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Von den Enden der Welt über die Enden der Welt

Es gibt viele Gründe, das Performative an den Enden der Welt und über das Enden der Welt zu suchen. Einer davon ist die immer wieder neu und anders – auch in jeder Kultur, jedem Kontinent und in jeder Generation – gestellte Frage, wie wir leben wollen. Der Doppelsinn der Weltenden beschäftigt das diesjährige Schauspielprogramm der Wiener Festwochen, das sich geografisch zwischen Grönland, Mali, Kasachstan und Kolumbien bewegt und auch inhaltlich zwischen extremen Klimazonen, in denen sinnfällig wird, dass Wasser ein Kriegsgrund ist und dass die Möglichkeit zu atmen und zu essen eine Ware wird, die sich nicht jeder leisten kann.
Lehárgasse 11, A-1060 Wien

Schauspieldirektorin Stefanie Carp zitiert Heiner Müller: „Für alle reicht es nicht“, und meint: „Womit er nur unter der Prämisse Recht hat, dass man die gegenwärtige Verteilung der Ressourcen akzeptiert. Die Kämpfe um diese Verteilung sind härter und mitleidloser geworden, nicht nur an den Enden, auch in den Zentren der Welt: Ob er Japan für ein reiches Land halte, wird ein Tokiotourist aus Australien auf dem Platz vor einem Theater im Stadtteil Ikebukuro gefragt. Auf dem Platz zelten Obdachlose unter Lkw-Planen – kaum sichtbar zwischen den glänzenden Fassaden, Leuchtreklamen und vorbeiströmenden Passanten. Der Künstler Akira Takayama interessiert sich gerade für sie und stellt für sein Projekt Compartment City an 300 Vorbeigehende die gleichen 30 Fragen. Der Australier lächelt in die Kamera. Ja, so scheine es.

Die afrokolumbianischen Einwohner des Küstenstädtchens Guapí, Nachfahren der in die Neue Welt verschleppten Sklaven, sind in die Umschlagwege des illegalen Kokainanbaus eingebunden und damit in den Krieg von Guerilla, Militär und mordenden Paramilitärs geraten, deren Brutalität sie in befremdend brutalen Ritualen eines Straßenkarnevals verarbeiten. Die Künstler des Mapa Teatro aus Bogotá haben alles gefilmt und dokumentiert.

Auch Christoph Marthaler bricht zu vergessenen Menschen und vergessenen Landschaften auf. In Grönland ist jeder Verwaltungsbeamte gleichzeitig noch Jäger und Fischer. Die Moderne schlug spät und plötzlich in das Land ein. Grönland hat die höchste Selbstmordrate der Welt. Wenn das Grönlandeis schmilzt, wird sich die Insel heben, und große Teile der üb­rigen Welt werden in Fluten versinken. Vom Öl in der Arktis vor Grönland werden die Grönländer nichts bekommen.

Die Ölfelder in Kasachstan und die zum neuen Reichtum zurückkehrenden Russlanddeutschen inspirieren Stefan Kaegi zu einem szenischen Reisebericht entlang den Pipelines, der von Menschenwanderungen und ihren Gründen erzählt.

Aber auch das Reisen an die Ränder der Stadt, das Besetzen anderer, nicht kulturell definierter sozialer Räume sind Chance und Aufgabe eines Festivals. Alle die Wirklichkeit uminszenierenden, eingreifend und partizipatorisch arbeitenden Künstler müssen den geschützten Theaterraum natürlich verlassen. So lässt der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó seine Realfiktion vom osteuropäischen Menschen- und Pornogeschäft auf zwei Lkw-Lade­flächen spielen. Akira Takayama baut sein Internet-Video-Café auf dem Karlsplatz auf. Kristian Smeds aus dem Norden Finnlands sucht mit seinen litauischen Schauspielern keine Bühne, sondern einen mit übrig gebliebener Vergangenheit und brutaler Postmoderne aufgela­denen Ort, um einen finnisch-litauischen Vorort-Kirschgarten als soziale Plastik im heutigen Leben eines Wiener Bezirks aufzuführen. In den Arbeiten der Künstlerinnen der Gruppe Kviss Búmm Bang aus Reykjavík müssen die Besucher selbst das Stück spielen – nach Anweisungen und ohne Zuschauer außer den Mitspielern.

In den Kulturräumen Mitteleuropas sind die Enden der Welt und die Fragen nach dem Wie und Ob des Überlebens noch gar nicht angekommen, es sei denn in literarischer Metaphorik der Apokalypse. Es sind die individuellen Gefühlstemperaturen, die extrem sind, die Klimazonen zwischen den Menschen. Patrice Chéreau kehrt mit zwei Inszenierungen des norwegischen Dichters Jon Fosse nach Wien zurück. Luc Bondy inszeniert Les Chaises von Eugène Ionesco, Frank Castorf bearbeitet Dostojewskis Der Spieler. Andreas Kriegenburg ist mit Dea Lohers Diebe eingeladen, Alvis Hermanis mit Lettische Liebe aus Riga, Ivo van Hove mit Opening Night.

