SIMsKultur Online

konzert in schloss eggenberg_037kopatchinskaja patricia_juery_naive_Nikolaus Harnoncourt creditÔWERNER Kmetitsch_093roberta mameli_030Savall_011

FamilienMenschen

Jeder kommt aus einer, fast jeder hat eine eigene, jedenfalls ist jeder auf irgendeine Art und Weise Teil einer, und aus ihr heraus ist jeder leichter zu verstehen: Familie.

Sackstraße 17, A-8010 Graz

Die Kräfte, die in einer Familie wirken, die Handlungen, Reaktionen, Entwicklungen und Verwicklungen, die sie bewirkt: Dieses Spannungsfeld wird die styriarte 2012 klingend ausloten. Dabei kommt das Festival auch in die Wohnzimmer von Komponistenfamilien zu Besuch und hat dafür ein neues Konzertformat entwickelt. In 40 Projekten an 44 Terminen wird die styriarte Graz und die Steiermark 2012 wieder genau einen Monat lang bespielen. Hier eine Auswahl:

 

Nikolaus Harnoncourt

Er bleibt in Böhmen. Nach Smetanas Verkaufter Braut im vergangenen Sommer nimmt sich Nikolaus Harnoncourt bei der styriarte 2012 Antonín Dvořáks Stabat mater (28. und 30. Juni, 1. Juli) vor. Eines der größten Oratorien des 19. Jahrhunderts und Dvo­řáks größten Erfolg zu Lebzeiten wird er mit Luba Orgonášová, Elisabeth Kulman, Saimir Pirgu und Ruben Drole als Solist(inn)en, mit dem Chamber Orchestra of Europe und dem Arnold Schoenberg Chor im Stefaniensaal ­musizieren.

Weitere Station macht Harnoncourt in Stainz. Das begehrte Kirchenkonzert ist diesmal wieder Mozart gewidmet. Seine Missa longa in C, KV 262 und die prächtige Sakramentslitanei, KV 243 kommen mit dem Concentus Musicus, dem Arnold Schoenberg Chor und den So­list(inn)en Elisabeth von Magnus, Jeremy Ovenden und Florian Boesch auf die Bühne. Harnoncourt-Debütantin in der sty­riarte wird die Sopranistin Sylvia Schwartz sein. „Mozart in Stainz“ ist am 6., 7. und 8. Juli zu erleben. Diese sechs Vorstellungen bleiben jedoch nicht Nikolaus Harnoncourts gesamter styriarte-Beitrag …

 

styriarteSOAPs

… und so nimmt er sich neben den eigenen Konzerten auch die Zeit, das neu ins Leben gerufene Konzertformat der styriarte gleich bei seinem Debüt zu adeln. Er wird im ersten dieser styriarteSOAPs genannten Konzerte am 24. Juni Leo­pold Mozart seine Stimme leihen. Diese sind Blicke in die Wohnzimmer großer Komponisten, in denen es heiß hergehen kann. Hauptsächlich Ensembles aus dem Umfeld der styriarte-Stammorchester Chamber Orchestra of Europe und Concentus Musicus Wien werden – ergänzt durch erstklassige Sänger und Solisten – Musik in verschiedensten Genres aufbieten, um damit Schlaglichter auf die Komponisten und deren Familiensituationen zu werfen. Dazu gesellen sich Lesungen aus authentischen Komponistenquellen wie Briefen und Tagebüchern, gelesen von heraus­ragenden Schauspielern.

 

Macht, Mäzene und Musik

Um die mächtigen fürstlichen Familienclans Europas rankt sich ein weiterer Ver­anstaltungsreigen der styriarte 2012. „Die Medici“ sind am 19. Juli Thema des Ensembles Cinquecento, „Preußische Quartette“ verehrt das Quatuor Mosaïques dem Herrscherhaus Hohenzollern am 9. Juli, die gerade sehr populäre „Borgia-Dynastie“ verfolgt Jordi Savall mit seinen Ensembles auf ihrem Siegeszug bis zur Heiligwerdung des Francesco Borgia (Helmut-List-Halle, 21. Juli). Der Epoche der verfeindeten Familien der Tudors und Stuarts widmet Jordi Savall sein Programm „Golden Age“.

Die Heilige Familie

Neben dem Stabat mater von Dvořák ist Ur-„Vater Abraham“ Thema von Vladimir Ivanoff und seinem Nahost-Ensemble Sarband. Das Ensemble Santenay dringt im Programm „Ave Maria“ tief in die mittel­alterliche Mystik um die jungfräuliche Muttergottes ein, in der barocken Weizberg­kirche beklagen die Sopranistin Francesca Lombardi Mazzulli und der Countertenor Terry Wey in Pergolesis traumhaftem Stabat mater und im händelschen Pianto di Maria den Tod des Gottessohns am Kreuz, begleitet von einer Barockformation aus dem Orchester recreation auf historischem Instrumentarium unter Michael Hofstetter. Eine Orgelmesse um das „Familienkonzept“ der „Dreifaltigkeit“ rundet diese Programmschiene an der Walcker-Orgel der Herz-Jesu-Kirche ab.

Musikerfamilien

„Bach & Söhne“ werden von Hans ­Georg Schmeiser und seinen Kollegen in Flötenmusiken porträtiert; insbesondere seinen Vorfahren gilt der Blick mit Chormotetten der „Musicalisch-Bachischen Familie“, die der Arnold Schoenberg Chor am 17. Juli in Stift Rein ze­leb­rieren wird. „Mozart und Sohn“ meint Leopold und Wolfgang, aber auch Wolfgang und Franz Xaver: In wunderschöner Kammermusik nehmen sich um diese Konstellation Markus Schirmer und Freunde am 5. Juli im Stefaniensaal an. Und eine ganz heutige Familienmusik fegt am 20. Juli über das Podium: Patricia Kopatchinskaja bringt ihre musizierenden Eltern, aber auch Freunde mit und stampft mit „Tzigane“ die Musiken Moldawiens aus dem Boden der Helmut-List-Halle.

22. Juni bis 22. Juli 2012

Informationen

styriarte, Sackstraße 17, A-8010 Graz

Tel. +43 (0) 316/ 82 50 00

tickets@styriarte.com

www.styriarte.com