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Dresdner Knabe, römische Kopie der frühen Kaiserzeit nach einem Bronzewerk des Polyklet oder seiner Schule, gegen 430 vor ChristGeburtsbesteck © FahrenbachCarl Gustav Carus, Eichen am Meer, Insel Vilm, 1835, Öl auf Leinwand, Galerie Neue MeisterSerpentinschale der Magdalena Sybilla, Hendrik Langemarck zugeschrieben, Kopenhagen 1651Japanisches Palais, Foto: E. Winkler

Dresdner Kunstsommer 2009

Die sächsische Residenz lockt diesen Sommer mit hochkarätigen Ausstellungen in malerischer Architektur.
Residenzschloss, Taschenberg 2, D-01067 Dresden

In diesem Sommer machen die Staatlichen Kunstsammlungen die Reise nach Dresden um einige Höhepunkte reicher: Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten wie Frauenkirche, Zwinger oder Semperoper gibt es eine ganze Menge Neues zu entdecken: So wird seit Anfang des Jahres das Residenzschloss von der modernen Kuppel des Architekturbüros Kulka bekrönt, und schon im August soll mit der Fürstengalerie der Wettiner der nächste Bauabschnitt des Schlosses vollendet werden. Der vollständig rekonstruierte, 60 Meter lange Raum im ersten Obergeschoss des Residenzschlosses gehörte einst zum Wohnbereich der sächsischen Herrscher und wird Gemälde und Skulpturen aus der Gemäldegalerie Alte Meister, der Rüstkammer und der Skulpturensammlung zeigen, welche die Reihe der wettinischen Kurfürsten und Könige mit ihren Gemahlinnen abbilden.
Als sei dies nicht genug, feiern mehrere erstklassige Ausstellungen den Sommer und die Stadt und laden die Dresdner und ihre Gäste ein, auf beiden Seiten der Elbe Kunst in einzigartiger Kulisse zu genießen.

Verwandelte Götter. Antike Skulpturen des Museo del Prado zu Gast in Dresden
Die Ausstellung Verwandelte Götter. Antike Skulpturen des Museo del Prado zu Gast in Dresden führt Hauptwerke aus zwei Museen von Weltrang zusammen. Die rund 70 gezeigten antiken Skulpturen stammen aus den königlichen Sammlungen des Museo Nacional del Prado in Madrid und der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die zu den bedeutendsten Antikensammlungen außerhalb Italiens zählen. Gemeinsam präsentieren sie exemplarische Schlüsselwerke der Antike – von der griechischen Klassik bis zur spätantiken römischen Kunst. Ein Großteil der Dresdner Werke wurde eigens für die Ausstellung aufwendig restauriert und wissenschaftlich neu bearbeitet.
Diese bereits im Prado umjubelt gezeigte Ausstellung findet von Mai bis September im barocken Japanischen Palais in Dresden eine würdige Unterkunft, war doch das Haus in seiner fast 300-jährigen Geschichte als Museum bereits einmal Ausstellungsort der königlichen Antikensammlung. Schon ab dem Jahr 1786 konnte die Öffentlichkeit die damals etwa 400 Stücke umfassende Antikensammlung im Erdgeschoss des Palais bewundern. Mit seinem imposanten Innenhof und dem Canaletto-Blick über die Elbe bildet es nun erneut die Kulisse für eine einmalige Inszenierung.

Carl Gustav Carus. Natur und Idee
Nur durch die Elbe getrennt und damit in Fußnähe, im Zwinger und im Residenzschloss, widmet sich die Ausstellung Carl Gustav Carus. Natur und Idee dem nicht nur für Dresden so bedeutenden Maler und Wissenschaftler. Carus (1789–1869) gehörte zu den herausragenden Persönlichkeiten des geistigen und gesellschaftlichen Lebens in Deutschland im 19. Jahrhundert und gilt zugleich als Begründer der Psychosomatik. Carus war ein „Universalgelehrter“ im Sinne Goethes und Alexander von Humboldts und als Vertreter der Romantik in Dresden im Umfeld von Caspar David Friedrich und Johan Christian Dahl.
Die Ausstellung zeigt Carus’ umfangreiches und außerordentlich vielfältiges Lebenswerk in all seinen Facetten. Neben Gemälden und Zeichnungen des Künstlers Carus sind auch medizinische Geräte, Briefe, seine Schriften, anatomische Modelle oder die Schädelsammlung zu sehen, die Carus als Mediziner anlegte. Werke aus internationalen Museen ergänzen die Objekte aus zahlreichen Dresdner Sammlungen, unter ihnen die Sächsische Landesbibliothek, die Staats- und Universitätsbibliothek und das Museum für Völkerkunde.

Mit Fortuna übers Meer
Der dritte Ausstellungshöhepunkt des Sommers widmet sich dem sächsischen Hof und dessen intensi-ven Beziehungen zu Dänemark im 16. und 17. Jahrhundert. Im Mittelpunkt der Schau Mit Fortuna übers Meer stehen vor allem die Eheschließungen zwischen dem Kurfürstentum Sachsen und dem damals mächtigsten Königreich im Norden Europas und damit die Frauen selbst, die im dynastischen Auftrag über das Meer reisten. Mit der Hochzeit zwischen Herzog August und der dänischen Prinzessin Anna im Jahr 1548 begründeten Dresden und Kopenhagen eine lang andauernde Allianz. Einzigartige Kunstwerke aus Renaissance und Barock zeugen noch heute vom prachtvollen Kunstbesitz der sächsisch-dänischen Paare und künden vom hohen Standard fürstlicher Sammelleidenschaft. Zur Vielzahl der gezeigten Werke gehören Gemälde, mit Edelsteinen verzierte Schmuckstücke, filigrane Elfenbeindrechseleien, Medaillen und Gläser, aber auch fürstliche Werkzeuge, Prunkwaffen und höfische Gewänder. Die Ausstellung vermittelt darüber hinaus einen Abglanz der prunkvollen Hochzeitsfeierlichkeiten: In Ringrennen, allegorischen Umzügen, Feuerwerken und musikalischen Darbietungen zeigten sich Machtanspruch und Reichtum der sächsischen und dänischen Herrscher.
Informationen
Verwandelte Götter. Antike Skulpturen des Museo del Prado zu Gast in Dresden
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Museo Nacional del Prado, Madrid
20. Mai bis 27. September 2009
Japanisches Palais
Palaisplatz 11, D-01097 Dresden
täglich 10–18 Uhr, Do 10–22 Uhr

Carl Gustav Carus. Natur und Idee
Kupferstich-Kabinett und Galerie Neue Meister in Zusammenarbeit mit der Alten Nationalgalerie Berlin
26. Juni bis 20. September 2009
Semperbau am Zwinger, Theaterplatz 1,
und Residenzschloss Dresden, Eingang Schlossstraße und Sophienstraße, D-01067 Dresden täglich 10–18 Uhr

Mit Fortuna übers Meer. Sachsen und Dänemark – Ehen und Allianzen im Spiegel der Kunst (1548–1709)
Staatliche Kunstsammlungen Dresden und Königlich Dänische Sammlungen, Schloss Rosenborg
23. August 2009 bis 4. Januar 2010
Residenzschloss Dresden, Eingang Schlossstraße und Sophienstraße, D-01067 Dresden
Mi–Mo 10–18 Uhr, Di geschlossen

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