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Die Steinerne Brücke über die Donau und die ­Regensburger Altstadtsilhouette Foto: © www.altrofoto.deDie Minoritenkirche von innen, Foto: Stadt Regensburg, Peter FerstlDie Minoritenkirche von außen Foto: Stadt Regensburg, Peter FerstlBlick von der Empore der ehemaligen Dompfarr­kirche St. Ulrich nach Westen Foto: © www.altrofoto.de

Der Kaiser im Weltkulturerbe

Die Stadt Regensburg ist stolz darauf, Standort der Bayerischen Landesausstellung 2014, Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!, zu sein.

In der Regierungszeit Ludwigs des Bayern spielte Regensburg eine zentrale Rolle; über 40 Besuche des Kaisers sind in der Stadt nachgewiesen. Kein Wunder: Regensburg erreichte damals, in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, den absoluten Höhepunkt seiner wirtschaftlichen Blüte als europäische Handelsstadt und „Metropole des Mittelalters“. Und auch politisch – als Freie Reichsstadt inmitten bayerischer Territorien – stand sie im Fokus des Kaisers und seiner Konkurrenten im Kampf um die Macht.
Die wirtschaftliche Dynamik führte dazu, dass Regensburg insgesamt einer Großbaustelle glich. Am Dom, am Rathaus, an der Stadtbefestigung und anderswo entstand Architektur der Meisterklasse, die keinen europäischen Vergleich zu scheuen braucht – bis heute. All diese Zeugnisse ­einer glanzvollen Vergangenheit sind nämlich zum größten Teil original erhalten geblieben; mit ihnen zählt Regensburg, „das mittelalterliche Wunder Deutschlands“, seit dem Jahr 2006 zum exklusiven Weltkulturerbe der UNESCO.
Die Ausstellung findet daher folgerichtig an Örtlichkeiten statt, die, weitgehend unverändert, aus der Zeit Ludwigs des Bayern stammen. Sie stehen exemplarisch für den Aufschwung der Stadt während der Herrschaft des Kaisers und den damaligen Zeitgeist: die Kirche des ehemaligen Minoritenklosters, die Dompfarrkirche Sankt Ulrich sowie der Domkreuzgang, beide in unmittelbarer Nachbarschaft des Doms gelegen.
Die Stadt Regensburg wird parallel zur Landesausstellung ein Begleitprogramm anbieten, das der Zeit Ludwigs des Bayern, ihren Themen und ihren sichtbaren Spuren in Regensburg weiter nachgeht. Geplant sind geführte Stadtrundgänge zu Originalschauplätzen, die der Kaiser in der Stadt aufgesucht hat. Auch soll das Ostentor zugänglich gemacht werden, das bedeutendste und am besten erhaltene Stadttor der einstigen Befestigungsanlagen. ­Eine Vortragsreihe wird gezielt thematische Schwerpunkte zur Ausstellung setzen.
In der Städtischen Galerie im „Leeren Beutel“ wird vom 25. Juli bis 7. September 2014 eine Ausstellung mit Bildtafeln des Künstlers Otl Aicher gezeigt. Otl Aicher, ein genialer Grafiker, ist unter anderem für die Erfindung der Piktogramme für die Olympischen Spiele in München 1972 bekannt. Themen der Regensburger Ausstellung sind das Leben und Werk von William von Ockham, des großen Philosophen des Mittelalters, der Ludwig den Bayern in seiner Auseinandersetzung mit dem Papst intellektuell unterstützte.
Im Historischen Museum wird sich ab 15. April 2014 eine Ausstellung mit dem Titel Brücke zum Wunderbaren der religiösen Volkskunst widmen. Auch dort lässt sich ein Bezug zum Aufschwung der Volksfrömmigkeit in der Zeit Ludwigs des Bayern herstellen. Zugleich ist die Ausstellung ein Beitrag der Museen der Stadt Regensburg zum Deutschen Katholikentag, der vom 28. Mai bis 1. Juni 2014 in der Stadt abgehalten wird.
Die Ausstellung selbst, das Begleitprogramm zur Vertiefung und die Weltkulturerbestadt als Kulisse: Im Jahr 2014 lohnt es sich mehr denn je, Regensburg einen ausführlichen Besuch abzustatten!

Informationen

Museen der Stadt Regensburg

Dachauplatz 2-4, D-93047 Regensburg

Tel. +49 (0) 941/507-5440

museen_der_stadt@regensburg.de

http://www.regensburg.de/museumsportal


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