Aus New York kommen die New York ­City Players mit Neutral Hero und die Gruppe Elevator Repair Service mit The Select nach Hemingways The Sun Also Rises. Aus Lateinamerika berichtet außer dem bereits erwähnten Mapa Teatro der Kolumbianer Carlos Motta mit seinen Installationen über ein ganz anderes Verhältnis zum Wort Demokratie. Inszeniert vom belgischen Regisseur Raven Ruëll, erzählt der wunderbare Schauspieler Bruno Vanden Broecke von einer Mission im Kongo und ihren Aporien, der Kanadier Robert Lepage führt uns in The Far Side of the Moon bis zur schwarzen Seite des Mondes. Das Projekt Compartment City aus Tokio und auf dem Karlsplatz wird von zwei weiteren Produktionen aus Japan flankiert: der neuen Arbeit von Toshiki Okada (chelfitsch) und einem illusionslosen Castle of Dreams des neuen Stars der Tokioter Szene, Daisuke Miura. Aus England kommt Katie Mitchell mit einer Uraufführung ­eines neuen Stücks von Simon Stephens aus dem Royal Court Theatre.

Die libanesischen Künstler Lina Saneh und Rabih Mroué zeigen ihre Performance Photo-Romance, und Walid Raad entwickelt mit seiner Performanceausstellung Scratching on Things I Could Disavow eine an­dere, eigene Kunstgeschichte der arabischen Welt.

Ein Teil des Schauspielprogramms ist ­neuen und besonderen Kreuzungen zwischen Schauspiel und Musiktheater gewidmet: David Martons Rheingold-Paraphrase aus Dresden, Ruedi Häusermanns ressourcenschonende Entdeckerkomposition Gang zum Patentamt, Richard Maxwells Neutral Hero über die Generierung des Helden in der Kleinstadt und Peter Sellars’ Uraufführung von Toni Morrisons und Rokia Traorés the Desdemona project.

Ein anderer Programmteil ist – ausgehend von einem Auftrag der Festwochen an die junge Wiener Künstlerin Doris Uhlich und einer Einladung an Rosalba Torres Guerrero von der Kompanie Les Ballets C de la B – ein Minifestival als Koproduktion mit dem Tanzquartier Wien, in dem fünf neue Projekte zur Uraufführung kommen.

Das forum festwochen wird Überlebensstrategien erproben, subversiv und spielerisch entwickelt, vor- und durchgeführt von Bewohnern anderer Gegenden, die schon immer mit weniger auskommen mussten oder es demnächst müssen, mit urbanen Interventionen, Künstlerdialogen, Lectures und Daueraktionen, die sich im Kunsthalle wien project space karlsplatz konzentrieren, und der Performancegruppe Berlin aus Antwerpen, die mit tagfish Maßstäbe setzt.“

Das Musikprogramm

Rigoletto bildet den Auftakt einer Verdi-Trilogie der Wiener Festwochen zur Feier des 200. Geburtstags des bedeutenden Komponisten im Jahr 2013.  Anlässlich dieses Jahrestags planen die Wiener Festwochen von 2011 bis zum Jubiläumsjahr 2013 einen dreiteiligen Zyklus mit seinen Opern der Reifezeit Rigoletto, La Traviata und Il Trovatore. Diese drei geschätzten Meisterwerke bilden ein „Verdi-Festival“ – nach dem Vorbild des „Mozart-Festivals“, das von den Wiener Festwochen anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten 2006 ausgerichtet wurde.

Musikdirektor Stéphane Lissner: „Die Libretti der drei Verdi-Opern basieren auf Vorlagen von Victor Hugo, Alexandre Dumas dem Jüngeren und Antonio García Gutiérrez. So geht es hier nicht nur um europäische Musik und Bühnenwerke, sondern auch um einen literarischen, geistigen und politischen Austausch auf höchstem Niveau, um kühne zukunftsweisende Ansätze, die in diesen Werken zum Ausdruck kommen. Um dem gerecht zu werden, haben wir Regisseure internationalen Zuschnitts mit äußerst unterschiedlichen ästhetischen Ansprüchen ausgewählt: Luc Bondy, Deborah Warner und Philipp Stölzl. Als musikalischen Leiter, der eine moderne Lesart der Werke garantiert, haben wir den jungen Stardirigenten Omer Meir Wellber engagiert. Er ist der Nachfolger von Lorin Maazel an der Oper von Valencia. Omer Meir Wellber wird bei allen drei Produk­tionen das RSO Wien und den Arnold Schoenberg Chor leiten. Ganz bewusst wurden Wiener Ensembles ausgewählt. Junge Gesangstalente mit enormem ­Potenzial wurden ausgesucht, von denen man erwarten kann, dass einige von ihnen ganz große Verdi-Sänger werden: 2011 wird Francesco Demuro als Herzog von Mantua der Gilda von Chen Reiss den Hof machen, was der Rigoletto von George Gagnidze ohnmächtig und verzweifelt mit ansehen muss; Saimir Pirgu als Alfredo Germont muss 2012 auf seine – von Irina Lungu verkörperte – leidende Violetta verzichten; und schließlich wird 2013 Aleksandrs Antonenko einen beherzten, großmütigen Manrico geben.“

