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Außenansicht des Albertinums von der Brühlschen Terrasse Foto: © KlutAußenansicht des GRASSI-Museums  Kunstsammlungen Chemnitz Museum GunzenhauserResidenzschloss Dresden: Entwurf der „Türckischen Cammer“ von Peter Kulka Architektur Dresden, Konzeption: Staatliche KunstsammlStaatliche Kunstsammlungen Dresden, Rüstkammer: Dolch und Säbel mit Scheide, osmanisch, Mitte 16. Jahrhundert Foto: © Klut/Estte

Museumsreif: Geschichten über 1000 Jahre Kulturlandschaft Sachsens

Sachsen ist reich an Geschichte, denn die sächsische Kulturlandschaft ist über 1000 Jahre alt. So ist es kein Wunder, dass dieses Land ebenso reich an Stätten ist, die Geschichten über diese Geschichte erzählen.

An die 500 Museen breiten in Sachsen ihre gesammelten Schätze kunstvoll aus. Mit dieser stattlichen Vielfalt nimmt der Freistaat einen der vordersten Plätze in Deutschland ein. Zu den bedeutendsten Museen der Welt zählen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit ihren insgesamt elf Museen. 2010 feiern sie ihr 450. Jubiläum. Sie sind in ihrer thematischen Vielfalt einmalig. Ihren musealen Ursprung haben sie in den barocken Sammlungen der sächsischen Kurfürsten und polnischen Könige August der Starke und seines Sohns König August III.

Die „Türckische Cammer“ zu Dresden ab Dezember 2009
Ein neuer Schatz kommt im Dezember hinzu: Die „Türckische Cammer“ zu Dresden – die kurfürstlich-sächsische Sammlung orientalischer Kunst im Dresdner Residenzschloss. Auf 750 Quadratmetern präsentiert sie nicht weniger als 1000 Objekte. Größtes Objekt ist ein knapp 20 Meter langes und 6 Meter hohes osmanisches Staatszelt mit prächtigen Applikationen aus Seide und vergoldetem Leder. Eine andere Besonderheit der Sammlung sind die erhaltenen historischen Inventare. Das älteste stammt aus dem Jahr 1606. Die Sammlung ist in ihrem Erhaltungszustand und in dieser Größe so nur in Dresden erlebbar. Die „Türckische Cammer“ der Kurfürsten von Sachsen erhält damit nun endlich eine Ausstellungsmöglichkeit, wie sie ihrer internationalen Bedeutung gerecht wird.
Das neue Albertinum – Haus der Moderne ab Juni 2010
Ein weiteres Ereignis von Weltrang steht in Dresden 2010 bevor: die Wiedereröffnung des Albertinums nach mehrjährigem Umbau mit der Galerie Neue Meister und der Skulpturensammlung. Eine schwebende Brücke über dem Innenhof macht das Albertinum an der Brühlschen Terrasse dann schon von außen spektakulär. In der Galerie Neue Meister wird in den sanierten Ausstellungsräumen die Kunst der Moderne ab dem 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart in neuem Ausmaß, neuer Zusammenstellung und in all ihren Gattungen gezeigt. Im Mittelpunkt stehen Werke von Künstlern aus Dresden und der Region.
www.skd-dresden.de

Neo Rauch im Museum der bildenden Künste Leipzig
Und wenn es heute gilt, über die Kunst in Leipzig zu berichten, dann steht ein Name im Vordergrund: Neo Rauch. 2010 feiert der Künstler der Neuen Leipziger Schule seinen 50. Geburtstag. In einer großen Überblicksausstellung vom 18. April bis 8. August 2010 im Museum der bildenden Künste zieht er Resümee. Neben einigen frühen Werken mit zentraler Bedeutung für den Künstler zeigt die Ausstellung in Leipzig und fast parallel in der Pinakothek der Moderne München mehr als 90 Bilder, die nach 2006 entstanden sind und bisher noch nie gezeigt wurden. Das Museum der bildenden Künste zählt zu den ältesten Kunstmuseen Deutschlands und ist auf die bürgerliche Sammelleidenschaft im 19. Jahrhundert zurückzuführen.
www.mdbk.de

Ein kostbarer Koromandel-Lackschirm im GRASSI-Museum
Auch Leipzig hat mit dem umfassend sanierten GRASSI-Museum für angewandte Kunst ein Juwel zu bieten. Die neu konzipierte ständige Ausstellung soll künftig insgesamt drei Ausstellungsrundgänge umfassen. Der erste, bereits zu besichtigende Rundgang, „Antike bis Historismus“, erstreckt sich über 30 Ausstellungsräume. Er lädt zu einer Reise durch 2500 Jahre Kunstgeschichte ein. Der zweite Ausstellungsrundgang, „Asiatische Kunst“, eröffnet im November 2009 mit Kunsthandwerk vor allem aus China, Japan und Persien. Zu den Glanzstücken der „Asiatischen Kunst“ zählt neben zahlreichen, seit Jahrzehnten nicht mehr zugänglichen Einzelobjekten ein kostbarer Koromandel-Lackschirm. Die Eröffnung des dritten Rundgangs, „Jugendstil bis Gegenwart“, ist für Herbst 2011 vorgesehen. Darüber hinaus locken wechselnde Sonderausstellungen und die jährlich Ende Oktober stattfindende GRASSIMESSE, eine der europaweit bedeutendsten Verkaufsmessen für angewandte Kunst und Design, ins Museum für angewandte Kunst.
www.grassimuseum.de

„Noble Gäste“ in den Kunstsammlungen Chemnitz
In Chemnitz bilden die Kunstsammlungen mit zahlreichen Werken Karl Schmidt-Rottluffs und das Museum Gunzenhauser unter dem Namen Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser einen unübersehbaren Schwerpunkt der klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts in Sachsen. Die Kunstsammlungen Chemnitz feiern 2009 ein besonderes Jahr, denn das Gebäude auf dem Theaterplatz wird 100 Jahre alt. Zum Reigen besonderer Ereignisse gehören Ausstellungen mit Werken von noch nie beziehungsweise selten in Deutschland präsentierten Künstlern wie Henri Le Sidaner und Aristide Maillol. An der Präsentation von Dänemark in Sachsen sind die Kunstsammlungen Chemnitz mit Skulpturen eines der bedeutendsten lebenden Bildhauer des Landes, Bjørn Nørgaard, beteiligt. Ein weiterer Anlass für Neuigkeiten ist der 125. Geburtstag von Karl Schmidt-Rottluff in diesem Jahr. Mit fünf bedeutenden Gemälden des Malers Lovis Corinth beherbergen die Kunstsammlungen seit Januar 2009 „noble Gäste“ aus der Kunsthalle Bremen.
Der 40. Todestag von Otto Dix steht von Mai bis Oktober dieses Jahres im Museum Gunzenhauser im Mittelpunkt. Dix gilt als der wichtigste Künstler der privaten Sammlung deutscher Kunst des 20. Jahrhunderts, die der Münchner Galerist Dr. Alfred Gunzenhauser der Stadt im Jahr 2003 stiftete. Hiefür wurde das 1930 fertiggestellte Sparkassengebäude zu einem Kunstmuseum umgebaut, das Architektur und Sammlungsprofil hervorragend vereint. Die Stiftung umfasst mehr als 2400 Werke von 270 Künstlern, darunter mit 290 Werken eines der weltweit größten Otto-Dix-Konvolute. Diese einzigartige Sammlung von Weltformat ist eine unschätzbare Bereicherung, die weit über Chemnitz hinaus ihre Wirkung entfaltet.
www.kunstsammlungen-chemnitz.de

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