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Louis Anquetin, Femme à la voilette, 1891, Öl auf Leinwand © Privatsammlung, courtesy of D. NisinsonRamon Casas, Le Bohème, le poète de Montmartre, 1891, Öl auf Leinwand,  Courtesy Northwestern University LibrarySuzanne Valadon, Nu au canapé rouge, 1920, Öl auf Leinwand © Musée du Petit Palais, GenèvePablo Picasso, Femme à la chemise, ca. 1905, Öl auf Leinwand © Tate, London 2013 © Succession Picasso/VG BILD-KUNST, Bonn 2013

Esprit Montmartre

Die Boheme in Paris um 1900.
Römerberg, D-60311 Frankfurt

Im Frühjahr 2014 präsentiert die SCHIRN in dieser einzigartigen Ausstellung Werke von Edgar Degas, Vincent van Gogh, Pablo Picasso, Amedeo Modigliani, Henri de Toulouse-Lautrec und vielen anderen. Mehr als 200 Gemälde, Arbeiten auf Papier sowie historische Fotos entführen den Besucher in die Pariser Welt auf dem Montmartre um die Jahrhundertwende.
Nicht ohne Grund schrieb ein zeitgenössischer Kritiker in den 1890er-Jahren über den Montmartre in Paris: „Das Viertel ähnelt einem riesigen Atelier.“ Bedeutende Künstler wie Edgar Degas, Pablo Picasso, Henri de Toulouse-Lautrec oder Vincent van Gogh lebten und wirkten in dem Viertel. In einem bislang ungeahnten Realismus entwarfen sie einprägsame Bilder ­einer Zeit, die schonungslos die Kehrseiten der schillernden Belle Époque vor Augen führten. Mit diesen bis heute einzigartigen Arbeiten prägten sie die Kunstgeschichte des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts maßgeblich. Bis 1. Juni 2014 präsentiert die Schirn Kunsthalle Frankfurt nun erstmals mit über 200 Werken eine Gruppenausstellung, in deren Zentrum das Stadtviertel Montmartre mit seinen Geschichten und Protagonisten steht. Verschiedene Phänomene werden in inhaltlich gegliederten Sektionen untersucht: Der Montmartre – ein dörfliches ­Paris präsentiert stimmungsvolle Ansichten der Topografie des Orts. Die Ausstellung zeigt die „Cafés, Absinthtrinker und Varietés“ und beschreibt die Darstellung von „Modellen, Tänzerinnen und Prostituierten“. Auch der „Traumwelt Zirkus“ ist eine Sektion gewidmet. Mont­martre als Ort der Außenseiter und sozialer Veränderungen stellt die Bevölkerung des Stadtteils vor, die Arbeiter, Bettler, Clochards und Wäscherinnen, aber auch jene, die in dieser politisch wie gesellschaftlich aufwühlenden Zeit demonstrierten. „Das Netzwerk der Künstler und Kunsthändler“ verdeutlicht den gemeinsamen künstlerischen Austausch und das Erblühen des Handels im Viertel. Mit dem „Plakat als neuer Kunstform“ und den Illust­rationen in Zeitschriften befasst sich die letzte Sektion.
Beginnend etwa um 1885, spannt die Präsentation den zeitlichen Bogen bis zum Ersten Weltkrieg, als die meisten Künstler auf den südlichen Montparnasse umzogen. Der Montmartre galt aber für viele Jahre als Mikrokosmos für ein künstlerisches Selbstbild, das mit Henri Murgers Roman Scènes de la vie de bohème (1847 bis 1849) einen zunächst literarischen Ausdruck fand. Er zog aber bald viele Künstlerinnen und Künstler an, die sich – obwohl oft aus großbürgerlichem Elternhaus stammend – bewusst für ein Leben als ärmliche Bohemiens am Rand der Gesellschaft entschieden. Dieses neue Selbstverständnis als freiwillig-unfreiwillige Außenseiter spiegelten sie besonders realistisch und eindrücklich in ihren Kunstwerken wider.
Die Ausstellung versammelt herausragende Gemälde und Arbeiten auf Papier, historische Fotografien, Plakate und Grafiken aus nationalen und internationalen Mu­seen und Privatsammlungen, wie dem Musée d’Orsay in Paris, der Tate Gallery in London, dem Van Gogh Museum in Amsterdam, dem Kunsthaus Zürich, dem Museu Picasso in Barcelona und dem Museum of Modern Art in New York. Mit Werken von insgesamt 26 Künstlern wie Pierre Bonnard, Ramon Casas, Edgar Degas, Kees van Dongen, Vincent van Gogh, Max Jacob, Marie Laurencin, Pablo Picasso, Henri de Toulouse-Lautrec, Suzanne Valadon und weiteren weniger bekannten, aber deshalb nicht weniger faszinierenden Künstlern wird die historisch einmalige Atmosphäre auf dem Montmartre um 1900 erlebbar.
bis 1. Juni 2014, Di, Fr–So 10–19 Uhr,
Mi und Do 10–22 Uhr

Informationen

http://www.schirn.de

Kartenvorverkauf auf

http://www.schirn.de/tickets


öffentliche Führungen

Di 17 Uhr, Mi und Do 19 Uhr, Fr 11 Uhr

Sa 15 Uhr und So 11 und 17 Uhr

Informationen zu ­allen Führungsangeboten anfordern unter:

Tel. +49 (0) 69/29 98 82-112

fuehrungen@schirn.de


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Mit dem „Sparpreis Kultur“ innerhalb von 3 Tagen zur Ausstellung und zurück. Ab 39 Euro. Bis zu vier Mitfahrer sparen jeweils 10 Euro.

Info unter http://www.bahn.de/kultur


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