Ab 2011 wird es – parallel zum Verdi-Zyklus – einen ebenfalls in drei Teilen angelegten zeitgenössischen Zyklus geben. Am Beginn dieser „zeitgenössischen Trilogie“ steht Wüstenbuch, das neue Werk des österreichischen Komponisten Beat Furrer, in der Inszenierung von Christoph Marthaler. Im zweiten Jahr, 2012, folgt Quartett von Luca Francesconi nach Heiner Müller in der Inszenierung von Àlex Ollé (von La Fura dels Baus). 2013 wird ein neues Werk von ­George Benjamin mit dem Text von Martin Crimp und in der Regie von Luc Bondy vorgestellt werden. Drei renommierte Theatermacher in Verbindung mit drei der wichtigsten Komponisten unserer Zeit, denen die Wiener Festwochen Aufträge erteilt haben: dem Österreicher Beat Furrer (2011), dem Italiener Luca Francesconi (2012) und dem Briten George Benjamin (2013).

Die Wiener Festwochen arbeiten mit Ensembles und Orchestern aus Wien und anderen Städten zusammen, die bei der zeitgenössischen Musik zu den Besten gehören – wie das Klangforum Wien –, sowie mit Opernhäusern und Festivals, die sich der Oper der Moderne verschrieben haben: vom Theater Basel bis zu den Berliner Festspielen. So wird der Name der Wiener Festwochen auch mit dem zeitgenössischen Zyklus in alle großen Musikzentren in Europa getragen werden.

Auf dem Karlsplatz wird 2011 die Oresteïa des 2001 verstorbenen Komponisten Iannis Xenakis, dessen zehnten Todestags
wir gedenken, in einer Inszenierung von Carlus Padrissa (von La Fura dels Baus) aufgeführt.

Das Festwochen-Programm „Into the City“ setzt heuer wieder darauf, Künstler dafür zu gewinnen, sich Bereichen und Publikumsschichten zuzuwenden, mit denen sie sonst äußerst selten konfrontiert sind. Als wichtiges Zeichen haben die Wiener Festwochen bei dem österreichischen Komponisten Bernhard Gander ein Stück in Auftrag gegeben, das vom RSO Wien unter der Leitung seines jungen Chefdirigenten Cornelius Meister im Shoppingcenter Donau Zentrum uraufgeführt wird. 

Programm-Highlights 2011

Rigoletto

von Giuseppe Verdi

Rigoletto bildet den Auftakt einer Verdi-Trilogie der Wiener Festwochen zur Feier des 200. Geburtstags des bedeutenden Komponisten im Jahr 2013. Der Zyklus wird in den nächsten zwei Jahren mit La Traviata und Il Trovatore fortgesetzt. Luc Bondy führt Regie in Verdis seltsam düsterem Musikdrama, das Dirigat übernimmt der junge israelische Künstler Omer Meir Wellber. 

Rigoletto dient nicht wie andere Hof­narren seinem Fürsten. Er benutzt nicht wie sie seine Narrenfreiheit dazu, freche Wahrheiten auszusprechen. Aus gröberem Holz geschnitzt als Shakespeares Narren, kennt er kein anderes als höhnisches Lachen. Rigoletto ist der skrupellose Komplize des Duca auf dessen erotischen Raubzügen. Der Duca wählt unter den Damen der Hofgesellschaft aus – Rigoletto ergreift und apportiert die Beute. Rigoletto selbst scheint keine Sexualität zu besitzen. Der Grund liegt auf der Hand. Er ist ein Monst­rum. Er kommt nicht einmal für die Huren infrage. Er kompensiert die erzwungene Enthaltsamkeit: Obgleich er nur die Dreckarbeit verrichten darf, genießt er seine privilegierte Stellung an der Seite des Duca und blickt auf die Höflinge herab, die ihn ihrerseits mit Hass verfolgen. Und andererseits der Neid auf den Duca. Die einzige Frau in Rigolettos Leben ist seine Tochter Gilda. Wo hat er sie her? Sein Bericht klingt fadenscheinig und recht rührselig. So die konflikthafte Ausgangslage der Oper, die zu Verdis eigentümlichsten Musikdramen gehört.

Rigoletto ist eine Produktion der Wiener Festwochen. Im November 2012 wird sie an der Mailänder Scala, im Januar 2013 an der Met in New York gezeigt werden.

29. Mai, 1., 3. und 5. Juni 2011, 19.30 Uhr,

Theater an der Wien

Les Chaises – Die Stühle

von Eugène Ionesco

In Luc Bondys Interpretation von Eugène Ionescos sur­real-absurdem Meisterwerk Die Stühle wird das greise Paar an der Schwelle zum Tod von jungen Schauspielern dargestellt, und ihr Festredner für die letzten Wahrheiten ist ein trauriger Möchtegern-Popstar in Endlosschleife – jede mögliche Botschaft ertrinkt in Pseudo-Entertainment.

