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Winterthurer Altstadt © Ska ImhofMusikfestwochen in der Altstadt © GerstendörferJungkunst-Ausstellung im ehemaligen Industrieareal © JungkunstKunstmuseum Winterthur © Max SchmidFotomuseum WinterthurFotostiftung Schweiz Sammlung Oskar Reinhart, Vincent van Gogh, Innenhof

Winterthur – Schweizer Hauptstadt der Fotografie

Die sechstgrößte Stadt der Schweiz wartet mit der größten zusammenhängenden Fußgängerzone Europas auf. Das mittelalterliche Herz der Stadt ­pulsiert zu allen Tageszeiten. Läden, Restaurants, Märkte und Festivals beleben die historischen Mauern. Das vielfältige kulturelle ­Angebot, vom experimentellen Theater bis zum ­international berühmten Museum, begeistert Kulturinteressierte. Gemäldesammlungen, wie sie sonst nur europä­ische Millionenstädte zu bieten haben. Winterthur liegt mit seiner ­Mischung aus groß­städtischen Angeboten und kleinstädtischer Überschaubarkeit im Trend.

Pulsierendes Altstadtleben
Beginnen wir mit einem Altstadtbummel. In der größten Fußgängerzone der Schweiz ist das Flanieren reinster Genuss: Im Sommer laden Straßencafés und Terrassenrestaurants zum Verweilen, im Winter sind die Bars und Pubs der Treffpunkt für Smalltalks. Erlebnisse besonderer Art sind die Einkaufstouren. Über 300 Familienbetriebe, nationale und internationale Unternehmen aller Branchen freuen sich auf einen Besuch und erfüllen gern unterschiedlichste Wünsche und Bedürfnisse. Buntes Treiben garantieren die Gemüse-, Früchte-, Blumen-, Fisch- und Trödlermärkte jeweils dienstags, freitags und samstags. Immer wieder lohnt sich auch ein Blick hinauf an die Altstadtfassaden, die mit ihrer Feingliedrigkeit einen Eindruck vom früheren Leben in der Stadt geben. Übrigens: Zwischen Mai und Oktober finden Altstadtführungen unter kundiger Leitung statt. Die Winterthurer Altstadt mit ihrem gemütlichen Ambiente begeistert selbst Weitgereiste.

Kunst von Weltruhm und ­Kompetenzzentrum für Fotografie
Es gibt keine andere Schweizer Stadt, in der so viele bedeutende Kunstwerke von der Renaissance bis zur Gegenwart zu sehen sind. Zehntausende von Kunstlieb­haberinnen und -liebhabern aus der ganzen Welt reisen jährlich nach Winterthur, um die Rembrandts, Renoirs, van Goghs, Hodlers und all die anderen berühmten Maler zu sehen, die in Winterthur vertreten sind. Aber auch die zeitgenössische Kunst ist prominent repräsentiert, und mit seinen Wechselausstellungen ermöglicht das Kunstmuseum immer wieder auf­sehen­erregende Begegnungen mit großen Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart, aktuell mit der Ausstellung Gerhard Richter – Streifen & Glas.
Stolz ist Winterthur auch auf sein Fotomuseum: Es ist das erste und einzige dieser Art in ganz Europa. Am gleichen Ort eröffnete vor über zehn Jahren die Fotostiftung Schweiz. Damit steht in Winterthur das wohl größte Kompetenzzentrum für Fotografie in Europa. Mit nur einem Museumspass sind der Eintritt in die Mu­seen und die Fahrt mit dem Museumsbus besonders einfach und äußerst preiswert.

Die jungen Wilden und das ­Comedy-Stammhaus
Im Herbst wird Winterthur zum Mekka der Kurzfilmfans und Filmschaffenden. Die 18. Ausgabe der Internationalen Kurzfilmtage bringt Bilder in kurze, aber heftige Bewegungen. Vielversprechende junge Künstlerinnen und Künstler des zeitgenössischen Kunstgeschehens präsentieren sich auf der Plattform für junge Schweizer Kunst „Jungkunst“ in einer ehemaligen Industriehalle. Integriert in das Kunstfestival ist der Schweizer Nachwuchsförderpreis für Fotografie.
Seit 2002 ist Winterthur die Comedyhauptstadt der Schweiz. Im Casinotheater finden jährlich rund 500 Veranstaltungen statt, darunter zahlreiche Premieren Schweizer und deutscher Künstler. Und die Künstler sind in diesem Haus nicht nur auf der Bühne engagiert, so beteiligen sich beispielsweise Oropox, Joachim Rittmeyer, Ursus & Nadeschkin, Viktor Giacobbo und viele mehr auch finanziell am großen Comedy-Stammhaus der Schweiz.
http://www.winterthur-tourismus.ch

