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Arik Brauer und die Bibel

Anlässlich des 80. Geburtstags des österreichischen Malers, Grafikers, Bühnenbildners, Sängers und Dichters Arik Brauer präsentiert das Dommuseum erstmals eine umfassende Schau über dessen biblische Bilder.
Stephansplatz 6, A-1010 Wien

Gezeigt werden Werke vom Anfang der 1960er-Jahre bis zur Gegenwart, die Geschichten aus der hebräischen Bibel, dem Alten Testament, erzählen. Arik Brauer ist einer der prominentesten Vertreter der Wiener Schule des fantastischen Realismus. Die Auseinandersetzung des Künstlers mit religiösen Inhalten ist eine Folge der Reflexion seiner Lebensgeschichte. Im Jahr 1929 als Sohn eines jüdischen Handwerkers in Ottakring geboren, ist er einer der wenigen Überlebenden des nationalsozialistischen Regimes in Wien. Die Geschichte und das Schicksal des jüdischen Volks nehmen in Brauers Schaffen eine zentrale Rolle ein. Die Beschäftigung damit ist sein persönlicher Beitrag zum jüdisch-christlichen Dialog.
Brauers Malerei ist jedoch nicht nur als rein figurativ erzählende aufzufassen, hinter der handwerklich altmeisterlichen Technik der Schichtenmalerei steht vor allem auch eine subtile Botschaft, die geheimnisvoll verschlüsselt übermittelt wird und die Fantasie des Betrachters anregt. So symbolisiert das Bild Der goldene Götze (1964), wie sich die Menschen von der Macht des Geldes allzu leicht blenden lassen. Brauers Kunst, sein Streben nach Harmonie zeigen sich eindringlich im Werk Der bunte Todesengel (1997), in dem der Tod „kein Gerippe und auch kein schwarzer Rabe“ ist, sondern als „farbenfroher, prächtiger Augenblick“ dargestellt wird.
Neben der Ausstellung im Dommuseum ist als weiteres Symbol der Wertschätzung seitens der katholischen Kirche für den Künstler ein Bauwerk hervorzuheben: die Außenfassade der katholischen Pfarrkirche Am Tabor in Wien. Sie wurde nach einem Entwurf Brauers im Jahr 1995 neu gestaltet, stellt das „Letzte Abendmahl“ mit Symbolen des jüdischen Passahfests dar und ist somit ein besonderer Ausdruck des Dialogs beider Religionen.
Für Arik Brauer stellt die Bibel nicht nur eine bedeutende künstlerische Inspirationsquelle dar, vielmehr noch sieht er sie selbst als „ein überragendes Kunstwerk“.
bis 20. Juni 2009

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