Geht der Tag zur Neige, schlägt die Stunde der Jukebox, der anschwellenden Abend­unterhaltung. Seit die Botschaften zu Nachrichten geworden sind und Nachrichten zu Entertainment, fällt auch die Taubstummheit der Präsentatoren und Berufsredner nicht länger auf. Die Sinnlosigkeit ist Programm, das Nichts ein schönes Showgeschäft. So endet Luc Bondys Inszenierung dieses Meisterwerks des surreal-absurden Theaters, Iones­cos Die Stühle (1951), nicht mehr in der erstarrten Bürgerlichkeit, sondern in der Poesie eines abgewrackten Varietés, in dem ein melancholischer Vorstadt-Johnny-Cash in einer Mikrofonproben-Endlosschleife hängen geblieben zu sein scheint. Sozusagen zurüstend für die Sterblichkeit behandeln die beiden Hauptdarsteller den Text: als bewusstes Todesritual nämlich, lebensverliebt, zweisam. Das greise Paar, das für eine finale Selbstbetrachtung seines Lebensalltags eine große Menge unsichtbarer Gäste empfängt, für die es Dutzende (sichtbare) Stühle herbeiträgt und eigens einen Festredner für letzte Wahrheiten engagiert hat, wird von zwei jungen Schauspielern verkörpert, die im Erinnern an die Augenblicke des Glücks immer wieder aus der Gebrechlichkeit fallen, zu Akrobaten werden und Anarchisten, Agenten des Überlebens im Untergrund jener seichten Pfützen und Pfuhle, in denen am Ende ihre Leichname liegen.

6. bis 9. Juni 2011, 19.30 Uhr,

Halle E im MuseumsQuartier

±0.

Ein subpolares Basislager

von Christoph Marthaler

±0, ein musikalischer Klimawandel von Christoph Marthaler wirft einen Blick auf Grönland, ein fast zur Gänze von Eis bedecktes Land mit der höchsten Selbstmord­rate weltweit: Marthaler allerdings interessiert sich für dieses vergessene Volk, seine Landschaften – und seine Musik.

Christoph Marthaler und sein Ensemble sind gegenüber Grönland, der Kultur der Inuit, der Gefährdung ihres Kulturraums kenntnislos. In ihrer Erwartung und Ängstlichkeit gleichen sie den drei Zeichen, die sie als Titel für ihre Unternehmung gewählt haben, wissend, wie dünn das Eis beschaffen sein wird, das sie betreten. Genau davon werden sie berichten. Christoph Marthaler ist mit seinem Ensemble und Anna Viebrock nach Grönland gereist, um am Polarkreis Erfahrungen, Erleben und Material für sein neues Projekt ±0. Ein subpolares Basislager zu sammeln. Zunächst wird die Truppe dort einige Spieler und Musiker aus Grönland treffen, die an der neuen Arbeit teilnehmen werden. Zu erwarten ist eine Vorstellung über das Fremde und Extreme, das Wünsche, Erwartungen und Ängste auslöst. Das Grönlandeis hat ein mythisches Alter und ist der Seismograf des Klimawandels. Grönland ist nicht nur klimatisch, sondern auch sozial und historisch ein extremes Land. Seine Bewohner, die vor nicht langer Zeit als Jäger und Nomaden lebten, wurden mit Heftigkeit und Plötzlichkeit in die Moderne katapultiert. Sie werden die müden zivilisationsflüchtigen Europäer nicht verstehen. Sie werden einander über ihre Missverständnisse Geschichten erzählen und viel miteinander singen.

12. bis 15. Mai 2011, 19.30 Uhr,

Halle E im MuseumsQuartier

Diebe
von Dea Loher

12 Geschichten in 37 Episoden, 12 gescheiterte Lebensentwürfe. Die Träume und Illusionen der Menschen sind größer als ihre Bewegungsmöglichkeiten. Das lässt sie leicht und verrückt bleiben.
In der Regie von Andreas Kriegenburg liefert Dea Lohers verstörendes Stück Diebe ein Kaleidoskop aus zwölf Personen, denen ihr Leben zu entgleiten droht. Sie kämpfen hart darum, in einer immer fragileren Welt ohne Sicherheiten mit kaputten Beziehungen, gebrochenen Versprechen und prekären Arbeitsverhältnissen fertig zu werden.
Der Versicherungsmakler Finn will nie wieder aufstehen. Seine Schwester Linda hat ihren Job in der Therme verloren und erzählt einem imaginären Mann und Kind von einem Wolf, den sie gesehen hat. Der Verkäuferin Monika wurde vom Chef Beförderung versprochen, sie macht Fortbildungskurse, wird aber gefeuert. Ira vermisst ihren Ehemann. Er wollte nur einen Spaziergang machen.

