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Blick in den AusstellungsraumAugustalis-Goldmünze Kaiser Friedrichs II.Staufer-Stele in Göppingen

Neue Ausstellung am Fuß des Kaiserbergs Hohenstaufen

Hier nahm alles seinen Ausgang: Aus dem Namen eines Bergs wurde der Name einer Burg, wurde der Name einer adeligen Familie, wurde der Name einer Dynastie, wurde der Name eines Zeitalters.

Im „Staufer-Jahr“ 1977, in dem die im Württembergischen Landesmuseum Stuttgart gezeigte Landesausstellung Die Zeit der Staufer alle Besucherrekorde brach, fand dieses Interesse an der Geschichte auch seinen Niederschlag in der Heimat der Staufer am Fuß des markant sich erhebenden Bergs Hohenstaufen. Es wurde die „Straße der Staufer“ als Kulturroute um den Hohenstaufen ausgeschildert und ein Ausstellungsraum erbaut. Seit 15. März 2009 wird dort die Geschichte der Staufer neu und ansprechend präsentiert.
Die Ausstellung nimmt die Herkunft und Heimat der Staufer zu ihrem Ausgangspunkt. Daran schließen sich Themen wie Ritter und Ministeriale, Barbarossa auf dem Kaiserthron, Staufer im Südreich und Kreuzzüge an. Die Ausstellung schildert aber auch den Wandel in Stadt und Land im 12. und 13. Jahrhundert, der erst das damalige Bevölkerungswachstum und die zahlreichen Stadtgründungen ermöglichte.
Fotos, Karten, Schaubilder, Originalzeugnisse und Nachbildungen bedeutender Kunstwerke der Stauferzeit veranschaulichen diese Aspekte. Zu sehen sind zum Beispiel die berühmte „Augustalis“-Goldmünze und Silbermünzen der Stauferzeit. Zu den beeindruckenden Nachbildungen gehören der Cappenberger Kopf mit der Taufschale Barbarossas und die Sitzfigur Kaiser Friedrichs II. vom Capuaner Brückentor. Hiezu wurden bereits in den 1960er-Jahren von den im Museum in Capua bewahrten Körperhälften und dem nur als Abguss erhaltenen Kopf weitere Abgüsse gemacht und diese wieder zur Gesamtfigur zusammengesetzt. Eine viel später von dem Kunsthistoriker Prof. Peter C. Claussen in der Vatikanischen Bibliothek entdeckte und mit Federico II betitelte Zeichnung bestätigte diese Rekonstruktion.
Zu sehen sind auch Nachbildungen von Urkunden, die auf dem Hohenstaufen ausgestellt worden sind. So hielt sich Kaiser Friedrich Barbarossa 1181 „in castro Stoufen“ auf. Und Königin Irene von Byzanz schrieb wenige Tage vor ihrem Tod in der Burg der Vorfahren ihres Gatten Philipp von Schwaben in bewegenden Worten ihren Letzten Willen nieder. Auf Flachbildschirmen laufen Kurzfilme, die von Barbarossa auf dem Kreuzzug und den Frauen der Staufer handeln, aber auch die Rüstung eines Kreuzritters und seinen Umgang mit Schwert und Schild anschaulich machen.
Die Texte und Erläuterungen in der Ausstellung sind durchgängig in Deutsch, Englisch und Italienisch zu lesen, auch die Filme sind dreisprachig abrufbar. Die Ausstellungsgestaltung lag in den Händen von Ranger Design, Stuttgart.
Vom Ausstellungsraum erreicht man den Gipfel des Hohenstaufen mit der Ruine der staufischen Stammburg in 15 Minuten. Vom Gipfel des kegelförmigen Zeugenbergs bietet sich ein wunderbarer Panoramablick.

Die Staufer
Dauerausstellung im Dokumentationsraum für staufische Geschichte, Kaiserbergsteige 22,
D-73037 Göppingen-Hohenstaufen
bis 15. November, Di–So 10–12 und 13–17 Uhr; in der Winterzeit Sa und So zu denselben Zeiten. Der Eintritt ist frei.

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