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Aufbruch in die Freiheit mit Isetta und LambrettaDie Zeitreise begin4F052AKaiserin Elisabeth begrt die BesucherReisen um 1800 war gefhrlich_foto robertgruber.euSissi-RumeFoto A.Marini

Das Touriseum

Eine vergnügliche Reise durch die Geschichte des alpinen Tourismus.

Auf Schloss Trauttmansdorff bei Meran, dem ehemaligen Feriendomizil der Kaiserin Elisabeth von Österreich („Sisi“), befindet sich heute ein unterhaltsames Erlebnismuseum: das Südtiroler Landesmuseum für Tourismus, kurz Touriseum. Inmitten des Botanischen Gartens gelegen, ist es das erste Museum des Alpenraums, das sich einzig der Geschichte des Tourismus in Tirol widmet. In lebendig inszenierten Räumen werden die Besucher auf eine spannende Zeitreise eingeladen, die 200 Jahre Tourismusgeschichte aus der Sicht der Reisenden wie der Gastgeber erzählt.

Kaiserin Elisabeth, vom Grödner Künstler Aron Demetz aus Holz geschnitzt, heißt die Besucher schon im Schlosshof willkommen. Sie ist eine von vielen lebensgroßen Figuren, die durch den Parcours begleiten. Mechanische Theater, detailgetreue Modelle, Filme, Töne: Das Touriseum ist alles andere als ein verstaubtes Museum mit langatmigen Texten.

Gleich zu Beginn führt die Reise durch eine furchterregende Felspas­sage, vorbei an den Resten einer umgestürzten Kutsche. So dürften die Reisenden bis ins 19. Jahrhundert die Überquerung der Alpen erlebt haben; unterwegs zu sein war zu dieser Zeit noch kein Vergnügen. Der Parcours durch das Touriseum schlägt dabei einen Bogen von der Zeit vor 1800 bis zum heutigen „Produkt“ Süd­tirol, das sich als beliebtes Reiseziel für Menschen aus aller Welt etabliert hat. Dazwischen liegt ein äußerst charmant inszenierter Rundgang durch die Entwicklung dieses Wirtschaftszweigs: die früheren Risiken des Reisens, die Entdeckung Tirols als Urlaubsziel, die Epoche der Grand­hotels, aber auch Zeitgeschichtliches wie Südtirol im Nationalsozialismus und Faschismus, die Blechlawinen über die Brennerautobahn ab den 1960er-Jahren und die Wandlung von Bauernhöfen über Pensionen zu Bettenburgen. Stuben, Gästezimmer und eine Hotelbar gehören ebenso dazu wie eine original BMW Isetta und zahlreiche Objekte wie Geschirr und Besteck oder ein Grandhotel in Form einer überdimensionalen Puppenstube.

Am Ende des Rundgangs kommen dann noch einmal die Akteure des Tourismus zu Wort. Der Filmemacher Karl Prossliner hat für das Touriseum weit mehr als 100 Interviews mit Touristen und Einheimischen geführt und die markantesten Ausschnitte zu einer witzigen und zugleich tiefgründigen Videoprojektion zusammengefasst. Das „Südtirolspiel“, der weltweit größte Holzflipper, lädt am Ende der Dauerausstellung Groß und Klein zu einer ironischen „Fahrt“ durch Südtirol. Die Grundform des Spiels ist eine aus Holz geschnitzte, mehr als 10 Meter lange Plattform, welche die Tourismuslandschaft Südtirol darstellt. Die einzelnen Elemente der Landschaft – Berge, Almen, Seen, Dörfer – weisen Ähnlichkeiten mit dem realen Südtirol auf, sind zugleich aber mit ironischen Zuspitzungen verfremdet.

Seit 2008 ist in den einstigen Wohn- und Aufenthaltsräumen von Kaiserin Elisabeth eine Dauerausstellung zu den Aufenthalten der Kaiserin in Meran zu sehen. Originalexponate und ein modern inszeniertes Hörspiel lassen die Besucher in die Lebens- und Gedankenwelt von Sisi eintauchen.

Allgemeine Informationen über das Touriseum sowie Aktuelles zu den Ausstellungen und den zahlreichen Veranstaltungen finden Sie auf www.touriseum.it.

Informationen

Touriseum

Schloss Trauttmansdorff,

I-39012 Meran

Tel. +39 (0) 473/27 01 72

1. April bis 31. Oktober: täglich 9–19 Uhr;

1. bis 15. November: täglich 9–17 Uhr;

Juni, Juli und August: Fr 9–23 Uhr

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