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Guido Reni, David enthauptet Goliath, 1606/07  © Sammlung Rau für UNICEF, Foto: Mick Vincenz

Leibhaftig. Der menschliche Körper zwischen Lust und Schmerz

Im Jahr 2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Im Themenjahr der „menschlichen Dimen­sionen“ macht die Ausstellung „Leibhaftig” im Remagener Arp Museum das Leiden mit Blick auf den menschlichen Körper selbst erfahrbar.
Hans-Arp-Allee 1, D-53424 Remagen

Rund 50 hochkarätige Skulpturen und Gemälde der Sammlung Rau für UNICEF, ergänzt durch Leih­gaben internationaler Sammlungen und ausgewählte zeitgenössische Positionen, vergegenwärtigen Täter und Opfer, Lust und Qual im Kreislauf der Gewalt der letzten 500 Jahre.
Ausgehend von David und Judith als verführerischer Verkörperung des gerechten Kriegs, führt die Ausstellung zu dem schmerzvollen, von inneren und äußeren Verletzungen gezeichneten Körper des leidenden Christus als zentralem Motiv im Spätmittelalter. Die Bilder sprechen eine sehr direkte, eine emotionale Sprache, die im Verlauf des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts immer körperlichere, greifbarere Dimensionen in der Skulptur gewinnt. Sie enthalten das Versprechen auf Heilung durch das „Mitleiden“ in christlicher Tradition.
Der Richtungswechsel im 18. Jahrhundert und zur Zeit der Aufklärung führt zu einer weniger religiös aufgeladenen Betrachtung des Körpers. Die Kunst des späten 18. und 19. Jahrhunderts feiert die Lust am Körper, das Fleisch und das Fleischliche – fern von Leid und Qual in irdischen Paradiesen. Und wann ist der Körper gegenwärtiger, wenn nicht in der kunstvollen Anordnung der Knochen vieler Reliquienaltäre? In deren Angesicht wird der Betrachter sich seiner eigenen Leibhaftigkeit – und damit auch seiner Vergänglichkeit – bewusst.
25. Mai 2014 bis 25. Januar 2015 

Informationen

 

Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Hans-Arp-Allee 1, D-53424 Remagen

Tel. +49 (0) 22 28/94 2 50-16

http://www.arpmuseum.org


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