Diebe nennt Dea Loher sie. Menschen, die sich fühlen, als würden sie sich „durch das eigene Leben hindurchstehlen, vorsichtig und scheu, als ob ihnen nichts davon ge­hören würde, als ob sie kein Recht hätten, sich darin aufzuhalten“. Verzweifelt ver­suchen sie Einzelne zu sein, wahrend das Leben sie immer gleicher macht. Mit Schwierigkeiten bewegen sie sich in einer immer fragileren Welt. Die Beziehungen sind brüchig, die Jobs unsicher, die Chefs Betrüger, die Zukunft eine vage Möglichkeit. Nichts ist mehr sicher.
19. bis 21. Mai 2011, 19.30 Uhr,

Halle E im MuseumsQuartier

Bodenprobe Kasachstan
Eine szenische Reise von Stefan Kaegi
Seit März 2010 castet Stefan Kaegi Ich­erzähler des Öls. Er sucht nach den Russlanddeutschen, welche die Pipelines entlang zurück nach Kasachstan reisen und die bereit sind, mit ihm das Land, in dem sie aufwuchsen, aus der Distanz des Entflohenen und der Nähe des Heimkehrers zu betrachten. Es entsteht ein Theaterabend als Kasachstan-Simulation, in dem Menschen in russischer und deutscher Sprache die Routen der Steppe besingen und beschreiben, den Weg ihres Lebens, des Erdöls und der Macht.

Als Stalin während des Zweiten Weltkriegs Hunderttausende in Russland lebende Deutsche nach Kasachstan und Sibirien deportierte, war Erdöl bereits weltweit zur Hauptversorgungsquelle geworden. Nachdem Helmut Kohl Anfang der 90er-Jahre eine Million Russlanddeutsche aus Kasachstan nach Deutschland zurückholte, wurde in Westkasachstan eines der größten Ölfelder der letzten 20 Jahre entdeckt. Was ist aus den Spätaussiedlern geworden? Die Älteren leben meist von Sozialhilfe, die Jüngeren werden oft vorschnell als Neonazis abgehakt. In Kasachstan hingegen soll in zehn Jahren mehr Öl gefördert werden als in Kuwait vor dem Irakkrieg, und die Wirtschaft wächst jährlich um über sechs Prozent. In der neuen Hauptstadt Astana hat sich eine neue Petrodollar-Elite gebildet. Die Regierung lockt mit staatlichen Rückkehrerprogrammen.
15. bis 18. Juni 2011, 20.30 Uhr,

Halle G im MuseumsQuartier

Gang zum Patentamt
von Ruedi Häusermann
Komposition für vier wohlpräparierte Einhandklaviere und Perpetuum mobile mit Texten von Paul Scheerbart.

Im Jahr 1910 schrieb der Erfinder Paul Scheerbart, er hätte das „Problem der perpetuierlichen Bewegung gelöst“ und wolle seine Erfindung patentieren lassen. Der Komponist und Regisseur Ruedi Häusermann greift auf Scheerbarts Ideen zurück, um Gang zum Patentamt als betörend versponnenes Flechtwerk aus Musik, Klängen und szenischen Bildern zu präsentieren. 

Der Komponist und Regisseur Ruedi Häusermann hat ein Kompendium von 25 Quartetten für vier präparierte Einhandklaviere geschrieben und sie durch ihre mechanische Behandlung in eigenständige Klangkörper verwandelt, die unentwegt ihren Charakter verändern können. Auf der Grundlage seiner Kompositionen sowie von Texten und Zeichnungen Scheerbarts entwickelte er zusammen mit der Bühnenbildnerin Barbara Ehnes ein komplexes Flechtwerk aus Musik, Klängen, Geräuschen, Text und szenischen Bildern. Häusermanns Welten setzen die Sinne Schwankungen und Verschiebungen aus, die den Betrachter zu neuen Sicht- und Hörweisen führen. Sie sind ein federleichter Unfug, und man verlässt das Theater in bestem Sinn etwas verrückt.
27. bis 30. Mai 2011, 19.30 Uhr, Theater Akzent

Rêve d’automne – Traum im Herbst
von Jon Fosse
Traum im Herbst, eines der besten Dramen Fosses, hat Patrice Chéreau von seinem Originalschauplatz, einem Friedhof, ins Museum verlegt. In den monumentalen Pariser Louvre genauer gesagt, wo er (wie vor ihm Pierre Boulez und Umberto Eco) eine „carte blanche“ fürs künstlerische Intervenieren erhielt und an der Relation von Theater und Museum zu laborieren begann; genauer: der Frage nachging, wie jeweils das eine ins andere geholt werden könne. Mit einem kleinen Ensemble berühmter französischer Schauspieler hat er das Stück erst in einem Saal des Louvre inszeniert und sich dann ebendiesen von seinem Bühnenbildner Richard Peduzzi ins Theater bauen lassen. Ähnlich wie im Zwischenreich – nämlich in dem von Leben und Tod – spielt Fosses Stück: Es ist aus der Chronologie der Ereignisse gefallen und sein Personal zur Hälfte schon gespenstisch. Zwei alte Bekannte und Entfremdete treffen im Friedhofsmuseum erneut auf­einander, begehren sich inmitten von Beisetzungen und Familienspannungen; Liebe und Lust erblühen und vergehen Genera­tion um Generation: eine erhellend verwirrende Zeitreise durch das Leben, wie es wirklich wäre, könnte es nur, wie es wollte.

