf dem Nährboden einer bürgerlich geprägten Gesellschaft die autonome Landschaftsmalerei
zu einem einzigartigen Höhepunkt. Dabei bringen sie die vielfältigen Erscheinungsformen ihres Lebensraums ins Bild: Neben Städten, Dörfern und Wäldern sind es aufgrund der besonderen Topografie des Landes wasserreiche Gebiete. Darstellungen derartiger Flussregionen, Küstenstreifen und Meereszonen werden unter dem Begriff Marinemalerei zusammengefasst. Mit Jan van Goyen, Simon de Vlieger und Jacob van Ruisdael sind die berühmtesten Landschaftsmaler ihrer Zeit vertreten.

Aktuelle Ausstellung
BILDER IM FOCUS:
„Wasser – Luft – Licht.” Holländische Marinestücke aus dem 17. Jahrhundert
bis 7. September 2014

Informationen
Gemäldegalerie der Akademie der bildenden
Künste Wien, Schillerplatz 3, 1. Stock, A-1010 Wien
Tel. +43 (0) 1/588 16-2222
Di–So und Fei 10–18 Uhr
www.akademiegalerie.at

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