Fotomuseum Winterthur:
Robert ­Adams – The Place We Live

Das Fotomuseum Winterthur zeigt neueste Tendenzen der zeitgenössischen Kunstfotografie, wie im Sommer die große Retrospektive von Robert Adams. Außerdem entwickelt es eigene Themenausstellungen und ermöglicht die direkte Begegnung mit historischen Dokumenten und klassischer Fotografie. Neben den Ausstellungen, der Präsentation der Sammlung und den Publikationen erprobt das Fotomuseum Winterthur laufend neue Präsentations- und Vermittlungsformen. In Form von Führungen, Werkgesprächen, Vorträgen, Künstler­gesprächen, Podiumsdiskussionen, Sympo­sien und Workshops, aber auch über die Website erhalten die Besucherinnen und Besucher vertiefende Einblicke in die Welt der Fotografie.
7. Juni bis 31. August 2014
http://www.fotomuseum.ch

Fotostiftung Schweiz: Rudy Burckhardt – Im Dickicht der Großstadt
Der Schweizer Rudy Burckhardt (1914 bis 1999) gilt als Vorläufer der „Street Photography“. 1935 ließ er sich in New York nieder und hielt mit seiner Kamera den Alltag und das nervöse Treiben auf den Straßen der Großstadt fest. Mit den Bildern, die er als Flaneur erhaschte, war er seiner Zeit weit voraus: Einfachheit, Direktheit, formale Strenge und lyrische Verdichtung verbinden sich bei Burckhardt zu einer radikal modernen Bildsprache.
24. Oktober 2014 bis 22. Februar 2015
http://www.fotostiftung.ch

Gewerbemuseum Winterthur: dreiteilige Gesamtschau zum Thema Haut
Könige, Prinzen, Fürsten – viele Angehörige fast aller europäischen Königs- und Fürstenhäuser waren tätowiert. König Edward VII. hatte eins, Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha genauso wie Zar Nikolaus II., Prinzessin Marie von Orléans, und sogar Königin Victoria soll Tattoos an intimen Stellen des Körpers getragen haben.

Tattoo
Im Winter unsichtbar verborgen, im Sommer öffentlich und stolz zur Schau getragen: Tattoos sind zum allgegenwärtigen Trend geworden. Aber Tattoos sind bei Weitem nicht nur ein aktuelles Massenphänomen und kultiges Modeaccessoire, kennen doch weltweit sämtliche Kulturen die Tradition der Tätowierung, und die menschliche Haut wurde seit jeher als Leinwand für die Kunst der Tattoos benutzt. Entsprechend gehören sie denn auch zu den frühen Kunstformen und ältesten Handwerkspraktiken. Die Ausstellung Tattoo widmet sich alten Traditionen und neuen Geschichten mit Augenmerk auf künstlerische, handwerkliche und kulturspezifische Fragen. Sie präsentiert internationale Positionen aus diversen Perspektiven und nimmt aktuelle Diskussionen auf, ist doch die Haut als Kommunikations­medium auch ein kulturwissenschaftliches Thema, das mehr und mehr erforscht wird – als Teil davon erhält in jüngster Zeit auch die Tradition der Tattoos ständig wachsende Aufmerksamkeit, die jedoch, gemessen an der Massenbekanntheit der Tattoos, nach wie vor spärlich ist. Erstmals verklammert eine Ausstellung diese breite Palette an Bezügen und zeigt das aktuelle Phänomen mit Fokus auf Kunst und Design. Das anhaltende Interesse an den bleibenden Bildern, Schriften und Symbolen inspiriert nämlich ebenso Künstler und Designer, die sich mit Tattoos auseinandersetzen und diese nicht nur in ihrem Werk thematisieren, sondern eine vollkommen neue Szene erschaffen – entsprechend sind auch die neuen Einflüsse aus Kunst, traditioneller Tätowierkunst und visueller Kultur Thema der Ausstellung.

