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Egon Schiele Museum Tulln  © Helmut LackingerEgon Schiele, Sonnenblumen, 1908 © Landesmuseum NiederösterreichEgon Schiele Museum Tulln  © Helmut Lackinger

Egon Schiele. Anfang und Ende

Das Egon Schiele Museum in Tulln stellt anlässlich des Gedenkjahrs das Frühwerk Egon Schieles dem finalen Schaffen der Zeit des Ersten Weltkriegs gegenüber.
Donaulände 28, A-3430 Tulln

Durch diese Konfrontation werden neue Aspekte im Leben und Schaffen des Ausnahmekünstlers beleuchtet: Einmal stehen all jene Frauen im Zentrum, die sein Leben geprägt haben – Schieles Mutter und Schwestern, Margarete Partonek als erste große Liebe des 16-jährigen Künstlers und schließlich seine langjährigen Beziehungen, die Geliebte „Wally“ Neuzil und seine Ehefrau Edith Harms. Auch künstlerisch schließt die Ausstellung einen Kreis, indem gezeigt wird, wie sehr Schiele am Ende seines Schaffens zum akademisch geprägten Stil der Frühzeit zurückfindet.
Der erste Ausstellungsteil beschreibt die behüteten Jahre in Tulln bis zum selbstbewussten Austritt des jugendlichen Schiele aus der Wiener Akademie des Jahres 1909. Die Konfrontation mit dem Schaffen der Kriegsjahre zeigt, dass vieles im Schaffen Schieles bereits ganz am Anfang seiner Entwicklung angelegt ist. Früh sichtbar ist etwa die Neugierde des jungen Schiele am technischen Fortschritt und damit einhergehend ein konstruktives Verständnis der Welt. Auch die für ihn typischen Draufsichten, Doppelungen, Darstellung der Hände und Rückendarstellungen sind bereits im Frühwerk verankert.
Die Kriegsjahre bedeuten für Schiele privat eine bürgerliche Lebensphase, sein Schaffen wird am Ende international gefeiert, sodass Schieles tragischer Tod an der Schwelle zu einer großartigen Karriere erfolgt.
1918 endet mit dem Krieg auch das Leben Schieles in einem dramatischen „Showdown“. Im März stellt die Wiener Seces­sion in der 49. Ausstellung Schiele den Hauptsaal zur Verfügung. Die Präsenta­tion bedeutet Schieles künstlerischen und finanziellen Durchbruch. Am 19. Okto-ber erkrankt Edith Schiele – im sechsten ­Monat schwanger – an der spanischen Grippe. Sie stirbt nur wenige Tage später, am 28. Oktober. Am letzten Tag ihres ­Lebens entstehen noch Zeichnungen der geliebten Ehefrau von der Hand Schieles. Es sind die letzten Werke des Jahrhundertkünstlers, denn er ist ebenfalls an der spanischen Grippe erkrankt und stirbt drei Tage nach Edith (am 31. Oktober 1918) im Alter von nur 28 Jahren.
Das Egon Schiele Museum in Tulln vereint rund 60 Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen aus den ersten und letzten Schaffensjahren des Ausnahmekünstlers. Die Werke werden aus den zentralen Sammlungen zum Frühwerk Schieles geliehen. Darunter finden sich die Sammlung Gradisch als letzte Kollektion im Familienbesitz der Nachfahren Schieles und die Landessammlungen Niederösterreich. Zusätzlich werden zahlreiche Werke aus bislang verborgenem Privatbesitz das erste Mal überhaupt in Österreich gezeigt.
5. April bis 26. Oktober 2014

Informationen

Egon Schiele Museum

Donaulände 28, A-3430 Tulln

Tel. +43 (0) 22 72/64 5 70

Mi–So und Fei 10–17 Uhr

http://www.egon-schiele.eu


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