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Goethes sächsisches Arkadien

Das Kurtheater Bad Lauchstädt feiert seine 210. Theatersommersaison.
Parkstraße 18, D-06246 Goethestadt Bad Lauchstädt

In seinem Drama Faust I lässt Goethe den Theaterdirektor im „Vorspiel auf dem Theater“ sagen: „Die Pfosten sind, die Bretter aufgeschlagen, und jedermann erwartet sich ein Fest.“ Auch 2012, im 210. Jahr des Bestehens des 1802 nach Goethes Vorstellungen errichteten Theatergebäudes in Bad Lauchstädt, erwartet die zahlreichen Gäste des malerischen Kurorts im Dreieck Leipzig/Halle/Erfurt ein sieben Monate dauerndes Fest. Ein Fest der schönen Stimmen, der großen Oper, des Schauspiels und der Musik. Umrahmt von der ehrwürdigen Architektur des klassischen Theaterbaus mit seiner einzigartigen Akustik. Gleich zu Beginn der Saison erwartet Schauspielfreunde die Premiere des Dramas Der Hofmeister, geschrieben von Goethes Jugendfreund Jakob Michael Reinhold Lenz. Die Berliner Lautten Compagney bringt am 8. April Georg Friedrich Händels populäre Zauberoper Rinaldo in einer konzertanten Aufführung zu Gehör. Im Juni dieses Jahres jährt sich zum 100. Mal die denkwürdige Uraufführung von Gerhart Hauptmanns Drama Gabriel Schillings Flucht. Die Elite des deutschen Theater- und Kulturlebens der späten Kaiserzeit hatte sich damals in Lauchstädt versammelt. Angeführt von Gerhart Hauptmann persönlich, dem bedeutendsten deutschen Dramatiker des 20. Jahrhunderts, kamen der Maler Max Liebermann, die Schauspieler Otto Gebühr, Helene Thiemig und die göttliche Tilla Durieux, der Lauchstädt neben der Erinnerung an ihren Auftritt im Theater auch noch das erste Wasserklosett in der Villa des Brunnenversand-Besitzers Fritz Lauterbach verdankt! Sie dankte ihm diese Investition in großstädtischen Luxus mit einem handsignierten Porträt, das heute zu den Inkunabeln der Theatersammlung in Bad Lauchstädt gehört. Eine Ausstellung im Kleinen Kursaal und ein Gastspiel des Deutschen Theaters Berlin am 13. Mai würdigen dieses Jubiläum. Am 20. Mai liest die Grande Dame des Deutschen Theaters, Inge Keller, Heinrich von Kleists unglaubliche Geschichte der Marquise von O. Die Oper Halle „schenkt“ dem Goethe-Theater 2012 zwei der schönsten deutschen Spielopern: Friedrich von Flotows Martha (Premiere: 12. Mai) und Carl Maria von Webers „deutsche Nationaloper“, Freischütz (14. Juli). Abgerundet wird der Opernspielplan mit Mozarts Figaro, Don Giovanni, Così fan tutte (Neu­inszenierung, Premiere: 28. Oktober) und Die Entführung aus dem Serail. Zu den musikalischen Raritäten gehört das ein­malige Gastspiel des Londoner Academy Theatre mit Henry Purcells Dido and ­Aeneas (3. Oktober) und natürlich das Gastspiel der Prima­donna assoluta Simone Kermes am 25. ­August. Mit Händels Xerxes gastiert zum wiederholten Mal die Lautten Compagney Berlin. Über die Landesgrenzen hinaus ist Bad Lauchstädt mit dem „Festspiel der deutschen Sprache“ bekannt geworden. 2012 lesen die besten deutschen Bühnenschauspieler Gotthold Ephraim Lessings Nathan, der Weise. In der Blütezeit des Lauchstädter Theaters kamen die Hallenser zu Fuß ins Theater, und die Weimarer Bürger durchquerten den Grenzfluss Unstrut in einer seichten Furt. Heute verbindet die BAB 38 Lauchstädt mit Göttingen im Westen und mit Dresden im Osten, nur 20 Kilometer entfernt liegt das Kreuz mit der BAB 9, die München mit Berlin verbindet.

Informationen

Historische Kuranlagen und Goethe-Theater Bad Lauchstädt GmbH

Parkstraße 18, D-06246 Bad Lauchstädt

Tel. +49 (0) 346 35/78 20

besucher@goethe-theater.com

Eintrittskarten und Programmhefte für das Goethe-Theater gibt es an allen bekannten CTS-Vorverkaufsstellen und im Internet:

www.goethe-theater.com