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Freiheit. Gleichheit. Brandenburg. Demokratie und Demokratiebewegungen

Heuer wird der 20. Jahrestag der friedlichen Revolution und der Maueröffnung zum Anlass genommen, unter dem Motto „Freiheit. Gleichheit. Brandenburg. Demokratie und Demokratiebewegungen“ die Gesellschaftsform der Demokratie und ihre Entwicklungen zu reflektieren.

Kulturland Brandenburg lädt seit vielen Jahren nicht nur dazu ein, Brandenburg und seine kulturhistorischen Schätze aus neuen Blickwinkeln zu entdecken, sondern widmet sich auch den gesellschaftlichen Fragen des Landes in Vergangenheit und Gegenwart.
2009 setzen sich die rund 40 Projektpartner mit dem gestellten Thema in den unterschiedlichsten Formen wie Ausstellungen, Theater-, Film- und Kunstprojekten sowie Konzerten auseinander. Kulturland Brandenburg lädt ein, die vielfältigen Facetten demokratischen Gesellschaftslebens und -strebens im Land Brandenburg zu entdecken und zu diskutieren.
Eine schillernde Figur der preußischen Demokratiegeschichte steht im Mittelpunkt der großen Ausstellung Demokratie von oben! Preußens Staatskanzler Karl August von Hardenberg – zu erleben im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte vom 4. September bis 8. November 2009. Brillanter Staatsmann, Liebling der Frauen, geschickter Diplomat, verschwenderischer Lebemann – Hardenbergs Talente waren vielfältig, sein Leben reich an Erfolgen wie auch an Niederlagen. Rund drei Jahrzehnte, vom Beginn der Französischen Revolution 1789 bis zum Sieg der Reaktion 1819 mit dem Erlass der Karlsbader Beschlüsse, war Hardenberg die zentrale Persönlichkeit der preußischen Politik.
Seine Laufbahn begann Hardenberg als Verwaltungsjurist in hannoverschen und braunschweigischen Diensten, bevor er ab 1791 als „Vice-König von Franken“ die neue preußische Provinz zu einem Musterland formte. Von 1803 an bekleidete er mit Unterbrechungen das Amt des preußischen Außenministers. Nach der preußischen Niederlage bei Jena und Auerstedt 1806 erzwang Napoleon die Entlassung seines erklärten Feindes. Mit der Ernennung zum Staatskanzler wurde Hardenberg dann ab 1810 zum wichtigsten politischen Gestalter Preußens und führte die von Freiherr vom Stein eingeleiteten wegweisenden politischen Reformen nun als „Revolution von oben“ fort. Vieles daran blieb Stückwerk, auch Hardenbergs bemerkenswerter Verfassungsentwurf für Preußen wurde nicht verwirklicht.
Die Ausstellung im HBPG ist ein zentrales Projekt des Themenjahrs von Kulturland Brandenburg. Hochkarätige Kunstwerke und bedeutende Dokumente aus zahlreichen Museen und Privatsammlungen verbinden sich zum Lebensbild eines außergewöhnlichen Staatsmanns und zu einer Skizze Preußens zu Beginn der Moderne.
Mit Vom „Haus des Terrors“ zum „Haus der Demokratie“ wird es eine außergewöhnliche Ausstellung zur friedlichen Revolution in Potsdam in der Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 geben. In fünf Stationen sollen Ursachen, Vorgeschichte und der dramatische Verlauf des Umbruchs von 1989/90 im ehemaligen Bezirk Potsdam erstmalig dokumentiert werden.
Im Mittelpunkt stehen die damaligen oppositionellen Akteure und ihr Beitrag zur Überwindung der SED-Diktatur. Die Präsentation mit zahlreichen unbekannten Bild- und Tondokumenten wird gemeinsam vom Potsdam-Museum und dem Zentrum für zeithistorische Forschung Potsdam erarbeitet. Die Ausstellungsmacher knüpfen dabei an die Geschichte des Ausstellungsorts an. Dort verschränkt sich auf einzigartige Weise die Kontinuität politischer Verfolgung von 1933 bis 1989 mit der Geschichte der Überwindung der SED-Diktatur in den Jahren 1989/90. Im Januar 1990 wurde das im Volksmund „Lindenhotel“ genannte Anwesen, das bis dahin dem Ministerium für Staatssicherheit als Untersuchungsgefängnis und Verhörzentrale gedient hatte, auf Beschluss des „runden Tischs“ von den neuen Bewegungen und Parteien übernommen. Als Potsdamer „Haus der Demokratie“ etablierte sich das Gebäude rasch zur zentralen Anlaufstelle der demokratischen Kräfte im Bezirk. Das Engagement, das von hier ausging, machte den friedlichen Umbruch in Potsdam unumkehrbar. Die Dauerausstellung wird am 4. Dezember 2009 eröffnet.
Das Stadtmuseum Cottbus präsentiert im 20. Jahr nach der politischen Wende in der DDR ein Projekt, das an die Jugendkultur in den 1980er-Jahren erinnert. Dort können Cottbusser und ihre Gäste vom 17. September bis 30. November 2009 die Ausstellung Born in the GDR – Jugendkultur in Cottbus zwischen 1980 und 1990 besuchen.
Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass in Cottbus mit „anderen Bands“ wie WK 13 und Sandow in dieser Zeit eine Entwicklung im kulturellen Bereich festzustellen ist, die in ihrer Konsequenz wesentlich zu den Veränderungen 1989/90 beitrug. Titelgebend ist die pseudoaffirmative Hymne der Band Sandow, die bis heute noch für Irritationen sorgt. Parallel zu Entwicklungen in anderen Zentren der DDR erblühte damals fernab vom staatlich verordneten Mainstream auch in Cottbus eine eigenständige subkulturelle Szene, bestehend aus Künstlern aller Gattungen, die alternative Organisationsformen und Orte kreierten, um sich Ausdruck zu verschaffen. Neuartige Galerien, wie zum Beispiel Marie 23, wurden gegründet, und Konzerte fanden oftmals unter dem Dach der Kirche statt.
Die Ausstellung strebt an, den Bürgern der Stadt und vor allem Jugendlichen aufzuzeigen, wie sich in den letzten Jahren der DDR auch in der Cottbusser Jugendkultur Prozesse herauskristallisierten, die schließlich in dem grundlegenden Wandel am Ende des Jahrzehnts münden sollten.
Die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg wird 2009 in sieben Mitgliedsstädten interessante Ausstellungen und ein anspruchsvolles Begleitprogramm zur Reflexion der Wiederentdeckung historischer Altstädte vor, während und nach der politischen Wende 1989 präsentieren. „WendePunkte“ sind exemplarische Orte, an denen Bürgerproteste stattfanden, „runde Tische“ etabliert wurden und/oder die erhaltende Stadterneuerung, die Rettung der historischen Bausubstanz, ermöglicht wurde.
Die Ausstellungen in den Mitgliedsstädten Belzig, Brandenburg an der Havel, Doberlug-Kirchhain, Kyritz, Lenzen (Elbe), Jüterbog und Wittstock/Dosse zeigen den Wandel historischer Schauplätze, der Alltagskultur, der Interessen und Lebensstile, geben Einblick in die Erneuerungsaktivitäten zu DDR-Zeiten, skizzieren die demokratischen Strukturen vor und nach dem Umbruch anhand stadtbildprägender Bauwerke und erläutern die „WendePunkte“ durch Vorher-nachher-Gegenüberstellungen. Ab Mai können die Ausstellungen an bedeutenden Orten in den historischen Stadtkernen besucht werden.

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