Skin to Skin
Mit der neuen Ausstellung Skin to Skin – über Haut und Häute ergänzt das Gewerbemuseum Winterthur seit 1. Dezember 2013 die bereits im Herbst eröffnete Ausstellung Tattoo und widmet sich gemeinsam mit der Sonderpräsentation Material Archiv: Leder und andere tierische Häute in umfassender Weise dem Thema Haut in den Bereichen Kunst, Design und Wissenschaft. Eine dreiteilige Schau zum Berühren nah auf den Spuren der Genialität von Haut und Häuten, begleitet von einem reichhaltigen Rahmenprogramm.
Ohne Haut kein Leben: Als größtes Organ formt und schützt die Haut den Körper, und ihre komplexen Eigenschaften sind einzigartig. Sie markiert sowohl die Grenze zwischen innen und außen als auch diejenige zwischen dem System des Selbst und dem System der Welt. Sie hat soziale, kommunikative und sensorische Funktionen und gleichwohl erotische und symbolische Bedeutung. Die Haut reflektiert unsere Identität, sie spiegelt Emotionen und ist Ort prägender Lebensgeschichten. In den Künsten ist sie seit jeher ein Thema, und ihre Qualitäten inspirieren ebenso Architektur und Design; so kennt auch ihre Materialität in Form von Leder oder Pergament eine lange Geschichte des Gebrauchs. Auch innerhalb der Medizin führt das Experiment an der Haut stetig zu neuen Innovationen, und als Kommunikationsmedium ist die Haut ein aktuelles kulturwissenschaftliches Phänomen, das mehr und mehr erforscht wird – auch diese Gebiete finden Eingang in die Gesamtschau.

MATERIAL ARCHIV: Leder und andere ­tierische Häute
Im Fokus dieser Sonderpräsentation des Gewerbemuseums steht die Haut verschiedener Tier-, Fisch- oder Reptilienarten, und es werden sowohl Hintergrundinformationen zur Verarbeitung und Zurichtung von Leder wie auch Fragen zu Nachhaltigkeit und Artenschutz behandelt. ­Eine Reihe von Materialexperimenten zeigt zudem neuartige Möglichkeiten der Lederverarbeitung.
Alle drei Ausstellungen laufen noch bis 9. Juni 2014
http://www.gewerbemuseum.ch

Sammlung Oskar Reinhart
Am ­Römerholz, Winterthur
Eine Konzentration erlesener Werke der europäischen Kunstgeschichte empfängt den Gast in einmaliger Atmosphäre. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts, ergänzt durch bedeutende Beispiele älterer Kunst. Unter den ehemaligen Privatsammlungen, die später zu Museen umgewandelt wurden, nimmt das Römerholz einen bedeutenden Platz ein. Einzigartig ist die Harmonie zwischen den Werken und dem Ort der Präsenta­tion: Die ehemalige Privatvilla Oskar Reinharts mit angebauter Gemäldegalerie lässt das Museum zugleich als Kleinod und erhabenes Gesamtkunstwerk von internationalem Rang erstrahlen.
http://www.roemerholz.ch

HOME GROWN. Winterthurer Malerei durch die Jahrhunderte
Zum 750-Jahre-Jubiläum des Stadtrechts von Winterthur präsentiert das Museum Oskar Reinhart Malerei von Winterthurer Künstlerinnen und Künstlern aus fünf Jahrhunderten. Dabei wird schlaglicht­artig ein Panorama vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart ausgebreitet, das zeigt, dass alle überragenden Talente die Stadt verlassen mussten, um ökonomisch zu überleben oder künstlerisch nicht einzugehen. Die Ausstellung thematisiert deshalb die Dynamik zwischen den Kräften der eigenen Herkunft und dem Ausbruch aus der Heimat. Viele der hier gezeigten Bilder wären nicht entstanden, wenn nicht immer wieder einzelne Individuen entschieden talentierte Künstler großzügig gefördert hätten. Sie ermöglichten damit ein Winterthurer Kunstschaffen, das es allein durch staatliche Förderung nie gegeben hätte. Ihnen ist diese Ausstellung gewidmet.
bis 1. Juni 2014

Kultur inklusive am Wochenende
Ein wahres Feuerwerk der Kunst erleben Sie im Louvre der Schweiz, in Winterthur. Mit jeder Wochenendübernachtung erhalten Sie den Eintritt in 17 Museen kostenlos dazu. Von klassischer und moderner Kunst über Fotografie bis zu historischen Führungen bietet Winterthur alles, was
Sie sich für ein kunstvolles Städteerlebnis wünschen. Ab 56 Euro pro Person und Nacht.
http://www.winterthur-tourismus.ch/kulturinklusive

Winterthur entdecken
Egal, ob für Neuzugezogene, Alteingesessene oder Gäste: Auf einem Rundgang durch Winterthurs schmucke Altstadt werden Sie auf jeden Fall viel Neues und Überraschendes entdecken. Beim Bummeln durch die gänzlich autofreie Altstadt lernen Sie die architektonischen und kulturellen Besonderheiten der Stadt kennen. Ihr Stadtführer nimmt Sie dabei auch in idyllische Hinterhöfe und versteckte Winkel mit und verrät Ihnen sogar das eine oder andere Stadtgeheimnis. Eins ist sicher: Viele kleine Episoden und Anekdoten aus Winterthurs Vergangenheit und Gegenwart werden ­Ihren Altstadtbummel zu einem kurzweiligen Vergnügen machen.
http://www.winterthur-tourismus.ch/stadtfuehrungen

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