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Herbst in der Kunsthalle Krems

Die Kunsthalle Krems wirft in ihrer großen Herbstausstellung einen sozialkritischen Blick auf den American Way of Life.

Die Ausstellung Duane Hanson. Sculptures of the American Dream zeigt einen der einflussreichsten dem Realismus verpflichteten amerikanischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts (1925–1996), der unter dem Einfluss der Pop-Art den amerikanischen Alltag in Szene setzte. Menschen der amerikanischen Mittel- und Unterschicht waren die Vorbilder für seine lebensechten Plastiken, die auf soziale und politische Missstände aufmerksam machen. Der Mensch wurde bei ihm zur Satire, seine Einsamkeit, Verzweiflung, Resignation und Frustration bekamen Unterhaltungswert. 30 Plastiken und Figurengruppen sowie Foto- und Filmdokumentationen veranschaulichen Hansons Arbeitsprozess.
Mit Amerika beschäftigt sich auch die Ausstellung Go NYC, die drei österreichische Künstler zeigt, die jeweils seit über einem Jahrzehnt in New York leben: Nin Brudermann, Rainer Ganahl und Mathias Kessler. Alle drei sind heute akzeptierte Mitglieder der weitverzweigten Kunstszene der Metropole, die Künstler aus aller Welt anzieht, alle drei setzen sich kritisch mit dem politischen und gesellschaftlichen System der USA und der westlichen Überflussgesellschaft auseinander.
Ein Geheimtipp ist die Schau Peder Balke. Ein Pionier der Moderne. Der Norweger (1804–1887) malte faszinierende Landschaftsbilder und Seestücke von der überwältigenden Naturschönheit Nordnorwegens. Auf den ersten Blick scheinen seine Arbeiten der romantischen Landschaftstradition verpflichtet, doch sind sie, vergleichbar mit William Turner, ungewöhnlich und einzigartig. Mit Bürsten, Nass-in-nass-Techniken oder direkt in die Farbe kratzend, schuf Peder Balke wegweisende Bilder. Die erste Retrospektive außerhalb Skandinaviens zeichnet seine künstlerische Entwicklung nach und zeigt die Bedeutung des Künstlers als Pionier der Moderne.
Ein Schwerpunkt ist mit Joseph Beuys. Schamane einem der wichtigsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit gewidmet. Das künstlerische Werk stand bei Joseph Beuys (1921–1986) stets in Wechselbeziehung zwischen Mythos und Realität. Er integrierte längst vergangene kulturelle Traditionen in das moderne, erkenntnistheoretisch geprägte Denken der Gegenwart. Die geheimnisvoll-spirituelle Ausstrahlung seiner Exponate rührt nicht zuletzt daher, dass verloren geglaubte „Wissensgebiete“ wie Schamanismus oder Alchemie fixe Bestandteile seines Denkens und Handelns waren. Rund 160 Exponate zeigen den Schamanen und Naturforscher Joseph Beuys.
Das forum frohner zeigt mit Ein Vehikel irgendwo. Joseph Beuys – die Multiples ergänzend das politische Werk des Künstlers. Adolf Frohner und Joseph Beuys teilten den Gedanken, dass Kunst nicht Selbstzweck ist, sondern Mittel zur Kommunikation. Der große Traum Adolf Frohners, eine Beuys-Ausstellung im Forum, beschäftigt sich mit dem politischen Beuys so, wie Frohner ihn verstanden hat. Kunst und Politik stehen im Mittelpunkt. Die Ausstellung ist eine Recherche über die Aktualität der Beuys’schen Aussagen.

Informationen
Duane Hanson. Sculptures of the American Dream
bis 1. März 2009
Peder Balke. Ein Pionier der Moderne
bis 15. Februar 2009
Joseph Beuys. Schamane
bis 1. März 2009
Ein Vehikel irgendwo. Joseph Beuys –
die Multiples
bis 1. März 2009
GO NYC. Nin Brudermann – Rainer Ganahl – Mathias Kessler
bis 15. März 2009

Kunsthalle Krems
Franz-Zeller-Platz 3, A-3500 Krems an der Donau
Tel. (+43-27 32) 90 80 10
ab 2. März 2008 täglich 10–18 Uhr,
ab 3. November 2008 täglich 10–17 Uhr
www.kunsthalle.at

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