Patrice Chéreau stellt bei den Wiener Festwochen 2011 zwei Stücke des norwegischen Dichters und Dramatikers Jon Fosse einander gegenüber: den Fosse-Klassiker Rêve d’automne aus Paris in französischer Sprache und I Am the Wind, das er am Londoner Young Vic in englischer Sprache inszeniert.
26. bis 29. Mai 2011, 19 Uhr,

Halle E im MuseumsQuartier

I Am the Wind
von Jon Fosse
Alle Stücke von Jon Fosse handeln von der Traurigkeit. In fast allen wird etwas umkreist, das bereits geschehen ist. In vielen seiner Stücke ist dieses Geschehene der Tod, in manchen die Liebe. Als Lebende und Tote sind die Menschen in Erwartung. Und in Rückschau auf ein Ereignis. Die neue Übersetzung von Simon Stephens wird von Patrice Chéreau für das Londoner Young Vic Theatre inszeniert. 

Ein Mann hat einen Freund zu einem Segelausflug eingeladen, der harmlos zu beginnen scheint, bei schönem Wetter und Picknick in einer Bucht. Der Mann spricht über seine Traurigkeit und seine Angst davor, sich zu töten. Dann tötet er sich oder hat sich schon getötet. Bei aufkommendem Sturm steuert er das Boot immer weiter aufs offene Meer hinaus und springt schließlich über Bord. Er lässt den Freund, der nicht segeln kann, auf dem wohl kenternden Boot in immer höheren Wellen zurück. Sie sprechen miteinander als zwei Geister, die keine Wirklichkeit teilen, von denen vielleicht einer noch am Leben ist oder beide tot sind und deren kurzes Zusammensein dem Übergang in eine andere Existenz gedient hat.

Die Wiener Festwochen zeigen I Am the Wind in der Halle G im Anschluss an ­Chéreaus französische Inszenierung von Jon Fosses Rêve d’automne. Die englische Übersetzung von I Am the Wind verfasste der britische Autor Simon Stephens.
26. bis 29. Mai 2011, 21.30 Uhr,

Halle G im MuseumsQuartier

Latviešu mīlestība – Lettische Liebe
von Baiba Broka, Vilis Daudzinš, Alvis Hermanis, Girts Krüminš, Guna Zarina, Kaspars Znotinš
Wir befinden uns natürlich in Riga. In unterschiedlichstem Ambiente treffen, verlieben, verabschieden, streiten und trennen sich die unterschiedlichsten Liebespaare aus den unterschiedlichsten sozialen Mi­lieus in unterschiedlichstem Alter. Am Ende des Abends haben wir in 50 Biografien hineingesehen, viel über Lettland erfahren und die Liebessehnsüchte eines ganzen ­Bevölkerungsquerschnitts kennengelernt und sind verblüfft, dass sich nur fünf Schauspieler verbeugen. Kein anderes Ensemble in Europa zeigt mit so großer Wärme, Genauigkeit und Bescheidenheit das einzelne Leben wie das des von ­Hermanis geleiteten Jaunais Rı¯gas Tea¯tris, das 2005 zum ersten Mal mit Langes Leben bei den Festwochen gastierte. Mittlerweile inszeniert Hermanis auch an deutsch­sprachigen Theatern (er erhielt den Nestroy-Preis 2010 für die beste Regie), in Moskau und Italien. Und natürlich immer noch in Riga.
20. bis 23. Mai 2011, 19 Uhr,

Halle G im MuseumsQuartier

Opening Night
nach John Cassavetes
Der flämische Regisseur Ivo van Hove (Szenen einer Ehe, Römische Tragödien, Faces) bringt den Filmklassiker von John Cassavetes an den Ort, an dem der Film spielt: die Theaterbühne. Wie oft in seinen Inszenierungen setzt van Hove die Zuschauer auf die Bühne und lässt sie so direkt am Geschehen teilnehmen, als würden sie Proben und Arbeitsprozess von Myrtle samt den anderen Schauspielern und Technikern mit allen Grenzüberschreitungen zwischen Privatem und Beruf unmittelbar miterleben. Die Schauspielerin Elsie de Brauw wurde für die Rolle der Myrtle mehrfach ausgezeichnet.

