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John Constable – Maler der Natur

In England hoch geschätzt und gefeiert, in Deutschland kaum bekannt: Der Malerstar und Pionier der Moderne John Constable (1776–1837) ist nun endlich auch in Deutschland zu sehen.

Konrad-Adenauer-Straße 30-32, D-70173 Stuttgart

Als einzige deutsche Station zeigt die Staatsgalerie Ölskizzen und Zeichnungen aus dem Victoria and Albert Museum (V&A), London, das über einen der reichsten und besten Constable-Bestände weltweit verfügt. Im Mittelpunkt der Sonderausstellung stehen zwei kürzlich restaurierte Hauptwerke aus der Sammlung des V&A, The Hay Wain (Der Heuwagen) und The Leaping Horse (Das springende Pferd), die nun wieder ihre volle Farbigkeit und ihren tonalen Reichtum entfalten können.

Die Auswahl von Ölskizzen und Papier­arbeiten spannt den Bogen über alle Themen und Schaffensphasen des Künstlers. Vor allem die kleinformatigen Freilichtstudien zeigen John Constable als Maler, der die Natur seiner Heimat in packende Seherlebnisse von hohem Abstraktheitsgrad verwandelt. Diese Werke, die zu Lebzeiten des Künstlers als nicht ausstellungswürdig galten, begeistern den Betrachter heute durch ihre Nähe zur Malerei eines Adolph Menzel, Max Liebermann oder Lovis Corinth.

Wie kein anderer Maler hat John Con­stable die Landschaftskunst des 19. Jahrhunderts geprägt: Eugène Delacroix nannte ihn „den Vater unserer Landschafts­malerei“, Corot, Manet sowie die Maler der Schule von Barbizon studierten begeistert seine Werke. Auch für die zeitgenössische Malerei bleibt Constable ein wichtiger Anreger: 2002 kuratierte der britische Maler Lucian Freud eine Ausstellung in Paris mit Werken seines verehrten britischen Vorgängers.

Ähnlich wie Rembrandt fand Constable alle seine Landschaftsmotive in seiner Heimat (heute „Constable-Land“), der er zeitlebens innerlich eng verbunden blieb. Constable stammte aus dem Dorf East Bergholt in Südengland. In seiner Heimat Suffolk mit ihren Weiden, Feldwegen, Mühlen, Schleusen und Baumgruppen fand er eine unerschöpfliche Fülle von Motiven. Reisen führten ihn nach Salis­bury, dessen Kathedrale er mehrfach dargestellt hat, sowie nach Weymouth und Brighton, wo ihn die Strände und Klippen des Meers reizten.

Sein ausgeprägtes Interesse für Meteorologie und Optik erlaubte ihm eine unvoreingenommene Betrachtung der Natur­phänomene. Eine völlig neue Maltechnik entstand, bei der das Licht regelrecht in die Landschaften hineingemalt wurde.

Seine Ölskizzen und Aquarelle erhalten durch teilweise ausführliche Beschriftungen den Charakter eines Wettertagebuchs. Neben kurzen Notizen wie „Juli 1802 gegen Abend gemalt“ stehen ausführliche Beischriften wie „12. Sep. 1821. Mittag. Frischer Westwind … Sonne sehr heiß. Blick nach Süden außerordentlich hell, klar & strahlend, sehr schwere Regenschauer am Nachmittag, aber ein schöner Abend. Starker Wind in der Nacht“.

bis 3. Juli 2011

James Frazer Stirling.

Notes from the Archive

Mit einer Auswahl von Modellen, Plänen und bisher unveröffentlichtem Archiv­material stellt die Ausstellung James Frazer Stirling (1926–1992) vor, einen der einflussreichsten und innovativsten Archi­tekten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nicht allein als monografische Retrospektive angelegt, vermittelt die Ausstellung präzise Einblicke in den Entwurfsprozess des Architekten. Stirlings gebautes wie ungebautes Werk, da­run­ter berühmte Entwürfe wie die Neue Staatsgalerie Stuttgart (1977 bis 1984), das Engineering Building der Universität Leicester (1959–63), die History Faculty in Cambridge (1964–67), Museumsbauten für Lon­don (Clore Gallery der Tate, 1980 bis 1986) und Harvard (Arthur M. Sackler Museum 1979–84), das Wis­senschaftszentrum in Berlin (1979 bis 1987), der Wettbewerb für die Bibliothèque de France (1989), aber auch bislang nur selten gezeigte bzw. völlig unbekannt gebliebene Projekte aus einer über 40-jährigen Schaffenszeit werden veranschaulicht.

1. Oktober 2011 bis 15. Januar 2012

Informationen

Staatsgalerie Stuttgart

Konrad-Adenauer-Straße 30–32,

D-70173 Stuttgart

Tel. (+49-711) 47 0 40-0

Mi, Fr, Sa und So 10–18 Uhr,

Di und Do 10–20 Uhr

info@staatsgalerie.de

www.staatsgalerie.de

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