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Alexander Archipenko. Erste Ausstellung in Wien

Die Ausstellung mit Werken des weltberühmten, in Kiew geborenen ­Bildhauers zum 20. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine bestätigt seinen Platz in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Der Künstler revolutionierte traditionelle ­Vorstellungen der ­Plastik, ihrer Formen und ihrer Wirkung im Raum.

Parkring 12, A-1010 Wien

Neue künstlerische Richtungen, die zahlreiche Nachfolger fanden, gehen direkt auf Alexander Archipenko zurück. In der Ausstellung der Galerie P-12 werden ausschließlich Werke von ihm gezeigt, die sich in der Uk­rai­ne erhalten haben und herausragende Beispiele für die klassische Moderne sind. Archipenko ist ein internationaler Künstler, der sich immer auch seiner Wurzeln und der ukrainischen Kultur erinnerte, aber diese Traditionen im Geist eines suchenden Avantgardisten des 20. Jahrhunderts uminterpretierte. Er bezog Impulse von der großen Kunst früher Zivilisationen und Stile, darunter von der Kunst Ägyptens, von byzantinischen Mosaikarbeiten und Fresken der Kiewer Sofiakathedrale sowie von der Linienführung und Rhythmik der europäischen Gotik. Andererseits trug die Besinnung der Wahrscheinlichkeitstheorie von Albert Einstein dazu bei, dass Archipenko den Kubismus in der Bildhauerei eingeführt hat.

Die Aktualität von Archipenkos kreativem Schaffen besteht in seinem mächtigen Poten­zial, das der Bildhauerei der Moderne – unter seinen berühmten Nachfolgern sind etwa Alberto Giacometti, Giacomo Manzù, Henry Moore – entscheidende Anstöße gegeben hat.

Obwohl Archipenko in verschiedenen Städten der Welt – Paris, Berlin, Chicago, New York und so weiter – arbeitete, brach er seine Beziehungen in die Ukraine niemals ab: Ende der 1920er-Jahre bat man ihn, Professor der Kiewer Kunsthochschule zu werden; er vertrat sein Vaterland im ukrainischen Pavillon bei der Weltausstellung in Chicago (1933) und nahm an Gruppenausstellungen von Ukrainern in den USA teil; er wurde sogar zum Ehrenmitglied der Vereinigung der ukrainischen Künstler in Amerika gewählt (1953).

Werke von Archipenko finden sich heute in den weltweit führenden Museumssammlungen. Im Lauf seines Lebens übergab der Künstler eine Reihe seiner Werke an ukrainische Museen in Kiew und Lwiw. Trotz der Zerstörungen während der Kriege haben sich in Museen seines Heimatlands noch einige seiner Skulpturen und grafischen Blätter erhalten. Hievon findet sich eine feine Auswahl in der Wiener Ausstellung.

Den besonderen Beitrag zur Rückkehr des Meisters in sein Vaterland leistet heute eine Privatsammlung. Die Skulpturen aus der Kollektion von Igor Woronow zeigen das Schaffen Alexander Archipenkos in der Frühzeit der Moderne, wobei in der Ausstellung der Galerie P-12 gerade die Wege auf der Suche des Künstlers nach der Grenze des Ausdrucks in der Form deutlich werden.

bis 15. Dezember 2011

Informationen

Galerie P-12

Parkring 12/Theodor-Herzl-Platz, A-1010 Wien

Di–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–14 Uhr

www.p-12.at

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