Es ist ein klassischer Backstage-Stoff. Erzählt wird die Lebenskrise der berühmten Schauspielerin Myrtle Gordon, die aus panischer Angst ihr Alter verleugnet. In dem Stück The Second Wife muss sie eine alternde Frau spielen, die weiß, dass sie die besten Jahre hinter sich hat. Die Proben werden der Schauspielerin zum Höllenritt durch die eigenen Altersängste, Selbstzweifel, Einsamkeiten. Sie stürzt so tief in die Krise, dass sie kurz vor der Premiere alle Beteiligten, vom Regisseur und Ehemann bis hin zum Inspizienten, mit sich reißt. Als niemand mehr an sie glaubt, nimmt sie in einem schmerzhaften Prozess Abschied von ihrem jugendlichen Selbstbild und feiert bei der Premiere ­Triumphe.
24. bis 26. Mai 2011, 19.30 Uhr,

Volkstheater

Rheingold
nach Richard Wagner
In der Rheingold-Version des Staatsschauspiels Dresden wirft der ungarische Regisseur David Marton einen respektlosen Blick auf Mythen, Mächte und Manipulationen in Wagners Musik, indem er Rheingold in eine Familiengeschichte ummünzt. Martons preisgekrönte, originelle und unterhaltsame Arbeit lotet den Grenzbereich zwischen Oper und Theater aus. 

Rheingold ist eine Homestory. Ein Spiel
um Verführung. Durch Macht, Reichtum, schöne Frauen – und vor allem durch die Musik. Wie durch die Wohnzimmerfenster Walhalls scheinen wir in Wagners Welt zu sehen: Im Untergeschoss wird übelwollend ein Ring geschmiedet, während im Hof noch unschuldige Rheintöchter seilspringen mögen; im ersten Stock schon zicken Fricka und Freia mit Wotan der unvermeidlichen Gotterdämmerung entgegen, während nebenan der Ortsverein irgendeiner Wagner-Gesellschaft tagt und ewig fragt: Wer darf überhaupt Wagner singen, spielen, dirigieren? Wer hört ihn richtig? Und wie weit trägt seine Faszina­tion ohne die Überwältigungsmaschine Orchester, ohne große Stimmen? Mit ­einem gemischten Ensemble aus Schauspielern und dezidierten Nicht-Wagner-Sängern – und mit nur zwei Musikern – widmet sich der ungarische Regisseur Marton dem Mythos und der Macht, dem Manipulativen der Musik.
8. bis 10. Juni 2011, 19.30 Uhr,

Theater Akzent

Scratching on Things I Could Disavow
Eine Geschichtsschreibung des Libanons nach ganz eigenen Kriterien hatte sich Walid Raads Atlas Group Ende der 90er-Jahre vorgenommen und dafür ein umfangreiches Archiv von Dokumenten, Ton- und Bildaufzeichnungen, Kunstwerken erstellt, das um die Welt reiste und in Teilen auch im Internet zugänglich ist. Für sein jüngstes Projekt entwickelte der in New York lebende libanesische Künstler nun seine eigene Kunstgeschichte der arabischen Welt: eine Ausstellungsperformance mit sich selbst
als Erzählerfigur und „Museumsführer“. Wann sich die Scheichs eigentlich entschlossen hätten, statt Sportwagen lieber Kunstwerke zu sammeln und statt Jacht­häfen lieber Louvre-Ableger in den Emiraten anzulegen, ist dabei noch die populistischste Frage, die er an sich selbst richtet. Schon schwieriger war ihm die Recherche nach den Hintermännern einer weltweit spekulierenden Künstlerpensionskasse, in die mit Kunstwerken oder Fachwissen eingezahlt wird statt mit Geldbeiträgen; oder das Zusammentragen ganz bestimmter Farben oder Formen, die im Verlauf des Bürgerkriegs in Beirut verloren gegangen sind. Dass es auch eine kreativ verschlüsselte, humorvolle Trauerarbeit über sein zerschossenes, zerrissenes und verlorenes Land sein mag, die Walid Raad mit seiner Installation Scratching on Things I Could Disavow (An Dingen rührend, die ich verleugnen könnte) betreibt, deutet schon ihr Titel an.
Ausstellung: 26. Mai bis 15. Juni 2011, Mo–Fr 12–19 Uhr, Sa, So, Fei 12–18 Uhr, Eintritt frei
Performance: Premiere 26. Mai 2011, 19.30 Uhr

Folgetermine: 27., 30., 31. Mai, 1., 3., 6., 7., 8., 9., 10., 14., 15. Juni 2011, 19 Uhr, 28., 29. Mai,

2., 4., 5., 11., 12., 13. Juni 2011, 18 und 21 Uhr

the Desdemona project (Arbeitstitel)
von Toni Morrison/Rokia Traoré/Peter Sellars
Als Replik auf Peter Sellars’ Othello von 2009 kooperieren die Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison und die Liedermacherin Rokia Traoré in einem intimen und profunden Zwiegespräch zwischen Shakespeares Desdemona und ihrer afrikanischen Amme jenseits des Todes. 

„I saw Othello’s visage in his mind“, sagt Desdemona in Shakespeares Drama. Vier Jahrhunderte später, diese Einsicht bewahrend, spricht sie aus dem Grab mit neuen Worten, in der Sprache von Toni Morrison. Sie erzählt Geschichten aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, wiedervereint mit ihrer Kinderfrau Barbary, einer afrikanischen Sklavin, die sie aufzog und sie singen lehrte. Barbarys Lieder sind Lieder der Befreiung. Rokia Traoré, eine Stimme des neuen Afrika, trägt sie vor. Ein Dialog zwischen zwei Frauen über Kontinente, Lebens- und Liebesgeschichten hinweg, der eine Tür öffnet in ein anderes 21. Jahrhundert. Die Männer, die sie zuvor zum Schweigen zwangen, haben sich selbst zerstört. Rokia Traoré komponiert ihre Lieder für zwei Musiker, die afrikanische Instrumente spielen werden, und für einen Chor mit drei Frauen – alle aus Mali. 
15., 17., 18., 19., 20. und 21. Mai 2011, 19.30 Uhr,

Theater Akzent

The Far Side of the Moon
von Robert Lepage
Robert Lepages mitreißende Soloarbeit The Far Side of the Moon kreist um den Wettlauf ins All zwischen den USA und der UdSSR während des Kalten Kriegs, fragt sich aber auch, wie Außerirdische die versteckte Poesie des Alltags verstehen würden, und stellt dazu noch zwei Brüder vor (beide von Yves Jacques dargestellt), die mit dem Tod ihrer Mutter zurande kommen müssen. „Dunkel, Genossen, ist der Weltraum, sehr dunkel“: Dieser Funkspruch vom ersten menschlichen Blick im All stammt vom Kosmonauten Gagarin, doch erst der ihm nachfolgende Kommandant Leonow machte sich als erster Weltraumspaziergänger im Hoch­vakuum tiefere Gedanken zur immensen Distanz zwischen den Himmelskörpern und der zwischen ihnen gähnenden Leere. Derartiger Kosmonautenblues ist mehr als bloße Metapher in dieser vielleicht schönsten Aufführung des großen kanadischen Regisseurs und Schauspielers Robert Le­page, die nach über 45 Stationen in der ganzen Welt nun in Wien landet.

Tatsächlich kreist die Handlung dieses Solostücks um Leonow, den russisch-amerikanischen Wettlauf im Weltraum im Kalten Krieg, um den Versuch, per Video extraterrestrischen Zuschauern die versteckte Poesie des menschlichen Alltags vorzuführen – sowie um den skurrilen Plan eines „Weltraumaufzugs“, mit dem auch normale Menschen das absolute Nichts einmal persönlich kennenlernen könnten. Vor allem aber geht es auf dieser dunklen Seite des Mondes um zwei Brüder (beide dargestellt von Lepages Darsteller-Alter-Ego Yves Jacques, der auch im Andersen Project begeisterte), die den Tod ihrer Mutter verarbeiten müssen. Der eine ist gescheiterter Akademiker, der andere Fernsehwettervorhersager. Da ruft die Schwerelosigkeit …
20. Mai, 19.30 Uhr, 21. Mai 15 und

20.30 Uhr, 22. Mai 2011, 17 Uhr, Burgtheater

Safe European Home?
Safe European Home? im Programm von ­Into the City ist eine Installation der aus der Welt der britischen Traveller und Roma stammenden Künstler Delaine und Damian Le Bas. Sie befasst sich mit dem zunehmenden Trend freiwilliger und erzwungener Mobilität in Europa und wird von einer Ausstellung mit Werken von Romakünstlern, einem Symposium und einer Filmschau begleitet. 

Die Künstler Delaine und Damian Le Bas, die selbst aus britischen Traveller- und Romafamilien stammen, entwickeln eine begehbare Installation vor dem Parlament, welche die zunehmende gesellschaftliche Präsenz von Ortsverlust und frei gewählter oder erzwungener Mobilität thematisiert. Die Ausstellung Roma Protokoll im Pressezentrum des Parlaments basiert auf einem von Suzana Milevska kuratierten Programm performativer und neuer Medienkunst sowie einem Medienarchiv.

Das Symposium widmet sich dem Thema Safe European Home? aus der Perspek­tive der zeitgenössischen Kunst, der post­kolonialen Theorie, der Architektur und der Soziologie. Vortragende sind unter anderen Timea Junghaus, Suzana Milevska, Marje­tica Potrcˇ, Margarethe Makovec und Anton Lederer, Gayatri Chakravorty Spivak.

Weiters gibt es ein Filmprogramm, eine temporäre Bibliothek, kuratiert von <rotor> und Delaine und Damian Le Bas, und ein Vermittlungsprogramm.
Installation: Österreichisches Parlament/ ­Vorplatz, 1010 Wien, Eintritt frei

Eröffnung: 26. Mai 2011, 18 Uhr
27. Mai bis 8. Juni 2011, täglich 10–19 Uhr

Eröffnung der Wiener ­Festwochen 2011

13. Mai 2011, 21.30 Uhr, Rathausplatz, Eintritt frei

Wiener Festwochen 
13. Mai bis 19. Juni 2011

Lehárgasse 11, A-1060 Wien
Telefon (+43-1) 589 22-0
Service-Nummer (+43-1) 589 22 22festwochen@festwochen.at

www.festwochen.at

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